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Sergey Brin präsentiert das erste "Google Glass"-Modell.
Sergey Brin präsentiert das erste "Google Glass"-Modell.(Foto: AP)

Die Brille der Zukunft: Google erweitert die Realität

Schon bald sollen die ersten Google-Brillen in den Läden liegen, die durch Projektionen ins Sichtfeld die Realität erweitern können. Schwer vorzustellen, dass sich diese Technik durchsetzt? "Es wird in ein paar Jahren merkwürdiger aussehen, wenn Leute im Gehen die ganze Zeit auf ihr Smartphone schauen", sagt der Google-Chef.

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Google will seine internetfähige Computerbrille schon in zwei Jahren auf den Markt bringen. Die mit kleinen Kameras, Lautsprechern und Displays ausgestatteten Brillen sollten dann "deutlich weniger" als 1500 Dollar, umgerechnet 1200 Euro kosten, kündigte Google-Mitbegründer Sergey Brin auf der Entwicklerkonferenz I/O des Konzerns in San Francisco an. Für diesen Preis will Google nun zunächst Anfang kommenden Jahres Entwicklungsmodelle der "Google Glass" an Brillendesigner herausgeben. "Das ist wirklich eine neue Technologie, und wir wollen, dass Sie helfen, dieser eine Form zu geben", sagte Brin.

Google hatte die Brille im April erstmals in einem Video vorgestellt. Informationen sollen dabei auf das Brillenglas projiziert werden. Eingebaute Kameras sollen erkennen, was der Nutzer sieht. In der Kombination könnte dann die Realität durch Einblendungen erweitert werden. Ähnliches ist auf Smartphones bereits möglich. Die Brille soll mit Sprachbefehlen gesteuert werden, so dass es nicht mehr nötig ist, ein Gerät in der Hand zu halten.

Actionreiche Präsentation

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Bei der Entwicklerkonferenz inszenierte Google die Möglichkeiten dieser Brille aufwändig: Fallschirmspringer stürzten sich mit den Brillen aus einem Flugzeug und landeten auf dem Dach des Gebäudes, in dem die Google-Konferenz stattfindet. Anschließend wurden die Brillen von Fahrrad-Akrobaten und einem Fassadenkletterer bis in den Konferenzsaal getragen. Die gesamte Zeit übertrugen die Stuntmen live ins Internet, was sie mit der Brille sahen. Brin sagte, er habe "nicht wirklich geglaubt", dass die Brille all dies problemlos mitmache.

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa räumte Brin ein, dass die futuristische Brille für viele Menschen noch komisch aussehe. "Es wird in ein paar Jahren aber einen Punkt geben, wo es merkwürdiger aussehen wird, wenn Leute im Gehen die ganze Zeit auf den Bildschirm ihres Smartphone herunterschauen." Bei dem Projekt gehe es darum, eine einfach zu bedienende Technologie zu entwickeln, die dem Menschen nicht im Wege stehe. Zuvor hatte Google bringt eigenes Tablet vorgestellt, der im Sommer, jedoch nicht in Deutschland, auf den Markt kommen soll.

Sorgen um den erkrankten Google-Chef Larry Page versuchte das Unternehmen zu zerstreuen. "Larry hat nur die Stimme verloren", erklärte Mitgründer Sergej Brin. Woran Page genau erkrankt ist, sagte Brin allerdings nicht. "Ich bin kein Arzt", betonte er. Das Handicap mache Page als Chef von Google derzeit besonders effizient. "Manchmal ist es gut, wenn man nicht viel reden muss, sondern sich auf durchdachte und wohl formulierte Texte konzentrieren kann."

Quelle: n-tv.de

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