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(Foto: piracy.americanassembly.org)

Studie zu illegalen Musik-Downloads: Sünder geben mehr Geld aus

Das größte Problem für die Musikindustrie seien die Online-Tauschbörsen, klagen die Konzerne. Das stimmt einer Studie zufolge nicht: Kopieren unter Freunden und in der Familie ist demnach wesentlich häufiger. Zudem geben Personen, die online Songs tauschen, zugleich mehr Geld für legale Downloads aus.

Wer Musik herunterlädt, will Geld sparen, so die landläufige Meinung. Doch eine Studie der Columbia University zeigt nun: Wer Musik herunterlädt, kauft auch mehr Dateien. Die New Yorker American Assembly befragte telefonisch Tausende Personen in den USA und in Deutschland. Die Zahlen sind eindeutig. So geben US-Amerikaner, die Online-Tauschbörsen für Musik nutzen, im Schnitt 30 Prozent mehr Geld für legale Song-Downloads aus.

Die Studie bestätigt damit eine Vielzahl vorangegangener Untersuchungen. "Die größten Musikpiraten kaufen auch die meiste Musik", schreiben die Forscher.

Diese Aussage ist allerdings mit Vorsicht zu bewerten. So ist nicht klar, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen illegalen Downloads und Kauf besteht – abgesehen davon, dass die betreffenden Personen ein generell größeres Interesse an Musik haben. Ein Hinweis könnte sein, dass die Sammlung von Filesharern im Schnitt rund 37 Prozent größer ist.

Offline-Kopie populär

"Kopierkultur ist Jugendkultur", heißt es in der Studie. Demnach ist etwa in Deutschland fast die Hälfte jeder Musiksammlung zusammengesetzt aus von Freunden und innerhalb der Familie kopierten Songs sowie selbst gerippten CDs. Keine Altersgruppe kommt auf mehr als 50 Prozent gekaufter Musikdateien. Über 70-Jährige kaufen demnach die wenigsten Songs und lassen sich die meisten kopieren.

Der US-amerikanische Musikverlegerverband RIAA beziffert den Verlust wegen Downloads in den vergangenen Jahren auf mehrere Milliarden Dollar. Allerdings zeigt eine von torrentfreak.com veröffentlichte Statistik des Verbands, dass zwar zwei Drittel der Musiksammlungen in den USA unbezahlt sind, aber davon nur rund ein Fünftel aus illegalen Downloads stammt. Damit werden 70 Prozent nicht bezahlter Musik offline kopiert.

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Quelle: n-tv.de

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