Technik
Von vorn sieht das Max wie ein normales One aus.
Von vorn sieht das Max wie ein normales One aus.

Auch HTC scannt jetzt Fingerabdrücke: One Max fordert Galaxy Note 3 heraus

Von Klaus Wedekind

HTC setzt mit einer Phablet-Version seines Aluminium-Smartphones One zum Angriff auf das Samsung Note 3 an. Auch ein Fingerabdruck-Sensor ist an Bord des HTC One Max – allerdings funktioniert er etwas anders als beim iPhone 5S.

Auf der Rückseite hat das HTC One Max einen Fingerabdruck-Scanner unter der Kamera.
Auf der Rückseite hat das HTC One Max einen Fingerabdruck-Scanner unter der Kamera.

Vor allem in Asien sind Smartphones mit Bildschirmen jenseits der fünf Zoll sehr beliebt, aber auch in Europa kommen sogenannte Phablets immer mehr in Mode. Fast alle verkauften Riesen-Smartphones stammen dabei von Samsung, das mit der Note-Serie quasi eine eigene Geräteklasse geschaffen hat. HTC wird mit dem One Max dem neuen Galaxy Note 3 kaum ernsthaft Konkurrenz machen, könnte aber durch sein schickes Alu-Kleid und einen integrierten Fingerabdruck-Sensor auf der Rückseite zumindest einen Achtungserfolg landen.

Optisch entspricht das Max mehr dem Mini als dem One, da es wie das kleine HTC-Gerät an der Seite einen ähnlich breiten Polycarbonat-Rahmen hat. Der Größenunterschied ist jedoch gewaltig. Das One Max hat ein 5,9 Zoll großes Display, was das Mini mit seinem 4-Zoll-Bildschirm so aussehen lässt, wie es heißt. Das neue HTC-Phablet misst insgesamt stolze 164 x 83 x 10 Millimeter und bringt ordentliche 217 Gramm auf die Waage. Dadurch macht das Aluminium-Smartphone in der Hand zwar einen sehr guten Eindruck, dürfte aber kaum für Hosentaschen oder Anzugjacken tauglich sein. HTC-Produktmanager Fabian Nappenbach sieht auch eher Frauen mit Handtaschen oder Geschäftsleute mit Aktentaschen als Zielgruppe für das große One.

HTC ist kein Spaßverderber

Nachdem detaillierte Fotos des Riesen-Smartphones aufgetaucht waren, war HTC in Zugzwang.
Nachdem detaillierte Fotos des Riesen-Smartphones aufgetaucht waren, war HTC in Zugzwang.

Unter seinem prächtigen von Gorilla Glass 3 geschütztem Full-HD-Display bietet das Max weitgehend die gleiche Hardware wie das HTC One, auch der Prozessor ist ein Snapdragon 600 und - nicht wie von vielen erwartet – ein Snapdragon 800. Man habe bewusst auf ein Upgrade verzichtet, sagt Nappenbach. "Wir wollten den One-Besitzern nicht den Spaß an ihrem Smartphone verleiden, indem wir ein Smartphone mit stärkeren Spezifikationen auf den Markt bringen." Zwar steht noch ein ausführlicher Test aus, aber der mit 1,7 Gigahertz getaktete Vierkerner dürfte zusammen mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher auch in der älteren Ausführung kräftig genug für alle Aufgaben sein.

Wichtiger für die Alltagstauglichkeit des Phablets ist, dass sein Akku auch einen langen Arbeitstag problemlos bewältigt. Dafür hat HTC dem Max eine Batterie eingebaut, die mit einer Kapazität von 3300 Milliamperestunden durchaus das Zeug dazu haben könnte. Zusätzlich kann man für rund 90 Euro (UVP) ein Schutzcover mit integriertem Akku verwenden, das via Kontaktpins zusätzlich 1150 Milliamperestunden bereitstellt.

Erweiterbarer Speicher, Akku fest verbaut

Der Akku ist zwar nicht wechselbar, sitzt aber im Gegensatz zu den beiden anderen One-Geräten unter einer abnehmbaren Aluminium-Rückseite. Deshalb konnte HTC seinem Smartphone-Riesen auch einen Steckplatz für microSD-Karten einpflanzen, was die mit 16 Gigabyte relativ geringe Größe des internen Speichers wettmacht.

Auf der Rückseite des One Max befindet sich auch das neben seiner Größe auffälligste Merkmal des Geräts: ein Fingerabdruck-Sensor. Wie beim iPhone 5S speichert er im Chip kein Bild eines Abdrucks, sondern markante Merkmale. Anders als beim iPhone muss man aber zum Scannen mit dem Finger über den viereckigen Sensor streichen und immer die gleiche Bewegung machen. Bei Apples Touch ID genügt ein Druck im beliebigen Winkel auf dem Home-Button. Dafür ist die HTC-Lösung zumindest derzeit noch vielseitiger: Man kann mit einem Finger bis zu drei Apps direkt starten, die man zuvor mit eingescannten Abdrücken verknüpft hat.

Das HTC One Max kommt mit Android 4.3 und der neuesten Version der HTC-Benutzeroberfläche Sense. Unter anderem ist jetzt die Info-App Blinkfeed deinstallierbar und hat ein paar neue Funktionen erhalten. Man kann bequem eigene Themenkategorien festlegen, Instagram und Google+ wurden integriert, und man kann bis zu 120 Artikel herunterladen und offline lesen. Die App der Ultrapixel-Kamera erlaubt jetzt auch bei Videos, Bilder der Frontkamera einzublenden und für automatisch geschnittenen Clips (Video-Highlights) ist es jetzt möglich, eigene Songs in beliebiger Länge zu verwenden und selbst zu trimmen. Etwas überraschend ist, dass das Max wie das One Mini keinen optischen Bildstabilisator hat.

HTC will Sense 5.5 spätestens im November auch für das One und das One Mini zur Verfügung stellen. Ob und wann weitere, ältere Geräte ebenfalls aktualisiert werden, ist noch offen.

Das HTC One Max kommt bis Ende Oktober in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf den Markt. Die unverbindliche Preisempfehlung ist 699 Euro beziehungsweise 799 Schweizer Franken. Der "Straßenpreis" dürfte aber deutlich niedriger sein.

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Quelle: n-tv.de

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