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Manchmal wird das Gamepad vielleicht trotzdem noch gebraucht.
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150 Mitarbeiter werkeln an Inhalten: Microsoft baut "interaktives" TV

Von Roland Peters

Während die Konkurrenz mit Neuheiten hinterm Berg hält, fährt Microsoft eine Offensive. Nach der Enthüllung des Holo-TV-Projekts "IllumiRoom" folgen nun interaktive Fernsehsendungen. Bereits 150 Menschen sind damit in einem neuen Studio in Los Angeles beschäftigt. Zudem bekommt die Xbox womöglich eine kleine Schwester - die wohl Apple ärgern soll.

Die Konsolenkriege weiten sich womöglich auf den Filmmarkt aus: 150 Angestellte hat Microsoft bereits in Los Angeles darauf angesetzt, Fernsehinhalte, also Video-on-demand, selbst zu produzieren. Allerdings sollen diese Inhalte speziell aufbereitet werden.

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Dabei setzt Microsoft auch auf seine Bewegungssteuerung Kinect, die Zuschauer zu Akteuren machen kann. Mit Hilfe des Zusatzmoduls der Xbox-Spielkonsole sollen Nutzer selbst entscheiden dürfen, ob sie etwa traditionell die Folge einer Serie linear und passiv angucken, oder selbst eingreifen. Beispiele: In bestimmten Situationen einen Knopf drücken, eine Tür öffnen, eventuell auch eine Waffe ziehen - oder nicht.

Säuseln in Richtung Netflix

Zurzeit ist Netflix im Bereich Video-on-demand in den USA der Marktführer. Die Streaming-Videothek funktioniert plattformunabhängig und ist bislang auf allen aktuellen Spielkonsolen, dem PC, Mac, im Mobilbereich und auf Tablets verfügbar – wenn der Nutzer eine Internetverbindung hat.

"Hoffentlich" noch in diesem Jahr sollen laut Microsoft die ersten Sendungen verfügbar sein. Der Konzern will Netflix damit jedoch keine Konkurrenz machen, sondern "der freundlichste Mitstreiter in diesem Bereich sein", sagten die Microsoft-Köpfe Nancy Tellem und Yusuf Mehdi. Der Name des neuen Unternehmens, der "Xbox Entertainment Studios", ist dabei ein Wink mit dem kompletten Gartenzaun.

Bereits in den kommenden Wochen könnte Microsoft die nächste Generation seiner Spielkonsole Xbox ankündigen. Solche interaktiven Filme wären neben den üblichen Videospielen ein möglicher Grund, sich im kommenden Weihnachtsgeschäft eine Microsoft-Konsole zu kaufen. Zuletzt stellte der Konzern sein "Project IllumiRoom" vor, das in Verbindung mit "interactive video" zur Vorstufe eines "Holodecks" à la Raumschiff Enterprise werden könnte.

Nötig haben die Microsoft-Macher solche Argumente, denn Gerüchten zufolge wartet Sonys Playstation 4, die am 20. Februar vorgestellt werden soll, mit einigen Features auf, die der Konkurrenz das Fürchten lehren soll; etwa der Ultra-HD-Auflösung, die 3840 mal 2160 statt 1920 mal 1080 Bildpunkte darstellt.

TV-Box und neue Konsole?

Zusätzlich zur neuen Konsole, die so gut wie sicher kommt, hatten Ende vergangenen Jahres mehrere Insider bei Microsoft berichtet, der Konzern entwickle eine Niedrigpreisversion der Xbox, die nicht zum Spielen dienen soll, sondern als pures Mediacenter. Ein deutliches Zeichen an Konkurrent Apple, dem immer wieder die Entwicklung einer TV-Set-Top-Box nachgesagt wird.

Microsoft forciert offenbar seinen Schritt in den Hardwaremarkt, um im Softwarebereich nicht abgehängt zu werden. Es wird nicht wenige etablierte Hersteller von Fernseh-Hardware geben, die etwas dagegen haben.

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Quelle: n-tv.de

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