Technik
Guter Sound und klasse Design: UE Boom und Megaboom.
Guter Sound und klasse Design: UE Boom und Megaboom.(Foto: jwa)
Dienstag, 14. April 2015

UE Boom und Megaboom im Test: Schicke Sound-Röhren mit klasse Extras

Von Johannes Wallat

Die Lautsprecher von Ultimate Ears sehen nicht nur ungewöhnlich, sondern auch besser aus als die meisten anderen Bluetooth-Boxen. Dazu sind sie wetterfest und bieten guten Klang. Im Test von n-tv.de zeigen sie, was sie noch besonders macht.

Die Bluetooth-Lautsprecher von Ultimate Ears (UE) fallen sofort auf: Während andere Hersteller ihre Geräte zumeist in klassischen Farbkombinationen anbieten und neben Grau, Schwarz, Weiß und Silber kaum andere Töne zu kennen scheinen, setzt UE auf ein farbenfrohes, variantenreiches Gestaltungskonzept. Das Auge hört schließlich mit, doch die zylindrigen Lautsprecher sehen nicht nur gut aus, sie fühlen sich auch gut an, sind klasse verarbeitet und liefern überraschend guten Klang. Zwischen Boom und Megaboom gibt es aber deutliche Unterschiede. Wer eine kaufen will, sollte vorher gut überlegen, welche Variante die passende ist.

Bunte Vielfalt

Die UE Boom kommen in knalligen Farbvarianten.
Die UE Boom kommen in knalligen Farbvarianten.(Foto: jwa)

Mit dem UE Boom präsentierte der Kopfhörer- und In-Ear-Spezialist Ultimate Ears 2013 einen tragbaren Bluetooth-Lautsprecher, der sich durch eigenständiges Design, gelungene Materialwahl, Soundqualität und Akkulaufzeit auszeichnet. Die Zylinderform des Lautsprechers erinnert an eine Getränkedose. Das Gehäuse aus griffigem Gummi und einem Mantel aus Kunststoffgewebe gibt es in vielen verschiedenen Farbkombinationen einschließlich Sonder-Editionen – auf der UE-Webseite sind 26 Varianten gelistet, 10 davon sind bereits ausverkauft. Der größere Ableger Megaboom ist optisch identisch, kommt aber nur in vier Farbvarianten.

Die wichtigsten technischen Daten
  • Max. Schalldruckpegel: 88 dBA (Boom); 90 dBA (Megaboom)
  • Frequenzgang: 90 Hz - 20 kHz (Boom); 65 Hz - 20 KHz (Megaboom)
  • Reichweite: 15 m (Boom); 30 m (Megaboom)
  • Akku: 1800 mAh, max. 15 Std. (Boom); 3600 mAh, max. 30 Std. (Megaboom)
  • Gewicht: 538 g (Boom); 870 g (Megaboom)
  • Maße: 18 x 6,5 cm (Boom); 22,6 x 8,3 cm (Megaboom)
  • Schutz: IPX4 (Boom); IPX7 (Megaboom)
  • Freisprechfunktion
  • App für iOS und Android

Beide Lautsprecher sind robust und gegen Wasser und Schmutz geschützt – Flecken lassen sich abwaschen, Stöße und Stürze überstehen die robusten Lautsprecher schadlos, der größere Megaboom kann sogar schwimmen, ohne unterzugehen. Nach IPX7-Zertifikat hält er Tauchgänge von bis zu 30 Minuten in bis zu einem Meter tiefen Wasser aus, vorausgesetzt, die Anschlüsse für Kopfhörer und Micro-USB-Kabel wurden sorgfältig verschlossen. Der kleinere Boom ist nur gegen Spritzwasser geschützt (IPX4).

In ihrer Funktionsweise gleichen sich beide – sie geben drahtlos Musik von jedem Bluetooth-fähigen Gerät wieder, lassen sich bei Bedarf aber auch per Klinkekabel ansteuern (nicht im Lieferumfang). Unter den großen, dezent farblich abgesetzten Symbolen "+" und "-" liegen die Lautstärketasten, die beim Boom etwas schwerer zu drücken sind als beim großen Bruder. Ein Powerschalter an der Unterseite und ein Knopf für die Bluetooth-Koppelung sind die einzigen weiteren Bedienelemente. An der anderen Seite liegen die Anschlüsse für Klinkenkabel und USB, ein Haken in der Mitte dient zum Aufhängen der Box. Clever: Die Öse lässt sich abschrauben, darunter liegt ein Stativgewinde, wodurch man die Boom auch auf jedes Kamerastativ schrauben kann.

Die App macht den Unterschied

Erst mit der Smartphone-App entfalten die UE Boom ihr ganzes Potenzial.
Erst mit der Smartphone-App entfalten die UE Boom ihr ganzes Potenzial.(Foto: jwa)

Der Clou ist die Begleit-App fürs Smartphone, denn darin verstecken sich noch weitere Funktionen, die die Boom-Boxen von anderen Bluetooth-Lautsprechern unterscheiden: Mehrere Booms können in Reihe geschaltet und mehrere Smartphones mit den Boxen gekoppelt werden, insgesamt bis zu acht verschiedene Geräte. Es gibt einen 5-Band-Equalizer und vier voreingestellte Soundprofile, außerdem kann der Lautsprecher mit der neuen Firmware auch als Wecker eingesetzt werden. Die Verbindung saugt dabei dank Bluetooth Low Energy kaum am Akku von Boom und Smartphone. Das funktionierte im Test aber nicht immer, Software-Updates dürften hier Abhilfe schaffen. Auch ein- und ausschalten kann man Boom und Megaboom vom Smartphone aus.

Im Test erweisen sich alle Funktionen als praktisch und weitgehend durchdacht umgesetzt, bis auf die Weckfunktion klappte alles reibungslos. Die Equalizer-Einstellungen sind dabei wirklich nützlich, da vor allem der Megaboom in geschlossenen Räumen etwas zu basslastig ist und schnell dröhnt, was vor allem bei Hörspielen, beim Radiohören oder anderen stimmlastigen Inhalten nervt. Ein Wechsel zum Modus "Intim" oder "Stimme" schafft Abhilfe. Im Freien dagegen spielt der Megaboom seine Stärke aus: Wo es keine Wände gibt, die den Schall reflektieren, sind die kräftigen Bässe genau richtig.

Wer sich für einen der Sound-Zylinder interessiert, sollte gut überlegen, welche Variante die passende ist. Der Megaboom ist deutlich teurer, er kostet aktuell zwischen 260 und 300 Euro. Außerdem ist er schwerer und größer, mit einem Durchmesser von 8 Zentimetern und einer Höhe von knapp 23 Zentimetern ist er nicht mehr ganz handtaschentauglich und wirkt aufgrund der 1:1-Umsetzung des Designs leicht überdimensioniert.

Sperriger, teurer und schwerer – dafür ist er aber auch lauter, hat einen deutlich volleren Klang, mehr Akkulaufzeit und mehr Bluetooth-Reichweite und ist besser gegen Wasser geschützt. Wer keine großen Gruppen beschallen und seinen Lautsprecher keinen Tauchgängen aussetzen will, ist aber auch mit dem kleineren Boom schon gut bedient. Den gibt es aktuell schon für 140 Euro, das Gehäuse ist kompakt und leicht, zudem ist die Farbauswahl größer.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen