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Das Galaxy Tab 8.4 ist ideal fürs Hochformat, das Galaxy Tab S 10.4 ist ein Spezialist fürs Querformat.
Das Galaxy Tab 8.4 ist ideal fürs Hochformat, das Galaxy Tab S 10.4 ist ein Spezialist fürs Querformat.(Foto: kwe)

Galaxy Tab S überzeugt im Test: Samsung hat die besten Displays

Von Klaus Wedekind

Mit seiner neuen S-Klasse will Samsung endlich an den iPads vorbei an die Tablet-Spitze kommen. Haben es die Galaxy Tabs S 8.4 und 10.5 drauf oder sind die Geräte auch nur Massenware?

Apples iPads liegen zwar im weltweiten Tablet-Rennen immer noch vorne, aber der Vorsprung hat sich dramatisch verringert, Samsung ist fast schon auf Schlagdistanz herangekommen. Laut einer Analyse von IDC hat Apple im ersten Quartal 2014 rund 16,4 Millionen Geräte verkauft und hält damit aktuell einen Marktanteil von 32,5 Prozent. Ein Jahr zuvor erreichte das Unternehmen mit 19,5 Millionen iPads noch 40,2 Prozent. Samsung dagegen konnte seinen Marktanteil von 17,5 auf 22,3 Prozent ausbauen und verkaufte in den ersten drei Monaten des Jahres mit 11,2 Millionen Tablets 2,7 Millionen mehr als im ersten Quartal 2013. Mit dem neuen Galaxy-Tab-S-Duo will Samsung Apple jetzt den Rest geben. Dazu müssten die beiden Tablets aber echte Verkaufsschlager werden. Haben sie das Zeug dazu?

Kunststoff kann edel sein

Das Galaxy Tab S hat einen Steckplatz für microSD-Karten, die LTE-Modelle auch für SIM-Karten.
Das Galaxy Tab S hat einen Steckplatz für microSD-Karten, die LTE-Modelle auch für SIM-Karten.(Foto: kwe)

Samsung verkauft das Galaxy Tab S in zwei Größen: mit 8,4-Zoll- oder 10,5-Zoll-Display. Beide Tablets sind sehr flach und leicht, wobei vor allem das große Tab S beeindruckt, das ebenso wie das kleinere Modell nur 6,6 Millimeter dünn ist. Die Verarbeitung ist klasse und auch beim Design hat Samsung diesmal richtig gute Arbeit geleistet. Klar, die Tablets sind immer noch komplett in Kunststoff gehüllt und auch der täuschend echt nach Metall aussehende Rahmen ist aus Polycarbonat. Aber die Geräte sehen trotzdem edel aus und auch die zurückhaltend geprägte Rückseite steht den Tablets gut.

Das kleine Tab liegt besser in der Hand

Die beiden Galaxy Tab S unterscheiden sich nicht nur in der Größe, sondern auch in der Haltung. Denn während das kleinere Tablet für den Einsatz im Hochformat konzipiert ist, sitzen beim Tab S 10.5 Home-Button und Sensortasten an der Längsseite, da das Gerät vor allem im Querformat gehalten wird. Im Test gefiel hier das kleinere Gerät viel besser. Denn es liegt prima in einer Hand und das Hochformat ist für Browser und die meisten Apps besser geeignet. Hält man das Galaxy Tab 10.5 entsprechend, berührt man immer wieder ungewollt eine Sensortaste und löst ungewollte Aktionen aus. Der schicke schmale Rand um das Display an den Stirnseiten wirkt sich hier negativ aus, da zu wenig Platz für den Daumen bleibt und das Gerät trotz seiner Leichtigkeit nur mühsam mit einer Hand zu halten ist.

Großartiger Bildschirm

Auch wenn die Sonne knallt, sind die Displays noch lesbar.
Auch wenn die Sonne knallt, sind die Displays noch lesbar.(Foto: kwe)

Die Bildschirme mit 2560 x 1600 Pixeln selbst sind eine Wucht. Sie überstrahlen alle anderen Displays, die derzeit in Tablets eingebaut werden und sind sogar noch bei direkter Sonneneinstrahlung lesbar. Sie bieten die für AMOLEDs typischen starken Schwarzwerte und Kontraste, ohne dabei Farben zu knallig wirken zu lassen oder in weißen Flächen einen Stich zu zeigen. Außerdem erkennen die Tablets über die Sensoren nicht nur die Helligkeit, sondern auch die Farbstimmung und passen den Bildschirm entsprechend an. Man muss zwar genau hinsehen und ein Weilchen warten, bis man es sieht, aber so ist es auch gedacht. Der Nutzer soll die Farbtemperatur als natürlich empfinden, ohne durch schnelle Wechsel gestört zu werden. Auch die Blickwinkel sind fantastisch, seitlich betrachtet dunkeln die Displays nicht ab, kein Grauschleier trübt den Blick. Mit so hervorragenden Bildschirmen ist Samsungs Tablet-S-Klasse natürlich hervorragend für den Genuss von Filmen geeignet. Dabei gefallen auch die seitlich angebrachten Stereo-Lautsprecher, die einen kräftigen und klaren Klang haben.

Die 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite ist für Tablets ziemlich gut und mit ihr aufgenommene Bilder sehen mehr als passabel aus. Sie stellt beachtlich schnell scharf und in Bildern hält sich das Farbrauschen in dunkleren Bereichen in Grenzen. Auch bei Videos erweisen sich die Tab-S-Geräte durchaus als talentiert, so lange der Nutzer eine ruhige Hand hat.

Ruckler nicht Samsungs Schuld

Auf der Rückseite hat das Galaxy Tab S Haltepunkte, wo verschiedene Cover einrasten können.
Auf der Rückseite hat das Galaxy Tab S Haltepunkte, wo verschiedene Cover einrasten können.(Foto: kwe)

Einen zwiespältigen Eindruck hinterließ im Test zunächst die Performance der neuen Samsung-Tablets. In Benchmarks schnitten sie zwar fast so gut wie Top-Android-Smartphones ab. Im Alltag störten den geschmeidigen Gesamteindruck aber immer wieder deutliche Hänger. Sie traten sowohl beim Wechseln der Homescreens als auch in Spielen wie Riptide GP2 auf, das zwar relativ anspruchsvoll ist, aber heutzutage auch von Mittelklasse-Geräten problemlos gemeistert wird. Die Ruckler zeigten sich im Test auf dem Galaxy Tab S 8.4 und dem Galaxy Tab 10.5. Da der Exynos 5420 Octa zusammen mit drei Gigabyte Arbeitsspeicher stark genug sein sollten, scheint es sich dabei um ein Software-Problem zu handeln, das Samsung wahrscheinlich durch ein Update noch in den Griff bekommt. Es könnte auch sein, dass nur die Testgeräte von n-tv.de diesen Fehler haben, da in anderen Artikeln das doch sehr auffallende Stottern nicht erwähnt wird.

Update [25.07.14] Nachdem viele installierte Apps ein Update erhielten, haben beide Tablets keine Performance-Probleme mehr und laufen wunderbar flüssig. Genau ist nicht nachvollziehbar, welche App die Ruckler verursachte, es scheint sich aber um ein Widget gehandelt zu haben.

Die Laufleistung der Tablets ist gut, die von Samsung angegebenen zwölf Stunden erreichen sie zwar kaum, acht bis zehn Stunden sollten aber drin sein. Bei einem durchschnittlichen Gebrauch hält ein Galaxy Tab S ein paar Tage ohne Steckdose aus.

Fingerabdruck-Sensor an Bord

Da in der Redaktion kein Galaxy S5 vorhanden ist, konnte SideSync nicht getestet werden. Die Funktion ermöglicht es, das Smartphone auf den Tablet-Bildschirm zu spiegeln und dort auch Anrufe entgegenzunehmen. Andere Webseiten berichten allerdings, dass SideSync sehr gut funktioniert, außerdem soll es bald mit weiteren Galaxy-Smartphones kompatibel sein. Insgesamt ist die Software-Ausstattung sehr umfangreich, die neuen Tablets haben viele Funktionen des Galaxy S5 übernommen. Auch der Fingerabdruck-Sensor im Home-Button ist an Bord und er arbeitet ebenso zuverlässig wie beim Smartphone. Besonders praktisch ist der Scanner, wenn sich mehrere Nutzer das Tablet teilen.

Alles in allem sind die beiden Galaxy-Tab-S-Modelle die derzeit besten Android-Tablets auf dem Markt, die auch den iPads in nicht nur in einem Bereich überlegen sind. Das liegt vor allem an den fantastischen Displays, an denen sich die Konkurrenz in den nächsten Monaten messen lassen müssen. Vor allem das kleinere Modell kann voll und ganz überzeugen, da es auch im Hochformat eine glänzende Figur macht.

Quelle: n-tv.de

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