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Zunächst sollen Kombiverträge umgestellt werden.
Zunächst sollen Kombiverträge umgestellt werden.(Foto: dpa)

Auch alte Telekom-Verträge mit Flatrate in Gefahr: Wen betrifft die Drosselung wirklich?

Von Roland Peters

Offenbar schafft die Telekom die Internet-Flatrate für mehr Kunden ab, als der Konzern bisher angibt. Bis 2016 soll sämtliche Telefonietechnik in Deutschland umgestellt sein. Wohl eine Gnadenfrist, denn die zugehörigen neuen AGB enthalten ebenfalls eine Drosselung des Datendurchsatzes.

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Am 2. Mai ist es soweit: Die Telekom ändert die Geschäftsbedingungen ihrer neu abgeschlossenen Verträge. Dann darf das Unternehmen die Geschwindigkeit eines Anschlusses auf 384 Kilobit pro Sekunde drosseln, falls der Kunde zu viele Daten durch die Leitungen schickt und empfängt. Für einen Film in HD-Qualität bräuchte der Anschluss 22 Stunden Ladezeit. Doch offenbar sind die Beteuerungen des Konzerns, bestehende Verträge seien nicht betroffen, mit einer Hintertür versehen.

Im Februar hatte ein Telekom-Sprecher gesagt, bis 2016 stelle der Telekommunikationskonzern alle analogen Telefonanschlüsse auf "Voice over IP" (VoIP) um, also Telefonie über das Internet-Protokoll. Zu diesem Zeitpunkt flatterten den ersten Kunden bereits Briefe ins Haus, die über eine bevorstehende Kündigung des alten Anschlusses informierten. Betroffen sind zunächst "Call & Surf"-Pakete, die aus einem DS L-Zugang zum Internet sowie einem analogen Telefonanschluss bestehen, hieß es bei heise.de.

Noch freiwillig

Nun kommt die Tarifumstellung der Telekom ins Spiel: "Nicht vor 2016" werden die Volumengrenzen den Angaben des Konzerns zufolge starten. Eventuell erst dann, wenn alle Kunden bereits die Verträge mit den neuen AGBs akzeptiert haben. Noch ist die Umstellung freiwillig, zitiert golem.de einen Telekom-Sprecher: "Niemand wird umgestellt. Der Kunde entscheidet, ob er einen neuen Vertrag möchte oder nicht".

Doch in spätestens drei Jahren sollen sämtliche dieser alten Kombiverträge gekündigt sein, hatte ein Unternehmensvertreter vor einigen Wochen gesagt. Die Frage, ob Kunden, die auf VoIP-Modelle wechseln, betroffen sind, habe der Sprecher Telekom golem.de direkt nicht beantworten wollen, sondern schlicht gesagt: "Neue Call-&-Surf- und Entertain-Verträge enthalten ab dem 2. Mai 2013 die neuen AGB." Doch genau diese enthalten die Option auf eine Drosselung. n-tv.de hat den Konzern um eine Stellungnahme gebeten.

Stellt die Telekom sämtliche Kombiverträge von DSL und Telefonie auf die Verträge inklusive Drosselung um, würde die Zahl von drei Prozent betroffener Anschlüsse, die Konzernchef René Obermann in einem offenen Brief an das Bundeswirtschaftsministerium nannte, rasant in die Höhe schnellen. Auch Obermanns Aussage, für bestehende Kunden gelte die Änderung nicht, wäre damit zumindest extrem irreführend.

Quelle: n-tv.de

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