Technik
(Foto: Maluuba)

Geniales Teamwork: KI knackt Mega-Highscore bei Ms. Pac-Man

Noch nie hat jemand die höchstmögliche Punktzahl bei Ms. Pac-Man erreicht. Jetzt hat eine KI den Mega-Score geknackt. Die Entwickler wählten dafür eine clevere Herangehensweise.

Am Kultspiel Pac-Man und seinem Nachfolger, Ms. Pac-Man, haben sich Generationen von Gamern die Zähne ausgebissen. Doch wie sehr sie sich auch anstrengten, die höchstmögliche Punktzahl hat bei Ms. Pac-Man bisher niemand erreicht. Hier steuert man eine weibliche Spielfigur durch komplexere Labyrinthe als beim Vorgänger, das Limit liegt bei 999.990 Punkten. Unmöglich, das zu erreichen? Bisher schon. Doch eine unter dem Dach des Microsoft-Ablegers "Maluuba" entwickelte Künstliche Intelligenz hat jetzt das perfekte Spiel geschafft - sie hat Ms. Pac-Man durchgespielt.

Die archaisch anmutende Grafik des Games und das simple Spielprinzip sollten nicht über seine Komplexität hinwegtäuschen. Tatsächlich wurde Ms. Pac-Man gerade deshalb ausgewählt, weil das Spiel so schwer ist und es eine menschenähnliche Intelligenz erfordert, um gut abzuschneiden. "Kein Mensch oder KI hat jemals diesen Punktestand erreicht. Grund ist die Komplexität des Spiels und die limitierte Anzahl Leben", heißt es in dem Video, das das Deep-Learning-Startup Maluuba veröffentlicht hat und das bei "Winfuture" zu sehen ist.

Teamwork-Ansatz

Bemerkenswert ist bei der Leistung der KI aber nicht nur, dass sie das bisher Unmögliche geschafft hat. Interessant ist vor allem die Herangehensweise der Forscher. Anstatt ein einziges KI-System mit der Lösung dieser hochkomplexen Aufgabe zu betrauen, haben die Entwickler einen Teamwork-Ansatz gewählt und die große Aufgabe in viele kleine Einzelteile zerlegt: Sie wiesen zahlreiche KI-Agents an, jeweils eine Teilaufgabe des Spiels möglichst perfekt zu meistern. So ist einer nur dafür zuständig, den besten Weg durchs Labyrinth zu finden, ein anderer hat die Aufgabe, den Geistern auszuweichen. Insgesamt arbeiteten rund 150 KI-Agents zusammen.

Um zu vermeiden, dass in der Zusammenarbeit aller Komponenten ein heilloses Durcheinander entsteht, führten die Forscher ein Hierarchiesystem ein. Eine Art Ober-Agent bekommt von den untergeordneten Instanzen Vorschläge und entscheidet auf deren Basis, was zu tun ist. Wenn der Punktesammler-Agent zum Beispiel geradeaus gehen will, der Geister-Agent aus dieser Richtung aber Gefahr wittert, dürfte die Chef-Instanz dem Geister-Agent folgen und einen anderen Weg wählen, um zu überleben.

Die spielerische Lösung der schier unlösbaren Aufgabe hat auch ganz praktische Hintergründe, betont Informatik-Dozentin Doina Precup von der McGill University in Montreal, die am Projekt beteiligt war. Das Verfahren der Wissenschaftler könne demnach die Entwicklungen in der KI-Forschung entscheidend voranbringen, sagt sie. Denn mit ihm könnten KI-Systeme extrem komplexe Aufgaben wesentlich eleganter und effizienter lösen als bisher.    

Quelle: n-tv.de

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