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Youtube, App oder Live-Chat: Online-Nachhilfe spart Zeit und Geld

Für bessere Noten nehmen viele Schüler und Studenten Nachhilfe. Doch der klassische Weg ist längst veraltet - heute findet Nachhilfe oft über Youtube, per App oder im Live-Chat am PC statt.

Der Youtube-Kanal "The Simple Club" hat sich auf Lern-Videos spezialisiert. Die Beiträge sind ansprechend - cool, locker und mit einer Prise Humor. Sie zeichnen sich durch hohes Tempo, witzige Grafiken und einfache Bildsprache aus - genau das Gegenteil von vielen Unterrichtsstunden. Die ehemaligen Schüler Alex Giesecke und Nico Schork hatten die Idee zum Simple Club, als sie selbst im Abi saßen. Jetzt erklären sie anderen Schülern Mathe, Bio, Chemie und Physik, und das inzwischen schon in mehr als 1200 Kurzfilmen - und seit Kurzem auch per App.

Ihr "Unterricht" solle zwar hohe Qualität haben, er dürfe aber nicht wie Unterricht sein, erklärt Schork. Man wolle auf Augenhöhe mit den Zuschauern reden. Und das kommt an. Sechs Millionen Mal werden ihre Videos pro Monat aufgerufen, sie haben 950.000 feste Abonnenten. Einer von ihnen ist Joe aus Krefeld. Früher eher ein schlechter Schüler, heute hat der Abiturient nach eigenen Angaben einen Notendurchschnitt von 0,7. Joe ist kein klassischer Nachhilfe-Kandidat, dennoch schaut er sich die Videos der beiden YouTube Stars täglich an. "Ich denke, dass mich die Videos positiv unterstützt haben", sagt er.

Auch für Einserkandidaten

Nachhilfe ist längst nicht mehr nur etwas für Schüler mit schlechten Noten. Das zeigt auch eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung. "Das Erstaunliche ist, rund ein Drittel der Schüler, die Nachhilfe bekommen, haben gar keine schlechten Noten", betont Jörg Dräger von der Bertelsmann Stiftung. Die Einser-, Zweier- und Dreier-Kandidaten würden wahrscheinlich schon mit dem Blick auf ein gutes Abitur Nachhilfe nehmen. Manche machten das, so Dräger, schon im Grundschulbereich mit dem Blick auf den Wechsel aufs Gymnasium.  

Doch die private Extra-Förderung geht ins Geld. Durchschnittlich 87 Euro im Monat blättern Eltern dafür hin. Günstiger ist da häufig die Nachhilfe im Netz. Auch alteingesessene Anbieter wie "Schülerhilfe" und "Studienkreis" bieten neben der klassischen Lernunterstützung im Institut inzwischen auch die sogenannte Nachhilfe to go im Internet -  Erklärvideos, Hausaufgabenchats und Unterricht per Webcam.

Zeitvorteil

"Der große Vorteil der Online-Nachhilfe ist, dass man sehr viel Zeit spart und nicht zum Lehrer hinfahren muss", betont Maximilian Kröhnert von der Online-Nachhilfe Studienkreis. Außerdem könne man so auch mal zwischendurch eine Stunde Live-Nachhilfe bekommen, wo es die Zeit sonst nicht erlauben würde.  

Ein anderer digitaler Lernanbieter ist "Sofatutor". Hier gibt’s witzige und grafisch aufwändig umgesetzte Lernvideos, außerdem ebenfalls Einzel-Unterricht. Der Hausaufgabenchat für brennende Fragen zwischendurch läuft unter der Woche von 17 bis 19 Uhr. Bei Sofatutor gibt's sämtliche Fächer von Klasse 1 bis zum Abitur und vom Erstsemester bis zur Masterprüfung im Studium. Der Service ist jedoch nicht gratis, das ganze Paket kostet monatlich knapp 100 Euro. Für jüngere Schüler bis einschließlich Klasse 7 werden auf der Lernplattform "Scoyo" Themen des Unterrichts in Videos spielerisch aufgearbeitet und in kleinen Tests danach überprüft. Scoyo kostet ab 15 Euro pro Monat. 

Quelle: n-tv.de

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