Technik

Elektronische Bedürfnisse: Fast jeder Dritte spielt

Abseits des staatlich geförderten deutschen Kulturbetriebs zeichnet sich ein epochaler Wandel ab: In dem einst als humorlos und gedankenschwer verufenem Volk der Dichter, Denker und Komponisten verbirgt sich ein großer Anteil an Knoblern, Knifflern und Gamern.

Da freut sich der Nachbar: Mit den neuen berühungslosen Steuergeräten Kinect (Microsoft), Move (Sony) oder der Wii (Nintento) tun Menschen das, was sie im Kino, in der Oper, im Ballett oder im Theater nie tun würden.
Da freut sich der Nachbar: Mit den neuen berühungslosen Steuergeräten Kinect (Microsoft), Move (Sony) oder der Wii (Nintento) tun Menschen das, was sie im Kino, in der Oper, im Ballett oder im Theater nie tun würden.(Foto: REUTERS)

Deutschland verändert sich: Fast jeder dritte Deutsche vertreibt sich einer Studie zufolge mittlerweise die Zeit mit Computer- und Videospielen. Rund 29 Prozent aller Verbraucher ab 14 Jahren spielten hierzulande auf dem Computer, Handy oder über Spielekonsole und Fernseher, teilte der Technologie-Branchenverband Bitkom mit. Dabei sei der Anteil der Spielbegeisterten unter den Männern (32 Prozent) etwas höher als bei Frauen (27 Prozent). Vier von fünf Jugendliche spielten, aber auch 30 Prozent der 40- bis 49-Jährigen sowie jeder Sechste zwischen 50 und 59 Jahren.

Mit dem hohen Anteil von Spieler mit reichlich Lebenserfahrung eröffnet sich den Spieleentwicklern auch eine neue Zielgruppe für anspruchsvolle Unterhaltung aus dem Segment der sogenannten Arthouse-Games. Spiele dieser Kategorie lassen sich in einigen Punkten sogar bereits mit den Ansätzen aus dem Autorenkino oder dem Regietheater vergleichen.

Leichtathletik im Simulator: Langsam aber sicher wächst der E-Sport in eine völlig neue Bedeutung.
Leichtathletik im Simulator: Langsam aber sicher wächst der E-Sport in eine völlig neue Bedeutung.(Foto: REUTERS)

Insgesamt haben sich die Vorlieben der Deutschen offenbar weniger stark verändert als von manchem Zeitgeistkritiker befürchtet: Besonders beliebt seien Denk- und Strategiespiele, heißt es in der Studie. In dieser Kategorie schärfen demnach knapp ein Drittel der Deutschen (30 Prozent) ihren Verstand. Nur bei Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren seien Action-Spiele beliebter (32 Prozent). Unter Verbrauchern über 20 Jahren spiele nur rund ein Fünftel (22 Prozent) Action-Spiele. Gut 18 Prozent der Deutschen nutzten daneben sogenannte Casual Games zum Zeitvertreib, also Gelegenheitsspiele zur einfachen Zerstreuung ohne komplizierte Spielregeln wie etwa Puzzles oder Karten- und Denkspiele. Jeder sechste Befragte spiele Spiele im Internet.

Daneben seien bei Verbrauchern auch Sport- und Fitnesspiele im Trend, die körperliche Ausdauer und Beweglichkeit erfordern, teilte Bitkom mit. Solche Spiele gibt es etwa für einzelne Spielekonsolen. Rund drei Millionen Deutsche spielen solche Spiele, wie der Verband mitteilte. Für die repräsentative Untersuchung befragte das Marktforschungsunternehmen Aris im Auftrag von Bitkom 1000 Verbraucher über 14 Jahren.

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Quelle: n-tv.de

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