Technik

Es ist eindeutig Topiary: Lulzsec-Sprecher vor Gericht

Dem auf den Shetlandinseln festgenommenen mutmaßlichen Lulzsec-Sprecher "Topiary" wird vor Gericht die Anklageschrift vorgelesen. Der 18-jährige Hacker muss sich unter anderem für einen Angriff auf die britische Behörde zur Bekämpfung von Cyberkriminalität verantworten. Ermittler finden auf seinem Computer persönliche Daten von 750.000 Nutzern.

Wird der 18-Jährige Einzelheiten über Lulzsec verraten?
Wird der 18-Jährige Einzelheiten über Lulzsec verraten?(Foto: Reuters)

Bereits wenige Tage nach seiner Festnahme auf den abgelegenen Shetlandinseln musste der mutmaßliche Sprecher der Hackergruppe Lulz Security (Lulzsec) in London vor Gericht erscheinen. Wie das Sophos-Blog "Nakedsecurity" berichtet, wirft die Staatsanwaltschaft dem 18-jährigen Jake Davis unter anderem unerlaubten Zugriff auf ein Computersystem und Beihilfe beziehungsweise Verschwörung zu Straftaten vor. Im Zentrum der Anklage gegen den als "Topiary" agierenden Hacker steht dabei offenbar eine sogenannte DDoS-Attacke auf die britische Behörde zur Bekämpfung von Cyberkriminalität SOCA (Serious Organised Crime Agency). Dabei wurden am 20. Juni die Server der Behörde durch eine Flut von automatisch generierten Anfragen lahmgelegt.

750.000 Nutzerdaten auf dem Laptop

Davis, der laut Sophos leidenschaftlich gerne Online-Schach spielt, wurde vergangene Woche auf der nördlichen Shetlandinsel Yell festgenommen. Zu diesem Zeitpunkt verbreitete die Polizei noch, der Hacker sei 19 Jahre alt. Weil der Ort so abgelegen ist und Topiary angeblich ein Täuschungsmanöver vorbereitet hat, kursieren Gerüchte, wonach die Polizei möglicherweise den Falschen geschnappt hat.

Der Fall scheint allerdings klar zu sein. Die Webseite "The Next Web" berichtet, dass Ermittler auf Davis' beschlagnahmtem Laptop persönliche Daten von rund 750.000 Nutzern fanden. Außerdem habe die Untersuchung des Computers ergeben, dass auf ihm der gefälschte Artikel über den angeblichen Tod des Medienmoguls Rupert Murdoch geschrieben wurde. Lulzsec hackte die Server der Boulevardzeitung "The Sun" und platzierte den Beitrag auf der Homepage.

Richter lässt Milde walten

Wie das Blogs "Forbes" schreibt, stellte der Richter zwar fest, dass Jake Davis in schwere Vergehen verwickelt sei. Da er aber erst 18 Jahre alt sei und er sich bisher nichts zu Schulden habe kommen lassen, sei es nicht nötig, ihn in Gewahrsam zu halten.

Davis wurde nach einem Augenzeugenbericht mit einer elektronischen Fußfessel versehen und dann freigelassen. Nachts muss er im Haus seiner Mutter in Ostengland bleiben. Außerdem hat er absolutes Internet-Verbot. Die Augenzeugin schreibt, der Junge habe eine Ausgabe des Buches "Free Radicals: the Secret Anarchy of Science" ("Freie Radikale: Die geheime Anarchie der Wissenschaft") dabeigehabt. Am 30. August muss Topiary wieder vor den Richter treten.

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Quelle: n-tv.de

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