Technik
Ultra und Play: HTC schickt die U-Reihe in vier Farben in den Verkauf.
Ultra und Play: HTC schickt die U-Reihe in vier Farben in den Verkauf.(Foto: kwe)
Donnerstag, 12. Januar 2017

Weltbeste Smartphone-Kamera?: HTC U Ultra will's wissen

Von Johannes Wallat

Mit zwei neuen Smartphones will HTC zurück zu alter Größe: Das U Play ist handlich und stark, das U Ultra ein großes Biest mit der vielleicht weltbesten Smartphone-Kamera. Neben der Technik ist auch das Design der U-Reihe erfreulich frisch.

Als im Jahr 2013 das HTC One M7 erschien, waren sich Fachpresse und Smartphone-Nutzer einig: Das Flaggschiff war eine technische und gestalterische Glanzleistung. An diesen Erfolg konnte HTC seitdem nicht mehr anknüpfen, die Nachfolgemodelle bekamen durchwachsene Kritiken, das HTC 10 wurde von den Experten zwar gelobt, von den Käufern aber kaum noch beachtet. Jetzt will HTC das Ruder herumreißen und schickt dafür zwei neue Smartphones ins Rennen, die eine neue Gerätefamilie einläuten: das U Play und das U Ultra.

Frisches Design

Schöne Lichtreflexe: Das U Ultra und das U Play haben Rücken aus Glas.
Schöne Lichtreflexe: Das U Ultra und das U Play haben Rücken aus Glas.(Foto: kwe)

Auffälligster Unterschied zur One-Reihe ist das Design: Statt auf Metall setzt HTC hier auf ein Gehäuse aus Glas, umrahmt von einem dezenten Metallrahmen in der gleichen Farbe, der kaum ins Auge sticht. Sowohl beim 5,7-Zoll-Riesen U Ultra als auch beim U Play mit 5,2-Zoll-Display wirkt das Design sehr homogen, mit fließenden Formen und kaum sichtbaren Übergängen, abgesehen vom leicht hervorstehenden Kameramodul auf der Rückseite. Beim U Play soll Gorilla Glass 3 verhindern, dass Kratzer entstehen. Beim U Ultra kommt Gorilla Glass 5 zum Einsatz.  

Das U Ultra ist das Flaggschiff der U-Reihe. Es hat ein großes und scharfes 2K-Display und oben rechts ein zweites kleines Display, das auf 2 Zoll Benachrichtigungen, häufig genutzte Kontakte oder Apps anzeigt – ähnlich wie es LG mit dem V10 und einigen anderen Modellen macht. Vier Mikrofone sorgen für gute Spracherkennung auch aus der Ferne, ähnlich wie Amazons Echo-Geräte soll das Ultra seinen Besitzer aus bis zu zwei Metern Entfernung jederzeit hören können. Es reagiert auf gesprochene Befehle und kann per Sprache entsperrt werden - HTC verspricht fälschungssichere biometrische Stimmerkennung, außerdem wenig Energieverbrauch trotz Always-On-Funktion.

Schlauer Begleiter: Der Sense Companion

Technische Daten
  • System: Android 7 Nougat
  • Display Ultra: LCD, 5,7 Zoll, Quad HD (2560x1440p)
  • Display Play: LVCD, 5,2 Zoll, Full HD (1920x1080p)
  • Prozessor Ultra: Qualcomm Snapdragon 821, 2,15 GHz
  • Prozessor Play: MediaTek Helio P10, 2GHz
  • Arbeitsspeicher Ultra: 4 GB
  • Arbeitsspeicher Play: 3 GB
  • Interner Speicher Ultra: 64 / 128 GB + microSD
  • Interner Speicher Play: 32 GB + microSD
  • WLAN ac, LTE Cat. 6 (Play), Cat. 11 (Ultra)
  • Kamera Ultra: 12 MP Ultrapixel, f/1.8, OIS
  • Kamera Play: 16 MP, f/2.0, OIS
  • Frontkamera: 16 MP, f/2.0
  • Akku Ultra: 3000 mAh
  • Akku Play: 2500 mAh
  • USB-C, USB 3.1
  • Maße Ultra: 162,41 x 79,79 x 3,6-7,99 mm
  • Maße Play: 145,99 x 72,9 x 3,5-7,99 mm
  • Gewicht Ultra: 170 g
  • Gewicht Play: 145 g

Cleverer Kern des U Ultra ist der sogenannte Sense Companion, eine Software, die mit künstlicher Intelligenz ausgestattet und lernfähig ist. Sie soll so helfen, auf dem zweiten Bildschirm wichtige Informationen zu priorisieren oder dem Nutzer zum richtigen Zeitpunkt nützliche Tipps zu geben. Anhand von Akkustand und Einträgen im Kalender kann es ihn auch warnen, wenn das Handy aufgeladen werden muss, um durch den Tag zu kommen. Der digitale Assistent hat zum Start der U-Reihe noch nicht ausgelernt und wird mit Updates über den Play Store aufgemotzt.

Auf dem kleineren und schwächer ausgestatteten U Play kommt ebenfalls der Sense Companion zum Einsatz, hier gibt's aber weder zwei Displays noch vier Mikrofone - das Play muss sich mit der Standardausstattung begnügen. Das heißt in diesem Fall: etwas schwächerer Prozessor und "nur" Full-HD-Display, aber immer noch eine mehr als alltagstaugliche Ausstattung.

Natürlich setzt HTC bei beiden auf die Kamera-Qualitäten: Das Play kommt mit 16-Megapixel-Knipse, optischem Bildstabilisator (OIS), einer lichstarken Blende f/2.0 und Auto-HDR-Modus. Die Frontkamera hat 16 Megapixel und einen Extra-Ultrapixel-Modus für wenig Licht, ebenfalls Auto-HDR sowie einen Panorama-Modus.

Starke Kamera mit Potenzial

Beim Ultra ist die Frontkamera identisch, doch die Rückkamera ist noch etwas stärker und könnte sich in Sachen Bildqualität an die Spitze der Smartphone-Kameras setzen. Schließlich hat HTC Googles Pixel gebaut, und das wurde beim renommierten Test von DxOMark zum besten Kamera-Smartphone aller Zeiten gekürt.

Die 12-Megapixel-Kamera des U Ultra baut auf der Google-Pixel-Knipse auf, sie hat große Bildpunkte (Ultrapixel, 1,55 Mikrometer), eine lichtstarke Blende f/1.8, einen optischen Bildstabilisator, eine Mischung aus Phasenerkennungs- und Laser-Autofokus und manuelle Einstellungsmöglichkeiten. Damit sollte das U Ultra in der Lage sein, erstklassige Bilder zu schießen - beweisen kann das natürlich erst ein ausführlicher Praxistest.

In den Handel sollen beide Geräte noch im Februar vor dem Start der Technikmesse MWC kommen, die Ende des Monats in Barcelona stattfindet. Ultra und Play kommen in den Farbvarianten Schwarz und Blau, außerdem wird es eine weiße und eine pinke Ausführung geben. Das Ultra kostet mit 64 Gigabyte internem Speicher 749 Euro (UVP), eine Deluxe-Version mit 128 Gigabyte Speicher und einer Front aus kratzfestem Saphirglas wird 849 Euro kosten. Das Play geht mit 32 Gigabyte internem Speicher für 449 Euro UVP in den Verkauf.

Quelle: n-tv.de

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