Technik
"WireLurker", zu Deutsch in etwa "Kabel-Lauscher", wandert per USB-Kabel von stationären auf mobile Geräte.
"WireLurker", zu Deutsch in etwa "Kabel-Lauscher", wandert per USB-Kabel von stationären auf mobile Geräte.(Foto: REUTERS)

"WireLurker" befällt iPhone und Mac: Gezielter Großangriff auf alle Apple-Geräte

Die Apple-Gemeinde ist in Aufruhr: Der Trojaner "WireLurker" aus China attackiert gezielt Macs und iPhones. Die Entdecker sprechen vom "bisher größten Angriff gegen Apple". Die Malware wird ständig weiterentwickelt - doch Nutzer können sich schützen.

Ein vor Kurzem entdeckte Malware namens "WireLurker" ist gezielt für die Infizierung von Apple-Geräten mit den Betriebssystemen Mac OS und iOs programmiert worden. Wie das US-Sicherheitsunternehmen Palo Alto Networks bekanntgab, sei der von ihnen entdeckte Trojaner vermutlich in China entwickelt worden und bereits seit rund sechs Monaten im Umlauf. Auch seien die meisten betroffenen Geräte in dem Land registriert.

Video

Die Malware befalle zunächst Mac-Computer mittels Drittanbieter durch über 450 Apps, die in China über den Maiyadi App Store erhältlich sind. Die betroffenen Programme seien im vergangenen halben Jahr schon beinahe 360.000 Mal heruntergeladen worden und haben so womöglich Hunderttausende Geräte befallen. Zu den infizierten Apps gehören beliebte Spiele wie Angry Birds, The Sims, Pro Evolution Soccer oder Battlefield.

Wird dann auch das iPhone oder ein sonstiges tragbares Apple-Gerät per USB-Kabel angeschlossen, erkennt WireLurker dies und überträgt sich weiter – daher auch der Name der Malware, der sich in etwa mit "Kabel-Lauscher" übersetzen lässt.

"Bisher größter Angriff gegen Apple"

Die Forscher der IT-Sicherheitsfirma warnen davor, dass die Malware Informationen von den Nutzern stehle und zudem eigene Schadprogramme installieren könne. Informationen der "New York Times" zufolge kann die Malware so das Adressbuch ausspionieren, Nachrichten mitlesen und möglicherweise sogar eine Steuerung des betroffenen Gerätes durch die Angreifer ermöglichen.

"WireLurker gleicht nichts, was wir jemals im Zusammenhang mit Apple iOS und OSX Malware gesehen haben", sagte Ryan Olson vom Palo Alto Network der BBC. "Die genutzte Technik lässt vermuten, dass die Übeltäter immer gewiefter werden, wenn es um das Eindringen in eine der weltweit meistgenutzten Desktop- und Mobilplattformen geht." Es handele sich um "den größten Angriff gegen Apple, den wir je gesehen haben". Zudem würde die Malware immer noch weiterentwickelt und die letztendliche Absicht der Urheber sei noch nicht klar identifiziert worden, fügte Olson hinzu.

Desktop-PCs infizieren Mobilgeräte

Apple nahm in einer kurzen Mitteilung Stellung zu dem Großangriff auf seine Geräte: "Wir sind uns über die Existenz bösartiger Software bewusst, die von einer Download-Seite aus Nutzer in China attackiert und haben die betroffenen Apps blockiert, um so ihren weiteren Gebrauch einzudämmen", hieß es. "Wie immer empfehlen wir den Nutzern, nur Software von vertrauenswürdigen Quellen herunterzuladen und zu installieren."

Um die Dienste von Drittanbietern wie Maiyadi in Anspruch nehmen zu können, muss ein Gerät zuvor "gejailbreakt" worden sein. Im regulären Apple-Store besteht kaum Gefahr, den Trojaner auf sein Gerät zu holen. Allerdings kann WireLurker sich durch das Anschließen eines Telefons an bereits infizierte Desktop-Computer auch ohne Drittanbieter weiterverbreiten und so auch unveränderte iPhones befallen. Daher wird davor gewarnt, Apple-Geräte an wenig vertrauenswürdige PCs, wie etwa in Bibliotheken oder Internet-Cafés, anzuschließen.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen