Technik

Meist doch nicht umsonst: Gratis-Apps sammeln Daten

Gratis-Apps kosten kein Geld - bezahlen müssen Nutzer aber häufig trotzdem. Und zwar mit ihren persönlichen Daten. Besonders kleine, scheinbar simple Apps sind oft besonders neugierig.

Gratis-Mentalität bei Smartphone-Nutzern: Die große Mehrheit der in Deutschland heruntergeladenen Apps ist kostenlos.
Gratis-Mentalität bei Smartphone-Nutzern: Die große Mehrheit der in Deutschland heruntergeladenen Apps ist kostenlos.

Ob Android oder iPhone: Smartphones werden immer beliebter. Ein Grund dafür ist die riesige Auswahl an Apps: Im Android Play Store und bei iTunes stehen mittlerweile über 600.000 Anwendungen zur Auswahl, kostenlose wie kostenpflichtige. Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland fast eine Milliarde der Anwendungen heruntergeladen, wie der IT-Branchenverband Bitkom mitteilt.

Dabei sind Gratis-Apps zwar kostenlos - Smartphone-Besitzer müssen dabei aber oft Daten preisgeben. Denn solche Apps finanzieren sich häufig nicht nur durch Werbung, sondern auch durch Datensammelei. Nutzer holen sich mit dem Programm oder Spiel ein sogenanntes Ad- oder Tracking-Modul auf ihr Telefon, erklärt die Zeitschrift "c't". Solche Module sind dazu gedacht, den App-Entwicklern Infos über die Verwendung ihres Programms zu geben - gleichzeitig können die gesammelten Daten aber auch bei Werbeanbietern landen. Besonders kleine, scheinbar simple Apps enthalten oft gleich mehrere Datensammler.

Gespeichert werden zum Beispiel die Telefonnummer, der Netzanbieter und der Name des Geräts. Vor allem Apps für das Google-Betriebssystem Android übertragen den Angaben nach auch GPS-Koordinaten, also den Aufenthaltsort des Nutzers.

Wehren kann sich ein Smartphone-Besitzer dagegen kaum. Unter Android kündigen Apps bei der Installation immerhin an, auf welche Daten und Funktionen sie zugreifen. Wenn der Nutzer damit nicht einverstanden ist, bleibt ihm nur, die App nicht zu installieren. Im Apple-Betriebssystem iOS hat theoretisch jede App Zugriff auf das gesamte Gerät. Nur bestimmte persönliche Daten werden auf iPhones und iPads gesondert geschützt.

Smartphone-Besitzer haben allein in Deutschland im Jahr 2011 rund 962 Millionen Apps auf ihre Mobiltelefone geladen. Der Zuwachs entspricht 249 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als 386 Millionen Apps herunter geladen wurden, wie Bitkom mitteilt. Die große Mehrheit (88 Prozent) der weltweit rund einer Million verfügbaren Apps ist den Angaben zufolge kostenlos. Nur jede achte Anwendung (12 Prozent) kostet Geld.

Quelle: n-tv.de

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