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Besitzer eines Brother MFC-5490CN können ihre Druckkosten um 90 Prozent senken, ohne merklich schlechtere Ausdrucke zu erhalten.
Besitzer eines Brother MFC-5490CN können ihre Druckkosten um 90 Prozent senken, ohne merklich schlechtere Ausdrucke zu erhalten.(Foto: Brother)

Stiftung Warentest: 90 Prozent möglich: Fremdtinte spart viel Geld

Die Tinte in Druckerpatronen gehört zu den teuersten Flüssigkeiten der Welt. Aber wer auf Original-Ware der Hersteller verzichtet, kann enorm viel Geld sparen. Laut Stiftung Warentest sind ohne allzu große Qualitätseinbußen bis zu 90 Prozent drin. Erstaunlich, dass trotzdem nur jede dritte Druckerpatrone von einem Fremdhersteller stammt.

Ein Satz Original-Patronen für den Multifunktionsdrucker Brother MFC-5490CN kostet durchschnittlich 57 Euro. Ein unglaublicher Preis für ein paar Milliliter Tinte - und leider keine Ausnahme. Die meisten Hersteller bieten ihre Drucker sehr günstig an und machen später mit den Ersatzpatronen Kasse. Doch Kunden können den Tintenbaronen einen Strich durch die Rechnung machen, wenn sie Kartuschen von Fremdherstellern verwenden. Stiftung Warentest hat aktuell ermittelt, dass es beispielsweise für das Brother-Gerät bis zu 90 Prozent günstigere Alternativen zur Original-Tinte gibt.

Wer für den Brother MFC-5490CN Patronen aus dem Hause Armor verwendet, zahlt für den Ausdruck einer Textseite 0,5 statt 4,5 Cent. Ein A4-Foto ist mit 15 Cent im Vergleich zu 2,35 Euro geradezu unverschämt günstig. Ein Satz Armor-Patronen kostet nur etwas mehr als 16 Euro. Qualitätseinbußen muss man dabei kaum hinnehmen. Stiftung Warentest beurteilt die Armor-Patronen mit der Gesamtnote 2,4 fast so gut wie das Original, das mit 2,2 bewertet wird. Bei der Qualität der Ausdrucke ist der Unterschied mit 2,2 zu 2,1 sogar noch geringer.

Pelikan Qualitätssieger

Die beste Qualität im Test lieferte nicht Brother, sondern Pelikan mit der Gesamtnote 2,1 ab. Ein Satz Patronen kostet aber immerhin 35 Euro und nur die Schwarzkartusche ist einzeln für 16 Euro zu bekommen.

Für den Canon PIXMA MX340 empfehlen sich Patronen von Peach.
Für den Canon PIXMA MX340 empfehlen sich Patronen von Peach.(Foto: Canon)

Auch bei anderen Geräten können Nutzer richtig viel Geld sparen. Das Einsparpotenzial ist bei Canon- oder HP-Druckern zwar nicht ganz so groß, erreicht aber immer noch stolze 50 Prozent. So hat Stiftung Warentest festgestellt, dass Besitzer des multifunktionalen Canon Pixma MX340 beispielsweise mit Patronen von Peach oder Pearl/iColor günstig drucken können. Allerdings ist hier der Qualitätsunterschied größer, da beide Produkte nur mit 3,0 bewertet wurden, Canons Original-Tinte dagegen die Note 2.0 erhielt.

Um das Einsparpotenzial von HP-Druckern zu ermitteln, verwendete Stiftung Warentest einen Officejet 4500, für den ein Satz Original-Patronen mit durchschnittlich rund 50 Euro zu Buche schlägt. Hier schlugen sich die Fremdtinten von Peach und KMP am besten, die 31,80 Euro beziehungsweise 34 Euro kosten. Auch hier muss eine Ersparnis von fast 50 Prozent durch eine schlechtere Druckqualität erkauft werden. Während die HP-Ware den Test mit der Gesamtnote 2,5 absolvierte, bewerteten die Tester die Peach-Patronen mit 3,1 und die KMP-Tinte mit 3,2.

Beim HP Officejet 4500 sind Fremdpatronen zwar um die Hälfte günstiger, bieten aber auch eine sichtbar schlechtere Druckqualität.
Beim HP Officejet 4500 sind Fremdpatronen zwar um die Hälfte günstiger, bieten aber auch eine sichtbar schlechtere Druckqualität.(Foto: HP)

Weil sich bei Fremdtinten für Epson kaum Neulinge gezeigt haben, verweist Stiftung Warentest hier auf das Testergebnis des Vorjahres. Für die Modelle T0711 bis T0714 machten ganz klar die Kartuschen von Pearl/iColor das Rennen, die mit 2,5 ebenso gut wie die Epson-Patronen bewertet wurden. Die Fremdtinte druckt Text beziehungsweise Fotos aber rund 70 Prozent günstiger.

Keine Schäden zu befürchten

Stiftung Warentest schreibt zwar, dass nicht jede Fremdtinte empfehlenswert ist. Befürchtungen vieler Nutzer, die Drucker könnten durch Patronen anderer Hersteller Schaden nehmen, können die Tester aber nicht bestätigen. In vielen Jahren habe es nie Probleme mit Fremdtinte gegeben, schreiben sie. Mit einer Ausnahme: Das Set der Firma Data Becker wurde im aktuellen Test von den meisten Brother-Druckern nicht erkannt.

Die Experten raten Kunden, beim Kauf eines Druckers weniger auf den Preis, sondern vor allem auf die Folgekosten zu achten. Denn oft seien die Druckkosten bei den günstigsten Geräten am höchsten. Wer viel druckt, sollte sich möglichst ein Gerät mit getrennten Tintentanks kaufen, damit einzelne Farben ersetzt werden können. Auch wenn alle anderen Tanks noch gefüllt sind, müssen Kombikartuschen gewechselt werden, wenn eine Farbe leer ist.

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Quelle: n-tv.de

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