Technik

Mobiles Breitband für alle: LTE-Ausbau läuft rasant

Bevor die Netzbetreiber mit LTE Kasse machen, müssen sie dafür sorgen, dass auch Gegenden, in denen es keine DSL-Anschlüsse gibt, mit schnellem Internet versorgt werden. Und das klappt ganz gut, wie eine neue Studie der Bitkom zeigt. Nirgends in Westeuropa geht der Ausbau schneller voran als hier. Einen Haken hat dich Sache aber: Bislang sind die Tarife noch teuer.

In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern werden in den nächsten Monaten flächendeckend LTE-Antennen aufgestellt.
In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern werden in den nächsten Monaten flächendeckend LTE-Antennen aufgestellt.

Der Ausbau des schnellen Mobilfunkstandards LTE (Long Term Evolution) in Deutschland geht offenbar zügig voran. Die Zahl der mobilen Breitbandanschlüsse werde voraussichtlich von 100.000 Ende 2011 auf 34 Millionen Ende 2016 klettern, teilte der Branchenverband Bitkom mit. Damit würden dann 41 Prozent der Bundesbürger mit einem schnellen Internetzugang über LTE versorgt sein. Deutschland hätte damit in Westeuropa, wo der Anteil im Schnitt bei 37 Prozent liegt, eine Spitzenposition inne.

Die Auflagen der Bundesnetzagentur haben sich demzufolge nicht negativ auf die Etablierung des Standards ausgewirkt. In Deutschland mussten sich die Netzbetreiber verpflichten, zunächst die weißen Flecken im Breitbandausbau mit LTE zu schließen. Das war vielfach als Wettbewerbsnachteil kritisiert worden. In 11 der 13 unterversorgten Bundesländer sind die Auflagen nach Angaben des Bitkom inzwischen erfüllt worden. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern stehe laut Bundesnetzagentur die flächendeckende Versorgung unmittelbar bevor.

Früher Start schafft Vorteile

Als größte Bremse sieht der Bitkom derzeit die schleppende Bearbeitung der Anträge durch die Bundesnetzagentur. Derzeit gebe es Verzögerungen bei der Genehmigung von Anträgen für die Aufrüstung bestehender Mobilfunkstationen mit LTE. Dadurch verzögere sich die flächendeckende Einführung. LTE wird derzeit vor allem von Kunden in jenen Regionen genutzt, in denen kein Festnetz-Breitband verfügbar ist. Wer die Technik nutzen will, braucht entsprechende Endgeräte wie Modems und LTE-Sticks. Auch LTE-Smartphones und Tablets werden demnächst auf den Markt kommen.

Grundlage der Prognosen ist eine Studie des European Information Technology Observatory (EITO). Danach werden in Großbritannien in vier Jahren 39 Prozent der Anschlüsse mit LTE online gehen, in Italien 35 Prozent und in Frankreich und Spanien jeweils 32 Prozent. Hierzulande habe LTE davon profitiert, dass die Telekom-Unternehmen bereits 2010 mit dem Ausbau begonnen hätten, erklärte der Bitkom. Bis 2015 dürften die Netzbetreiber bis zu zehn Milliarden Euro in den LTE-Ausbau gesteckt haben.

Erst kürzlich hat die Stiftung Warentest LTE-Technik und -Tarife untersucht. Die Verbindungsqualität hängt demnach stark vom Standort ab. Bei freier Sicht zum Sendemast waren die Verbindungen "beeindruckend schnell" und lagen mit 20 bis 40 Megabit pro Sekunde deutlich über der Geschwindigkeit durchschnittlicher DSL-Anschlüsse.  In weiter entfernten Gebäuden oder bei moderner Wärmeverglasung gibt es dagegen häufiger Probleme. Preislich sind DSL-Kunden auf jeden Fall besser dran: Während DSL-Komplettpakete für deutlich unter 30 Euro zu haben sind, fangen LTE-Tarife erst bei 40 Euro an.

Quelle: n-tv.de

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