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Libratus hat bewiesen: Eine KI kann auch bluffen.
Libratus hat bewiesen: Eine KI kann auch bluffen.(Foto: Youtube)

Libratus zockt besser als Profis: Künstliche Intelligenz schlägt Poker-Asse

Wer hätte das gedacht? Eine Künstliche Intelligenz zieht bei einem Poker-Turnier in den USA vier Top-Profis die Hosen aus. Die Zocker-Asse haben nicht mal den Hauch einer Chance.

Als Googles Künstliche Intelligenz (KI) AlphaGo im vergangenen Jahr einen Go-Meister Lee Se Dol besiegte, erschien dies irgendwie logisch. Computer-Algorithmen sind dazu geschaffen, hochkomplexe Zusammenhänge zu verarbeiten und daraus und Strategien zu entwickeln. Dass eine Maschine aber auch in einem Spiel wie Poker dominieren kann, hielten Experten bisher für sehr unwahrscheinlich. Doch genau dies ist dem Computerprogramm "Libratus" der Carnegie Mellon University jetzt gelungen. Die KI gewann gegen vier Top-Profis das Turnier "Brain vs. Artificial Intelligence".

Poker-Asse machen kaum einen Stich

Libratus ist dabei nicht nur als Sieger vom Tisch gegangen, die KI hat die Poker-Asse nach Strich und Faden abgezogen und fast 800.000 Dollar kassiert, berichtet "Newsweek". Wie schlimm die Profis Prügel bezogen, zeigt ein Artikel von "Pokerfirma.com", der kurz vor dem Finale online ging. Erst am vierten Tag des Turniers hätten die menschlichen Spieler ihren ersten Gewinn einfahren können. Nachdem sie am sechsten Tag auch mal die KI richtig abkassieren konnten, schlug Libratus gnadenlos zurück. An einem Tag habe keiner der Profis ein Plus erspielen können, während Libratus rund 240.000 Dollar eingefahren habe, so der Zwischenbericht.

"Der Bot wird jeden Tag besser", zitiert die Carnegie Mellon University einen der deklassierten Poker-Asse kurz vor der Niederlage. "Er ist wie eine bessere Version von uns. Immer wenn wir eine Schwachstelle gefunden haben, lernt er von uns und am nächsten Tag ist die Schwachstelle verschwunden." Das überrascht die Libratus-Entwickler nicht, denn das Programm nutzt einen Supercomputer, der jeden Spieltag analysiert und die Strategie anpasst.

Bluffen geht nicht? Von wegen!

Wie erstaunlich der Poker-Triumph der KI ist, zeigt eine Aussage, die der Leiter des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) im vergangenen Oktober machte. Die Computer-Algorithmen könnten keine emotionale und keine soziale Intelligenz entwickeln, so Wahlster in einem Bericht der "Zeit". Ihnen gelinge es nicht, ein Pokerface aufzusetzen, geschweige denn zu bluffen.

Da hat sich der Professor wohl gründlich getäuscht. Wie die Schöpfer der Zocker-KI schreiben, ist Libratus in der Lage, ein "Spiel der unvollkommenen Informationen zu spielen, das von der KI verlangt zu bluffen und Desinformationen korrekt zu interpretieren." Eine reine Spielernatur ist Libratus aber nicht. Er könne seine Fähigkeiten in vielen Fällen einsetzen, wo Entscheidungen aufgrund unvollkommener Informationen gefällt werden müssen, scheibt die Universität, beispielsweise bei Geschäftsverhandlungen oder für Militärstrategien.

Quelle: n-tv.de

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