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Suchmaschinen freuen sich über "Snowden-Effekt": Nutzer flüchten vor NSA-Schnüffelei

Über "Prism" kommen die US-Geheimdienste an die Daten von Internetnutzern weltweit. Lieferanten sind Unternehmen wie Google, wie Ex-NSA-Mitarbeiter Snowden enthüllte. Andere Suchmaschinen locken mit strengen Datenschutzregeln - und erleben regen Zulauf.

Wer sucht im Internet was? Das interessiert auch die Geheimdienste, wie Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden enthüllte. Über "Prism" besorgen sich Behörden wie die National Security Agency bei Google und Co. Daten von Personen. Das bringt gute Zeiten für die Konkurrenz: Die Suchmaschine Ixquick und ihre Tochter startpage.com etwa verbuchten im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge einen Rekord bei den Zugriffszahlen.

Ixquick ist eine sogenannte Meta-Suchmaschine, das heißt, sie leitet die Anfragen weiter, auch an Google, und zeigt dem Nutzer die Ergebnisse an.

"Ansturm neuer Nutzer"

Nachdem Google seine Datenschutzbestimmungen Anfang 2012 änderte, verdoppelten sich die Suchanfragen nach Angaben des Unternehmens auf über 2 Millionen pro Tag. Nach den Snowden-Enthüllungen im vergangenen Sommer stieg die Zahl auf über 5 Millionen Suchanfragen täglich. Im Jahr 2013 wurden insgesamt über 1,25 Milliarden Suchanfragen von dem holländischen Unternehmen verarbeitet.

"Jedes Mal, wenn Edward Snowden neue Details über die Spionageaktivitäten der US-Regierung enthüllt hat, konnten wir einen Ansturm neuer Nutzer verzeichnen", erklärt Unternehmenssprecherin Katherine Albrecht. "Er hat versprochen, dass er 2014 noch mehr aufdecken will. Und soweit uns bekannt ist, hat er noch Material für mindestens zwei Jahre in der Hinterhand."

Seitenanzeige über Umweg

Anonymisierte Suchmaschinen treffen offenbar einen Nerv. Ixquick wirbt damit, auf die Sammlung jeglicher personenbezogener Daten zu verzichten. Auch IP-Adressen werden den Angaben zufolge nicht gespeichert. "Sollte eine Regierung an unsere Tür klopfen, gibt es für sie nichts zu holen", sagt Albrecht. Dafür gibt es unter jedem Suchergebnis einen Link, der die angezeigte Seite über den Umweg eines Proxy-Servers anzeigt. Die Ladezeiten werden dadurch länger, aber die IP-Adresse des Besuchers wird nicht an den Seitenanbieter kommuniziert.

Im Snowden-Fahrwasser bietet die Firma nun auch Startmail an; einen E-Mail-Dienst, der auf PGP-Verschlüsselung ("Pretty Good Privacy") setzt. Dieser befindet sich allerdings noch in der Betaphase.

Quelle: n-tv.de

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