Technik

WLAN-Klangkünstler für Fernseher: Raumfeld Soundbar klingt mächtig gut

Von Klaus Wedekind

Teufel-Tochter Raumfeld bietet einen Soundbar an, der nicht nur ausgezeichneten Ton bei Filmen und Spielen bieten soll, sondern auch Teil eines Multiroom-Systems à la Sonos ist. n-tv.de hat ihn unter den Fernseher gestellt.

Der erste Raumfeld-Soundbar kam zu spät auf den Markt, um noch ins Kandidatenfeld von Stiftung Warentest zu kommen, die Ende Oktober solche Klangkünstler fürs Heimkino getestet hat. Gute Geräte gibt's schon für ein paar Hundert Euro, stellte die Verbraucherorganisation damals fest. Aber mit guten Soundbars will die Berliner Lautsprecher-Schmiede gar nicht konkurrieren. Raumfeld tritt mit seinem 1300 Euro teuren Soundbar in der Oberklasse an, wo alles andere als "sehr gut" oder "hervorragend" nicht gut genug ist. Ob der Edel-Balken entsprechend klingt, hat n-tv.de getestet.

Schweres Gerät

Im Testaufbau verschwindet der Subwoofer unter Fernseher, Xbox und Playstation. Der Soundbar liegt ihnen zu Füßen.
Im Testaufbau verschwindet der Subwoofer unter Fernseher, Xbox und Playstation. Der Soundbar liegt ihnen zu Füßen.(Foto: kwe)

Wer den Raumfeld Soundbar kauft, hat ordentlich zu schleppen. Denn zum rund 9 Kilo schweren, knapp 1 Meter breiten Lautsprecher-Balken kommt noch ein 14 Kilo schwerer Subwoofer hinzu. Klasse Klang kommt selten aus kleinen Geräten - das gilt auch für Soundbars.

Das Design der beiden Bauteile ist klassisch elegant. Front und Seiten der Bar sind mit schwarzem Tuch bespannt, in der Mitte setzt eine schmale Aluminium-Platte mit Steuerelementen und Logo Akzente. Sicheren Stand findet das Gerät auf vier Aluminium-Füßen. Den Raumfeld Soundbar gibt's entweder komplett in Schwarz oder mit weißem MDF-Gehäuse und unlackiertem Aluminium. Die Verarbeitung ist makellos.

Alles Einstellungssache

Vier Lautsprecher sitzen vorne, zwei an den Seiten.
Vier Lautsprecher sitzen vorne, zwei an den Seiten.(Foto: Raumfeld)

Am Fernseher wird das Gerät am besten über HDMI-ARC angeschlossen, da dann bei CEC-Unterstützung der Soundbar über die TV-Fernsteuerung bedient werden kann. Wahlweise kann für den Ton auch der digital-optische Eingang gewählt werden. Wichtig ist, dass am TV-Gerät die richtigen Einstellungen vorgenommen werden. Beim Test-Panasonic war es zum Beispiel notwendig, die Audiowiedergabe auf PCM zu stellen. In den meisten Anleitungen finden sich entsprechende Hinweise. Der Soundbar wird entweder vor den Fernseher gestellt oder per mitgelieferter Halterung unter dem Fernseher an der Wand montiert.

Raffiniert ist der Subwoofer gebaut. Sein nur 12 Zentimeter hohes, aber 33 Zentimeter tiefes Gehäuse sitzt zwischen zwei massiven Metallplatten. Sie erlauben es, das Gerät flach oder vertikal aufzustellen. So kann er beispielsweise unterm Sofa oder dem TV-Tisch verschwinden oder hinter dem TV-Gerät an der Wand stehen. Sehr praktisch ist dabei, dass sich Soundbar und Bass-Box ohne Kabel selbstständig per 5-Gigahertz-Funk verbinden. Wegen seiner robusten Bauweise kann der Fernseher auch auf den Subwoofer gestellt werden - auch das Testgerät wurde auf diese Weise genutzt.

Bombastisch, aber sauber

Die drei Lautsprecher des Subwoofers sind nach unten gerichtet.
Die drei Lautsprecher des Subwoofers sind nach unten gerichtet.(Foto: Raumfeld)

Der Klang des Raumfeld Soundbar ist eine Wucht. Egal, ob Actionspektakel, TV-Show oder Konsolenspiel - das Gerät liefert mit seinen sechs 70-Millimeter-Tönern und 150 Watt Ausgangsleistung (Sinus) immer einen perfekten Ton bei stolzen 102 Dezibel Schalldruck. Stimmen sind klar zu verstehen, leise Geräusche fein definiert. Gewaltige Explosionen oder tosende Wasserfälle klingen bombastisch, aber sauber. Auch bei der Wiedergabe von Musik ist es ein Vergnügen dem Soundbar zuzuhören. Raumfelds Wellenfeld-Technologie sorgt dabei wie versprochen für ein raumfüllendes Klangerlebnis. Besonders beeindruckend sind die Bässe, die der Subwoofer mit drei 130 Millimeter-Tieftönern und eigenem 240-Watt-Verstärker erzeugt. Die Kiste hat so viel Wumms, dass es manchmal nötig ist, für den Nachbarschaftsfrieden auf der Rückseite die ganz tiefen Frequenzen über einen Drehregler zu begrenzen.

Um den Klang des Sound-Duos bestimmten Anforderungen anzupassen, kann man mit der Raumfeld-Fernbedienung zusätzlich vier Modi wählen: Stereo-, Arena-, Theater- oder Sprach-Modus. Etwas ungeschickt ist dabei allerdings, dass die Tasten dafür nur nummeriert sind und Nutzer erst einen Blick auf die Anleitung werfen müssen.

Teamplayer im System

Der Soundbar ist nicht nur für den perfekten TV-Ton zuständig, sondern auch ein Element von Raumfelds Multiroom-System. So kann der Klang-Balken auch bei der Musikwiedergabe seine Stärken zeigen und per WLAN selbstständig Songs von diversen Streaming-Anbietern abspielen. Hier hinkt Raumfeld aber noch dem Platzhirschen Sonos hinterher. Bisher sind nur Tidal, Spotify, Napster und TuneIn im Angebot. Das könnte sich aber in der nächsten Zeit noch ändern, das System wird n-tv.de 2016 noch separat testen.

1300 Euro sind viel Geld für einen Soundbar, aber dafür bekommt man auch ein Gerät der Oberklasse, das sich mit einem mächtigen Bass und außergewöhnlich gutem Klang vom günstigeren Mittelfeld deutlich absetzt. Außerdem kann Raumfelds Audio-Balken als Zentrale eines Multiroom-Systems musikalisch den Ton angeben, was die meisten Soundbar-Konkurrenten nicht auf dem Kasten haben. Sonos hat so etwas zwar ebenfalls im Angebot, hier kosten Playbar und Subwoofer zusammen aber auch mindestens 1500 Euro.

Quelle: n-tv.de

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