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Auf dem 5,9 Zoll großen Display des HTC One Max haben viele Widgets und Apps Platz.
Auf dem 5,9 Zoll großen Display des HTC One Max haben viele Widgets und Apps Platz.(Foto: kwe)
Dienstag, 29. Oktober 2013

HTC-Phablet mit Fingerabdruck-Sensor: Ist One Max ein echter Note-3-Gegner?

Von Klaus Wedekind

HTC versucht mit einer Phablet-Version seines schicken One-Smartphones dem Galaxy Note 3 von Samsung Käufer abzuluchsen. Ist das Gerät dafür gut genug? Oder reicht es nicht, einfach nur ein Erfolgsmodell zu maximieren und einen Fingerabdruck-Sensor einzubauen?

Das HTC One Max zu testen, ist eigentlich eine einfache Sache. Schließlich hat der taiwanische Smartphone-Hersteller zum One unter der Haube kaum etwas verändert. Allerdings hat der große Bruder auf der Rückseite deutlich sichtbar einen Fingerabdruck-Sensor, der möglicherweise auch der Grund dafür ist, dass die darüber sitzende Kamera ihres optischen Bildstabilisators beraubt wurde.

Beim One Max kann man die Rückseite abnehmen.
Beim One Max kann man die Rückseite abnehmen.(Foto: kwe)

Außerdem ist das Max das erste One, bei dem man die Aluminium-Rückseite abnehmen kann, um die SIM- oder eine microSD-Karte einzuschieben. Damit der Riesen-Deckel festsitzt, hält ihn eine Arretierung fest, die mit einem Schiebeknopf an der rechten oberen Seite gelöst werden kann. Zumindest beim Testgerät macht die Lösung einen soliden Eindruck und bis auf eine leicht federnde Ecke sitzt der Deckel fest. Das One Max macht daher einen ähnlich hochwertigen Eindruck wie das One Mini. Leider hat es auch die breiten Plastikseiten des kleinen Geräts geerbt und wirkt daher nicht ganz so edel wie das One mit glänzenden Metallkanten.

Zu groß für die Hosentasche

Das One Max ist mit 217 Gramm rund 50 Gramm schwerer als das Galaxy Note 3 und übertrifft es mit 164 x 83 x 10 Millimetern auch deutlich bei den Maßen. Im Test war das Gerät eigentlich immer im Rucksack oder in der Jackentasche untergebracht. Vorne kann man sich den Klopper nicht in die Hose stecken, es sei denn, man möchte sich nie hinsetzen. Dafür scheint das große Körpervolumen für die Resonanz der beiden Stereo-Lautsprecher von Vorteil zu sein – der Sound klingt noch einen Tick satter als beim "normalen" One.

Die wichtigsten Spezifikationen
  • Prozessor: Qualcom Snapdragon 600, vier Kerne, 1,7 Gigahertz
  • Arbeitsspeicher (RAM): 2 Gigabyte
  • Interner Speicher: 16 Gigabyte, erweiterbar
  • Display: 5,9 Zoll, 1.920 x 1.080 Pixel (350 ppi)
  • Kameras: hinten 4 Megapixel, vorne 2,1 Megapixel
  • Akku: 3300 Milliamperestunden
  • Sensoren: Gyro, Beschleunigung, Näherung, Umgebungslicht, Fingerabdruck
  • LTE, NFC, Bluetooth 4.0
  • Betriebssystem: Android 4.3
  • Maße: 164 x 82,5 x 10,29 Millimeter
  • Gewicht: 217 Gramm

Das Display des HTC One Max ist eine 5,9 Zoll große Pracht, die mit rund 350 ppi und sehr guten Blickwinkeln, natürlichen Farben und schönen Kontrasten glänzt. Allerdings hat HTC offenbar die maximale Helligkeit beschränkt, was zwar einerseits den Akku schont, andererseits bei Sonnenlicht den sonst hervorragenden Eindruck des Bildschirms etwas trübt. Zwar ist es schwer, die Batterieleistung in wenigen Test-Tagen einzuschätzen. Aber der Akku macht durchaus den Eindruck, dass er auch bei hellerem Display kein Problem hätte, das Gerät locker über den Tag zu bringen.

Fingerübung auf der Rückseite

Bei der Präsentation des One Max erweckte der Fingerabdruck-Sensor auf der Rückseite den Verdacht, eine nette Spielerei, aber keine echte Bereicherung für Nutzer zu sein. Tatsächlich hat sich im Test dieser Eindruck nicht ganz bestätigt. Ein Finger ist schnell erfasst, meistens reicht es, drei Mal über den Sensor zu streichen. Wichtig ist dabei, das Gerät so zu halten, wie man es auch sonst tun würde. Denn im Gegensatz zum iPhone 5S, wo es keine Rolle spielt, in welchem Winkel man auf den Home-Button drückt, muss man beim HTC One Max immer in die gleiche Richtung und im möglichst gleichen Winkel über den Sensor streichen.

Der Fingerabdruck-Sensor benötigt etwas Übung, ist dann aber doch recht einfach zu verwenden.
Der Fingerabdruck-Sensor benötigt etwas Übung, ist dann aber doch recht einfach zu verwenden.(Foto: kwe)

Das scheint kompliziert zu sein, ist es aber nicht. Tatsächlich klappt das Entsperren des Geräts so meistens auf Anhieb und erfordert nur selten einen zweiten Streicher. Nach mehreren Fehlversuchen muss man ein vorher festgelegtes Passwort eingeben. Insgesamt kann man drei Finger einscannen, die das One Max nicht nur entsperren, sondern auch eine beliebig wählbare App sofort starten können.

Eine Bewegung zu viel

Mehr als zwei Finger werden aber vermutlich die wenigsten Max-Besitzer wirklich nutzen. Denn komfortabel finden nur die Zeigefinger ihr Ziel. Bei allen anderen Fingern wird der Scan zu einer umständlichen Übung, die man sich sparen kann. Außerdem verschmiert man in der ersten Zeit häufig die Kamera, während der Finger nach dem Sensor tastet. Nach spätestens zwei Tagen hat man den Dreh aber raus. Einen großen Nachteil gegenüber einem Sensor im Home-Button kann aber selbst die größte Routine nicht ausbügeln: Da man vor dem Scan erst den Einschalt-Knopf drücken muss, ist beim HTC One Max immer eine Fingerbewegung mehr nötig als beim iPhone 5S.

Was die Sicherheit des Fingerabdruck-Sensors betrifft, gilt vermutlich das Gleiche wie beim iPhone 5S: Vermutlich kann man unter Idealbedingungen mit viel Arbeit den Sensor mit einer Kopie überlisten, aber im Alltag dürfte dies kaum einem Dieb gelingen. Wie gut die biometrischen Daten auf dem Smartphone aufgehoben sind, hat HTC bisher nicht verraten. Es könnte aber sein, dass sie trotz guter Verschlüsselung nicht so sicher sind wie im Kern von Apples 64-BIT-Chip.

Alles in allem kann man sagen, dass das HTC One Max ein schönes und hochwertiges Phablet ist, dessen Fingerabdruck-Scanner durchaus eine Bereicherung darstellt. Allerdings bietet das Smartphone nicht die vielen Spezial-Funktionen, mit denen das Samsung Galaxy Note 3 überzeugt. Man kann zwar auch für das Max einen Stylus kaufen, doch außer für die "Kritzelei-App" gibt es dafür beim HTC-Phablet keine Verwendung. Wer allerdings beim Note den Stift ohnehin stecken ließe, kann auch zum schöneren HTC One Max greifen.

Quelle: n-tv.de

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