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Lollipop an Bord: das Nexus 9, das Nexus 6 und der Nexus Player.
Lollipop an Bord: das Nexus 9, das Nexus 6 und der Nexus Player.

Nexus 6, Nexus 9 und Nexus Player: Google präsentiert starkes Lollipop-Trio

Neuheiten von Google: Der Konzern stellt das Motorola-Smartphone Nexus 6 sowie das HTC-Tablet Nexus 9 vor. Auf beiden Geräten ist das Betriebssystem Android Lollipop installiert. Außerdem feiert der erste Media-Player für Android TV Premiere.

Google macht aus der Vorstellung seiner Nexus-Geräte traditionell keine große Sache. Doch in der Technikwelt wird Nexus-Modellen stets viel Aufmerksamkeit geschenkt. Sie sind bekannt für ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und dienen Google als Referenzgeräte zur Demonstration seiner mobilen Software. Mit dem Nexus 6 und dem Nexus 9 hat Android-Chef Sundar Pichai in einem Blogpost nun gleich zwei neue Geräte präsentiert, die mit der aktuellen Software Android 5.0 alias Lollipop kommen. Außerdem wurde mit dem Nexus Player das erste Streaming-Gerät für Googles Internet-Fernseh-Plattform Android TV vorgestellt.

Nexus 6

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Das Nexus 6 ist Googles neues Smartphone. Es wird von Motorola gefertigt und basiert auf dem Moto X der zweiten Generation. Mit seinem 5,96 Zoll großen Display tritt es in direkte Konkurrenz zum iPhone 6 Plus, hat aber dank QHD-Auflösung (2560 x 1440 Pixel) eine deutlich höhere Pixeldichte von 493 ppi. Das iPhone 6 Plus bringt es mit seinem 5,5-Zoll-Bildschirm auf 401 ppi. Mit seinen Abmessungen von 82,98 x 159,26 x 10,06 Millimeter ist das Nexus 6 trotz seines größeren Bildschirms kaum größer als das iPhone 6 Plus und mit 184 Gramm nur 12 Gramm schwerer.

Das Gehäuse des Nexus 6 lässt die Verwandtschaft zum Moto X deutlich erkennen: Es hat einen ähnlich geschwungenen Rahmen aus Aluminium und die gleichen Stereo-Lautsprecher auf der Vorderseite ober- und unterhalb des Displays. Die Lautstärkewippe und der Einschalter an der rechten Geräteseite sind jedoch etwas tiefer platziert als beim Motorola-Vorbild. Auch die Rückseite ähnelt dem Moto X, sie hat die gleiche Kamera mit dem kreisrunden Dual-LED-Blitz. Während Käufer des Moto X beim Material jedoch unter anderem zwischen Leder, Bambus oder Kevlar wählen können, ist die Rückseite des Nexus 6 aus Kunststoff.

Ausdauernder Akku

Das Nexus 6 ist riesig, deshalb bleibt auch das Nexus 5 - zumindest vorerst - im Play Store erhältlich.
Das Nexus 6 ist riesig, deshalb bleibt auch das Nexus 5 - zumindest vorerst - im Play Store erhältlich.(Foto: Google)

Unter der Haube ist das Nexus 6 stärker ausgestattet als das Moto X: Der Prozessor, ein Qualcomm Snapdragon 805 mit Adreno-420-Grafikeinheit, taktet mit 2,7 Gigahertz und wird von üppigen 3 Gigabyte Arbeitsspeicher flankiert. Der Akku hat eine Kapazität von 3220 Milliampere-Stunden. Damit beseitigt Google endlich eine der traditionellen Schwachstellen der Nexus-Reihe: Die schwache Akkuleistung war bislang ein Kompromiss, den man bei Nexus-Smartphones in Kauf nehmen musste.

Auch die Kamera ist deutlich besser als noch beim Vorgängermodell Nexus 5: Eine 13-Megapixel-Kamera samt optischem Bildstabilisator und f2.0-Linse hebt das Nexus 6 auf das Niveau aktueller Spitzen-Smartphones. Die Frontkamera bleibt mit einer Auflösung von 2 Megapixeln jedoch im branchenüblichen Durchschnitt. Hier sind Hersteller wie HTC oder Huawei schon deutlich weiter.

Auf den Markt kommt das Nexus 6 in den Farben Blau und Weiß und mit 32 oder 64 Gigabyte internem Speicher. Preis und Verkaufsstart sind aktuell noch nicht bekannt, Vorbestellungen können laut Google Ende Oktober abgegeben werden, Marktstart ist dann im November über Googles Play Store sowie ausgewählte Mobilfunkanbieter und Einzelhändler.

Nexus 9

Das Nexus 9 hat einen Aluminiumrahmen, die Rückseite besteht aus Kunststoff.
Das Nexus 9 hat einen Aluminiumrahmen, die Rückseite besteht aus Kunststoff.

Googles neues Tablet wird von HTC gefertigt. Es ist für den taiwanischen Hersteller nicht nur der Wiedereinstieg in den Tablet-Markt, sondern gleichzeitig die Rückkehr in den Schoß von Google, nachdem er 2010 mit dem Nexus One das erste Nexus-Smartphone produziert hatte. Das Nexus 9 misst 153,68 x 228,25 x 7,95 Millimeter und hat eine Displaygröße von 8,9 Zoll. Damit spielt es in einer ähnlichen Liga wie Apples iPad Air (9,7 Zoll). Auch das Seitenverhältnis 4:3 ist das gleiche wie beim Apple-Tablet. Die Displayauflösung liegt leicht unter dem QHD-Standard. Mit 2048 x 1536 Pixeln hat das Nexus 9 eine Pixeldichte von 288 ppi. Durch zweimaliges Antippen kann das Display aus dem Ruhemodus aufgeweckt werden.

Das Gehäuse des Tablets besteht überwiegend aus Kunststoff, lediglich der Rahmen ist aus gebürstetem Metall. Im Vorfeld war spekuliert worden, dass HTC das Nexus 9 ähnlich wie bei seinen Spitzen-Smartphones HTC One (M7) und One (M8) in Aluminium kleiden würde. Ein Merkmal teilen sich das HTC One und das Nexus 9 aber: die "BoomSound"-Stereolautsprecher auf der Vorderseite, die bei Spielen und Videos für satten Klang sorgen.

"Schnellster Prozessor der Welt"

Im Innern des Tablets taktet ein Chipsatz von Nvidia. Der Hersteller ist außerhalb des Tablet- und Smartphone-Sektors vor allem für seine Grafikkarten bekannt. Vom Tegra K1 gibt es zwei Versionen, eine mit vier Kernen und 32-Bit-Architektur und eine mit zwei Kernen und 64-Bit-Architektur ("K1 Denver"). Im Nexus 9 kommt der 64-Bit-Chip zum Einsatz – das ergibt Sinn, da auch Android Lollipop die Architektur unterstützt. Der Chipsatz soll laut Nvidia der "schnellste Mobilprozessor der Welt" sein und dank der Kepler-Grafikeinheit vor allem durch eine hervorragende Grafikdarstellung überzeugen. Flankiert wird der Dual-Core-Prozessor von 2 Gigabyte Arbeitsspeicher.

Die Hauptkamera auf der Geräterückseite nimmt Fotos mit maximal acht Megapixeln auf, die Frontkamera bietet eine Auflösung von 1,6 Megapixeln.

Google bietet den Nexus Player wohl vorerst nicht in Deutschland an.
Google bietet den Nexus Player wohl vorerst nicht in Deutschland an.(Foto: Google)

Das Nexus 9 wird in den Farben Schwarz, Weiß und Sand verfügbar sein, zur Auswahl stehen eine Variante mit WLAN- und eine mit LTE-Modul. Der interne Speicher fasst entweder 16 oder 32 Gigabyte. Das Nexus 9 kann bereits vorbestellt werden, Verkaufsstart ist am 3. November. Die schwarze Variante kostet beim Online-Händler Amazon.de aktuell 399 Euro (16 GB) oder 489 Euro (32 GB).

Nexus Player US-only?

Der Nexus Player wird von Asus produziert. Der Hersteller zeichnete bereits für die erste und zweite Generation des Nexus 7 verantwortlich. Es ist das erste Streaming-Gerät für Googles Fernsehplattform Android TV und geht als Konkurrent zu Amazons Fire TV sowie Apple TV ins Rennen. Der Nexus Player dient zum Streamen von Musik, Filmen und Videos und zugleich als Spielkonsole. Spiele können mit einem Gamepad am heimischen HDTV-Fernseher angefangen und dann nahtlos auf dem Smartphone oder Tablet weitergespielt werden. Außerdem unterstützt der Nexus Player Google Cast, womit Medien von Chromebooks und den meisten Apple- und Android-Geräten direkt zum Fernseher gestreamt werden können.

Der Nexus Player kann in den USA ebenfalls ab dem 17. Oktober vorbestellt werden, wie das Nexus 9 geht er dort anschließend am 3. November in den Verkauf. In der deutschen Version von Sundar Pichais Blogposts fehlt der Nexus Player, es gibt auch keine deutsche Produktseite. Vorerst wird das Gerät offenbar nur in den USA verkauft.

Android 5.0 Lollipop

Die neuen Google-Geräte werden ab Werk mit dem neuen Android Lollipop ausgestattet sein. Google hatte die neueste Version seines mobilen Betriebssystems bereits im März auf seiner Entwicklerkonferenz I/O vorgestellt und App-Entwicklern eine Vorabversion zur Verfügung gestellt. Lollipop unterscheidet sich optisch deutlich von seiner Vorgängerversion, Google nennt den Neuanstrich "Material Design". Zentral steht dabei für Google ein einheitliches Aussehen auf allen Display-Größen und eine nahtlose Verbindung mehrerer Geräte, egal ob Smartphone, Tablet oder Fernseher.

Die Auslieferung des Updates für andere Geräte soll in den kommenden Wochen erfolgen. Zuerst werden die Vorgänger-Generationen der Nexus-Reihe bedacht (Nexus 5, 7, 10 und die Geräte der Google-Play-Edition), danach werden auch Hersteller wie Motorola, Samsung, Sony, LG und HTC ihre aktuellen Spitzenmodelle mit der neuen Software versorgen.

Quelle: n-tv.de

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