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Käufer haben die Qual der Wahl: Welchen Prozessor brauche ich?
Käufer haben die Qual der Wahl: Welchen Prozessor brauche ich?(Foto: dpa-tmn)
Samstag, 15. April 2017

Durchblick bei Intel und AMD: So erkennt man Prozessor-Typen

Wer einen neuen Prozessor für seinen PC sucht oder beim Notebook-Kauf auf die technischen Daten schaut, muss sich durch kryptische Namen und Zahlenreihen kämpfen. Das lohnt sich aber, denn der Teufel steckt im Detail. Darauf sollten Sie achten.

Was genau unterscheidet eigentlich einen Intel Core i7-6800K von einem AMD Ryzen 5 1600X? Und woran erkenne ich, welche Prozessorgeneration in meinem Gerät steckt? Die kryptischen Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben, aus denen die genauen Typbezeichnungen von Hauptprozessoren von Computern (CPU, Central Processing Unit) meistens bestehen, sind für Laien kaum verständlich. Vor dem Kauf eines neuen Geräts bietet es sich aber an, einen genauen Blick auf die CPU zu werfen - schließlich treibt die den Rechner an.

Bei Intel heißen alle gleich

Die beiden großen Hersteller Intel und AMD haben eine Vielzahl von Prozessoren im Angebot. Und beide haben ihre ganz eigenen Bezeichnungen, die Aufschluss über Bauweise und Leistung geben. Bei den Desktop-Prozessoren von Intel hat sich mit der neuen siebten Prozessorgeneration "Kaby Lake" die Bezeichnung der Unterarten geändert: Die Abgrenzung zwischen den energieeffizienten und kleinen Chips der Y-Serie, die vorher Core m3, m5 und m7 hießen, fällt weg - jetzt heißen alle Intel-Chips Core i3, i5 oder i7. Immerhin ist dieser Aufbau logisch: "Core i3, i5 und i7 bezeichnet die grundsätzliche Leistungsklasse. Je höher, desto besser", sagt Michael Schmelzle von der Zeitschrift "PC-Welt".

i3, i5, i7? Y, U,HQ, HK?

"Die Core i7 sind High-End-Varianten mit vier oder mehr CPU-Kernen, Hyper-Threading und hohem Takt", erklärt Christian Hirsch von der Fachzeitschrift "c't". Core i5 heißt die obere Mittelklasse mit vier Rechenkernen. Celeron, Pentium und Core i3 sind Zweikern-Chips. Bei Mobil-Prozessoren für Notebooks und Tablets gibt es Core i5 und Core i7 sowohl mit zwei als auch mit vier Kernen.

Ein "Y" im Namen steht für ein Doppelkernmodell für besonders dünne und mobile Geräte und geringer Leistungsaufnahme, gemessen in Watt (W). "Die Varianten mit U in der Bezeichnung sind sparsame Dual-Cores, jene mit HQ, K oder HK leistungsfähigere Quad-Cores", erklärt Hirsch. Die schnellen HQ-Chips nehmen 45 oder 47 Watt auf, die U-Chips laufen mit 15 oder 28W, die Y-Chips kommen mit 4,5W aus, erklärt Jack Schofield vom "Guardian". 

Nach diesen Buchstaben folgt bei Intel eine vierstellige Ziffer. "Die erste Stelle steht für die Mikroarchitektur-Generation. Je höher, desto moderner - aktuell ist es die siebte Generation", sagt Michael Schmelzle. Die heißt "Kaby Lake", die Vorgänger hießen "Skylake", davor kam "Haswell". Die folgenden Stellen stehen für die Höhe der Taktfrequenz beziehungsweise Rechenleistung und andere Features - auch hier ist ein höherer Wert besser.

Zum Schluss enthält die Typenbezeichnung noch Buchstaben. Hier steht X für hohe Leistung, S oder LM für reduzierte Leistungsaufnahme und ein T oder UM für eine stark reduzierte Leistungsaufnahme.

AMD: A oder FX?

Beim Konkurrenzhersteller AMD gibt die sogenannte Ording Part Number (OPN) Aufschluss über Modell, Sockeltyp und andere Eigenschaften des Chips, erklärt Christian Herzog vom IT-Verband Bitkom. Ganz so aufschlussreich wie bei Intel ist sie aber nicht.

Zumindest die CPU-Serie lässt sich einfach erkennen, und zwar die Serien A und FX: "Die Kombiprozessoren der Serie A enthalten eine Grafikeinheit: CPUs der Typen A12, A10 und A8 haben vier Kerne, bei A6 und A4 sind es zwei", erklärt Christian Hirsch.

Acht, sechs oder vier Kerne?

High-End-Prozessoren für Spiele-Computer bietet die Serie FX: "Dort gibt die erste Ziffer an, wie viele Kerne die CPU hat." So ist der FX-8350 ein Acht-Kern-Prozessor, der FX-6300 hat sechs und der FX-4300 vier. Die zweite Stelle steht bei der schnellen FX-Serie für die CPU-Mikroarchitektur. Die dritte Stelle ist ein kryptischer Hinweis auf die Taktrate. "Je höher, desto höher der Werkstakt", sagt Michael Schmelzle. Auch die vier Ziffern bei der A-Serie nach der Bezeichnung lassen auf die Taktrate schließen. Je höher die Zahl, desto höher auch die Rechenleistung.

Bei AMDs neuen Ryzen-Chips gilt auch grob: Je höher die Zahl, desto mehr Kerne und Taktfrequenz gibt es. So haben etwa alle Ryzen-7-Modelle acht Rechenkerne. Der Ryzen 7 1700 kommt mit 3 Gigahertz Taktfrequenz, beim 1800X sind es 3,6 Gigahertz. Im kleineren Ryzen 5 stecken laut AMD vier und sechs Rechenkerne.

Und welcher Prozessor passt zu mir?

Welcher Prozessor ist nun für welchen Zweck geeignet? "Generell gilt immer: Die aktuelle Prozessorgeneration von AMD oder Intel kaufen", rät Michael Schmelzle. Diese bringen moderne Funktionen und geringeren Stromverbrauch, also längere Akkulaufzeit.

Für aktuelle 3D-Spiele empfiehlt der Experte CPUs mit mindestens vier Kernen. Wird der PC für Bildbearbeitung und Videoschnitt zusammengestellt, sollten es vier Kerne und mindestens 3 GHz (Intel) oder 3,5 GHz (AMD) sein.

"Für einfache Büroanwendungen reichen bei Intel Zweikerner wie Celeron, Pentium und Core i3 aus", sagt Christian Hirsch. Zum Webseiten anschauen und Mails schreiben reicht laut Christian Herzog jeder aktuelle Rechner - unabhängig von der CPU.

Wer's genau wissen will, schaut bei "Notebookcheck" vorbei - hier werden zahllose Prozessoren miteinander vergleichen. "Alles in den Top 200 ist gut", kommentiert Schofield die Liste. Auf den Seiten von "CPUBoss" und "CPUWorld" können CPU-Modelle direkt miteinander verglichen werden.

Quelle: n-tv.de

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