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Sehr private Fotos verschlüsselt man besser mit Boxcryptor, bevor man sie in Dropbox speichert.
Sehr private Fotos verschlüsselt man besser mit Boxcryptor, bevor man sie in Dropbox speichert.(Foto: rts/n-tv.de)

Smartphone-Fotos verschlüsseln: So nutzt man Dropbox sicher

Von Klaus Wedekind

Auch wer keine Nacktfotos in Dropbox lagert, sollte dort zumindest keine sensiblen Dateien ungeschützt speichern. Mit Boxcryptor können Smartphone-Nutzer Bilder und Dokumente für die Cloud kostenlos und einfach verschlüsseln.

Spätestens nachdem Edward Snowden über NSA-Mitarbeiter berichtete, die bei Dropbox gestohlene Nacktbilder weitergeben, sollte bekannt sein, dass der Cloud-Dienst nicht besonders sicher ist. Immer wieder ist Dropbox in der Kritik und auch die Berufung von Ex-US-Außenministerin Condoleeza Rice in den Verwaltungsrat schürte das Misstrauen gegen das Unternehmen. Wer den beliebten Cloud-Speicher trotzdem weiter nutzen möchte, sollte dort private Dateien auf jeden Fall verschlüsselt speichern. Der Aufwand dafür ist gering, mit dem deutschen Tool Boxcryptor, das den als sicher geltenden Algorithmus AES-256 verwendet, ist dies ganz einfach.

Die Augsburger Software kann auf Windows-PCs oder Macs installiert werden, es gibt ein Plug-In für den Chrome-Browser und Apps für alle gängigen mobilen Betriebssysteme. Privatnutzer dürfen Boxcryptor kostenlos auf zwei Geräten verwenden, es bietet sich also an, das Tool mit Smartphone und PC zu nutzen. Grundsätzlich lassen sich die meisten gängigen Cloud-Speicher einbinden. Wer Dropbox den Rücken kehren möchte, findet im Angebot unter anderem HiDrive des deutschen Anbieters Strato, Google Drive oder Microsofts OneDrive. In der kostenlosen Variante darf aber nur ein Dienst verwendet werden. Wer mehr möchte, muss 36 Euro pro Jahr zahlen.

Passwort nicht vergessen!

Um die Verschlüsselungs-Software zu nutzen, registriert man sich einmalig mit einer E-Mail-Adresse und einem selbstgewählten Passwort. Das klappt am komfortabelsten am PC, man kann es aber auch in der App machen. Dabei ist eigentlich nur zu beachten, dass man ein sicheres Passwort wählt und es nicht vergisst. Aus Sicherheitsgründen ist es Boxcryptor nicht möglich, ein Passwort zurückzusetzen. Fotos, die nur verschlüsselt in Dropbox liegen, wären für immer verloren. Am besten speichert man das Kennwort zusammen mit anderen wichtigen Zugangsdaten in einem Passwort-Safe ab, empfehlenswert ist unter anderem KeePass. Ist man bereit, folgt man den Anweisungen und bestätigt die Registrierung am Ende über einen Link, den Boxcryptor per E-Mail schickt. Danach installiert man die App auf dem Smartphone, meldet sich an und wählt aus der Dienste-Liste Dropbox aus. Um den Zugriff auf den Cloud-Speicher zu ermöglichen, muss man die Zugangsdaten einmal eingeben, dann zeigt der Boxcryptor-Browser alle Dateien und Ordner des Cloud-Speichers an.

Android-App kann am meisten

Am komfortabelsten ist der Verschlüsselungs-Service derzeit mit Android-Geräten zu nutzen. Denn hier kann man nicht nur einzelne Fotos oder andere Dateien verschlüsselt zu Dropbox hochladen, sondern auch einen Ordner anlegen und in den Einstellungen bestimmen, dass geschossene Fotos automatisch dorthin gespeichert werden. Wichtig: In der Dropbox-App muss der Auto-Upload deaktiviert sein, da sonst weiter unverschlüsselte Fotos in der Cloud landen.

Die Windows-Phone-App bietet ebenfalls die Möglichkeit, neue Ordner anzulegen und Nutzer können im Boxcryptor-Browser Dateien oder Ordner verschieben. Ein automatischer Kamera-Upload steht hier zwar noch nicht zur Verfügung, Es können aber auch viele Bilder in einem Rutsch durch Mehrfach-Auswahl hochgeladen werden.

Etwas karg ist bisher noch der Funktionsumfang von Boxcryptor 2.0 für iOS. Denn hier ist es aktuell nur möglich, einzelne Bilder verschlüsselt in den Cloud-Speicher zu befördern oder auf verschlüsselte Dateien zuzugreifen. Boxcryptor teilte n-tv.de mit, man arbeite daran, alle Apps auf den gleichen Stand zu bringen. Zunächst verbessere man noch die Anwendung für Mac OS X, dann sei die iOS-App an der Reihe. Möglicherweise wartet man in Augsburg auf iOS 8, das Entwicklern durch offene Schnittstellen viel mehr Möglichkeiten bietet, als dies Apples mobiles Betriebssystem bisher zulässt.

Quelle: n-tv.de

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