Technik
Video

Große Überraschung in New York: Microsoft zeigt Windows-10-Knaller

Von Johannes Wallat und Klaus Wedekind

Microsoft stellt in New York neue Spitzentechnik vor. Das Lumia 950 und das 950 XL sind die aktuellen Smartphone-Flaggschiffe, das Surface Pro 4 ist das neue High-End-Tablet - doch die große Überraschung kommt erst am Ende.

Microsoft zeigt in New York die lang erwarteten neuen Top-Smartphones aus der Lumia-Reihe, die ersten eigenen Modelle mit Windows 10 Mobile. Das Lumia 950 und das Lumia 950 XL sind die neuen Flaggschiffe der Amerikaner. Star der Präsentation sind aber das Surface Pro 4, ein Tablet mit Tastatur-Dock und Edel-Ausstattung, sowie ein völlig unerwartetes Gerät, das erst ganz am Schluss gezeigt wird.

Die beiden Lumia-Modelle sind die neuen Flagschiffe von Microsoft.
Die beiden Lumia-Modelle sind die neuen Flagschiffe von Microsoft.(Foto: kwe)

Microsofts neue Smartphones sind technische Höchstleistungen: das 5,2-Zoll-OLED-Display des Lumia 950 löst mit 2560 x 1440 Pixeln auf, das Lumia 950 XL hat bei 5,7 Zoll Displaydiagonale die gleiche Auflösung und ebenfalls einen OLED-Bildschirm. Das kleinere wird von einem Snapdragon 808 angetrieben, das XL hat den Snapdragon 810 unter der Haube, beiden stehen 3 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Neue Lumias

Intern haben beide 32 Gigabyte Speicherplatz, per Micro-SD-Karte lässt sich dieser um bis zu 200 Gigabyte erweitern. Die wechselbaren Akkus haben Kapazitäten von 3000 und 3340 Milliamperestunden und können drahtlos oder per Schnellladegerät aufgeladen werden. Beide haben einen USB-C-Anschluss sowie eine 20-Megapixel-Kamera mit dreifachem LED-Blitz für bessere Beleuchtung bei Blitz-Aufnahmen und optischen Bildstabilisator. Ebenfalls dabei: Eine eigene Kamerataste für schnelle Aufnahmen.

An Bord ist außerdem eine Gesichtserkennung für die sichere Anmeldung über Windows Hello - vorerst aber nur im Beta-Stadium. Großen Applaus gibt es für Continuum, das Smartphones zum Mini-PC macht. Mit dem passenden Dock mit HDMI- und Displayport sowie 3 USB-Anschlüssen wird das Lumia-Smartphone mit einem Monitor, Maus und Tastatur zum vollwertigen PC. Das Lumia 950 geht für 599 Euro in den Verkauf, das XL soll 699 Euro kosten.

Ein neues Mittelklasse-Smartphone ist ebenfalls Teil der Präsentation, das Lumia 550 für schmale 139 Euro. Es hat ein 5-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung. Als Prozessor kommt der 4-Kerner Snapdragon 210 mit 1 Gigabyte Arbeitsspeicher zum Einsatz, 8 Gigabyte interner Speicher stehen zur Verfügung, die Kamera löst mit 5 Megapixeln und die Frontkamera mit 2 Megapixeln auf.

HoloLens mit tragbaren Hologrammen

Auch zur Augmented-Reality-Brille HoloLens gibt es Neuigkeiten: Microsoft zeigt das "Mixed Reality"-Spiel "Project X-Ray", bei dem der Träger der HoloLens im eigenen Wohnzimmer gegen virtuelle Roboter kämpfen kann. Teil der Demonstration sind virtuelle Schusswaffen und Schutzschilde, die der Spieler direkt in den Händen trägt - tragbare Hologramme. Im ersten Quartal 2016 will Microsoft ein Entwickler-Paket mit HoloLens verkaufen, der Preis liegt bei 3000 US-Dollar.

Das Fitness-Armband Microsoft Band bekommt in New York ein Update. Der neue Tracker hat ein gebogenes Display, eingebautes GPS, Barometer, Schlafaufzeichnung, Kalorienzähler, einen UV-Sensor und bietet umfassende Einblicke in alle Daten, die das Armband aufzeichnet. Ende Oktober kommt das Band 2 in den Handel, der Verkaufspreis liegt bei 249 Dollar, für Europa gibt es noch keine Preisdaten.

Stärkeres und dünneres Surface Pro 4

Das Surface Pro 4, Microsofts neues Tablet mit Notebook-Ambitionen, wurde in New York ebenfalls präsentiert. Im Vorfeld waren, im Gegensatz zu den Lumia-Smartphones, kaum Informationen durchgesickert. Die Rede war von einem hauchdünnen Displayrand, der das Tablet in Verbindung mit einem Tastaturdock zum edlen 13-Zoll-Notebook machen sollte.

Tatsächlich hat das Surface Pro 4 ein 12,3-Zoll-Display mit einer Pixeldichte von 267 ppi. Es soll ausgestattet mit Intel Core-i5- oder Core-i7-Prozessoren 30 Prozent schneller sein als das Surface Pro 3 und rund 50 Prozent schneller als das MacBook Air. An Bord sind bis zu 1 Terabyte interner Speicher und bis zu 16 Gigabyte Arbeitsspeicher. Außerdem ist das neue Surface Pro nur noch 8,4 Millimeter dick und mit 766 Gramm auch leichter als der Vorgänger.

Zusammen mit dem neuen Surface zeigt Microsoft auch eine neue Docking-Station für Surface-Geräte sowie einen neuen Stift mit 1024 Druckstufen, der wie ein echter Bleistift eine Art Radiergummi an der Rückseite hat. Der Stift wird mittels Magneten am Tablet-Gehäuse festgehalten. Er kommt in fünf Farben und mit auswechselbaren Stiftspitzen. Neben dem digitalen Stift hat Microsoft auch das Tastatur-Cover verbessert. Es ist nun leichter und schmaler, hat ein größeres Trackpad und einen verbesserten Tastaturblock - und einen Fingerabdruckscanner.  Leistung und Ausstattung haben ihren Preis: Das günstigste Surface Pro 4 kostet in Deutschland knapp 1000 Euro, für die Premium-Version mit 16 GB RAM und 512 GB Speicher ruft Microsoft 2450 Euro auf. Für den Surface-Vorgänger zahlt man rund 600 Euro. Marktstart der neuen Generation ist der 26. Oktober.

Große Überraschung: Das Surface Book
Zusammengeklappt kommt das elegante Aluminiumgehäuse des Surface Book gut zur Geltung.
Zusammengeklappt kommt das elegante Aluminiumgehäuse des Surface Book gut zur Geltung.(Foto: kwe)

Am Schluss der Präsentation hat Microsoft dann noch eine große Überraschung: Das Surface Book, den ersten Laptop, den Microsoft jemals gebaut hat. Das Gehäuse ist aus Aluminium, das Display hat eine Diagonale von 13,5 Zoll mit einer Pixeldichte von ebenfalls 267 ppi, wie beim Surface Pro 4. An Bord sind Intel-Core-i5- oder i7-Prozessoren  und SSD-Speicher von 128 Gigabyte bis 1 Terabyte. Der Arbeitsspeicher ist wahlweise 8 oder 16 Gigabyte groß.

Ein Ausstattungsextra wird erst ganz zum Schluss verraten: Das Surface Book ist ein Convertible. Das Display kann abgenommen werden und wie ein Tablet auch ohne Tastatur verwendet werden. Außerdem lässt es sich um 180 Grad drehen und umgedreht wieder anstecken. In der Tastatur steckt ein Akku, der die Laufzeit von drei auf bis zu zwölf Stunden erhöhen soll, außerdem hat Microsoft hier optional eine Nvida-Geforce-Grafikeinheit untergebracht, die mit 1 Gigabyte GDDR5-Speicher ausgestattet ist. Das komplette Gerät misst zusammengeklappt 232,1 x 312,3 x 22,8 Millimeter, auseinandergeklappt ist es 13 Millimeter dick. Sein Gewicht: 1579 Gramm.

Das Surface Book kommt ebenfalls am 26. Oktober in den Handel. In den USA kostet es ab ab 1499 Dollar, Euro-Preise hat Microsoft noch nicht mitgeteilt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen