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Das Acer Liquid E1 ist ein Dual-SIM-Smartphone mit guter Hardware.
Das Acer Liquid E1 ist ein Dual-SIM-Smartphone mit guter Hardware.(Foto: kwe)

Acer Liquid E1 Duo im Test: Dual-SIM-Handy mit prima Display

Von Klaus Wedekind

Acer bietet mit dem Liquid E1 Duo ein Dual-SIM-Smartphone an, das einen 4,5 Zoll großen qHD-Bildschirm, einen Doppelkern-Prozessor und ein Gigabyte Arbeitsspeicher hat, aber nur 180 Euro kostet. Hat die Sache einen Haken oder ist das Gerät tatsächlich ein Schnäppchen?

In Deutschland ist es nicht einfach, ein Smartphone zu finden, das gleichzeitig zwei SIM-Karten aufnehmen kann. Der wichtigste Grund dafür ist, dass die Mobilfunkanbieter solche Geräte nicht wünschen, da sie ihnen das Geschäft vermiesen. Kunden können sich nämlich mit Dual-SIM-Handys die Rosinen aus zwei verschiedenen Tarifen von unterschiedlichen Anbietern herauspicken und so viel Geld sparen.

Eine mögliche Kombination wäre beispielsweise, die Karte eines Discounters für günstige Telefonate zu nutzen und in den anderen Einschub die SIM eines Anbieters zu stecken, der zwar für Telefonate viel kassiert, aber wenig für mobile Datenverbindungen verlangt.

Hardware oft an der Schmerzgrenze

Auf der Rückseite hat das Smartphone zwei Stereo-Lautsprecher.
Auf der Rückseite hat das Smartphone zwei Stereo-Lautsprecher.(Foto: kwe)

Um Sparfüchsen den Spaß an Dual-SIM-Telefonen zu verderben, verlangen die meisten deutschen Mobilfunkanbieter von Herstellern, Premium-Geräte nur mit einem SIM-Karten-Einschub anzubieten. Wer hierzulande zwei SIMs in seinem Smartphone haben möchte, muss gewöhnlich auf Geräte der unteren Mittelklasse zurückgreifen, deren Hardware noch akzeptabel, aber selten ein Vergnügen ist.

Dass es ohne Abhängigkeit von Mobilfunkunternehmen auch anders geht, zeigt Acer: Das Liquid E1 Duo ist endlich mal ein Dual-SIM-Smartphone, das gut aussieht und solide Hardware bietet, aber trotzdem preiswert ist. Zumindest auf dem Papier. Ob das Datenblatt vielleicht doch mehr versprichtm als das Gerät halten kann, hat n-tv.de ausprobiert.

Trotz Knarzer solide verarbeitet

Der erste Eindruck ist positiv. Das Acer Liquid E1 Duo ist solide verarbeitet und macht durchaus den wertigen Eindruck eines guten Mittelklasse-Smartphones. Man sollte es aber vor Begeisterung nicht zu sehr drücken, denn das quittiert die Plastikschale auf der Rückseite mit empörten Knarzern. Viel Metall gibt's auch darunter nicht, weshalb das E1 deutlich beweglicher in der Hüfte ist als seine steifen Kollegen jenseits der 300-Euro-Marke.

Spezifikationen des Acer Liquid E1
  • Prozessor: Zwei Kerne, 1 Gigahertz
  • Arbeitsspeicher: 1 Gigabyte
  • Display: TFT, 4,5 Zoll, qHD (960 x 540 Pixel)
  • Speicher: 4 Gigabyte, erweiterbar
  • Kameras: 5 Megapixel hinten, 0,3 Megapixel vorne
  • Akku: 1760 Milliamperestunden
  • Betriebssystem: Android 4.1.1 (Jelly Bean)
  • Maße: 132 x 68,6 x 9,9 Millimeter
  • Gewicht: 130 Gramm
  • Besonderheit: Dual-SIM

Das Design des Acer-Smartphones ist zwar nicht außergewöhnlich, aber durchaus gelungen. Schick sind die roten Akzente, die Telefon-Lautsprecher, Mikrofon und Ein-/Ausschalter im schwarzen Rahmen setzen. Auch die Rückseite mit geschwungener Prägung sieht gut aus und bietet sogar etwas Metall fürs Auge. Dafür sind die beiden runden Stereo-Lautsprecher oben und unten, der Kamera-Ring und der Acer-Schriftzug verantwortlich. Apropos Lautsprecher: Auch wenn sie gut aussehen, darf man von ihnen kein Wunder erwarten. Immerhin bieten sie aber etwas Raumklang.

Acer hat den Seiten und dem Akku-Deckel eine rutschfeste, samtige Oberfläche gegeben, wodurch das Android-Smartphone sehr sicher und auch angenehmer als Klavierlack-Boliden in der Hand liegt. Die griffige Struktur der Rückseite verstärkt den guten Eindruck noch.

Bildschirm erfreulich gut

Der 4,5 Zoll große TFT-Bildschirm des Liquid E1 ist für ein 180-Euro-Smartphone erstaunlich gut. Seine Auflösung ist mit qHD mehr als akzeptabel. Sie ist ausreichend, um auch feine Schriften ohne hässliche Fransen darzustellen. Das Display leuchtet ziemlich hell, bietet gute Kontraste und liefert natürliche Farben. Auch von der Seite ist der Touchscreen noch gut lesbar und er reagiert zackig und exakt.

Die Kamera des Liquid E1 bietet viele Einstellungen, darunter auch Fotofilter.
Die Kamera des Liquid E1 bietet viele Einstellungen, darunter auch Fotofilter.(Foto: kwe)

Aufwendige Spiele sollte man dem E1 zwar nicht zumuten, doch Actiospiele wie Riptide GP bringen den mit einem Gigahertz getakteten Doppelkern-Prozessor nicht zum Schwitzen. Zusammen mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher bewältigt der Chip problemlos den Alltag, die Bedienung des Smartphones wirkt immer flüssig.

Der interne Speicher ist mit acht Gigabyte nicht gerade üppig groß,  aber für ein Gerät dieser Preisklasse auch nicht allzu klein ausgefallen. Trotzdem ist es gut, dass man microSD-Karten mit bis zu 32 Gigabyte einstecken kann, da das System nur knapp zwei Gigabyte für Apps und Daten übrig lässt. Der Akku bringt das Liquid E1 bei normaler Nutzung locker über den Tag.

Die Fünf-Megapixel-Kamera auf der Rückseite ist kein Highlight, aber absolut okay. Die Kamera-App ist sogar ausgesprochen vielfältig und bietet unter anderem Fotofilter, Szenemodi, Lächelerkennung, HDR- und Panoramaaufnahmen.

Klasse SIM-Karten-Verwaltung

Nutzer können genau bestimmen, welche SIM-Karte für welche Aufgabe zuständig ist.
Nutzer können genau bestimmen, welche SIM-Karte für welche Aufgabe zuständig ist.(Foto: kwe)

Höhepunkt des Acer Liquid E1 ist die SIM-Kartensteuerung. Die Karten werden farblich deutlich getrennt dargestellt und Nutzer können einstellen, welche SIM für Anrufe, SMS/MMS oder die mobile Datenverbindung zuständig ist. Möchte man dies vor einer Aktion ändern, zieht man die Benachrichtigungsleiste herunter und wählt eine Karte. Man kann auch jedem gespeicherten Kontakt einer der beiden SIM-Karten zuordnen, um beispielsweise berufliche und private Gespräche sauber zu trennen.

Nutzer sind immer unter beiden Rufnummern erreichbar, wobei der sogenannte Float Caller auf Wunsch eingehende Anrufe in einem kleinen Fenster zeigt, wodurch beispielsweise E-Mails lesbar bleiben. Die Klangqualität bei Telefongesprächen ist durchaus akzeptabel, Anrufer klingen allerdings sehr blechern.

Die Android-Oberfläche hat Acer weitgehend unverändert gelassen, aber einige Standard-Apps und die Schnelleinstellungen optisch angepasst.

Alles in allem dürfte es schwer sein, derzeit ein besseres Dual-SIM-Smartphone für 180 Euro zu finden als das Acer Liquid E1. Wer 70 Euro drauflegt, bekommt das Acer Liquid E2, das bei sonst unveränderter Ausstattung einen Vierkern-Prozessor, einen stärkeren Akku und eine Acht-Megapixel-Kamera bietet.

Quelle: n-tv.de

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