Freitag, 26. März 2010
Google startet "Retargeting": Werbung verfolgt Nutzer
Googles Werbekunden können die Besucher ihrer Seiten künftig durch das Internet verfolgen, um ihnen Anzeigen vorzusetzen. In dieser Woche schaltete der Suchmaschinenspezialist dazu seinen "Retargeting" genannten Dienst für Kunden der Adwords-Textanzeigen frei. Ein Werbekunde kann damit die Nutzer registrieren und ihnen später sogar auf anderen Websites gezielt weitere Anzeigen anbieten. Nutzer sollen damit Werbung zu Themen zu sehen bekommen, die sie interessieren. Die Funktion lasse sich aber jederzeit deaktivieren, betont Google.
Werbewirtschafft hofft auf Schub
Mit Methoden wie dem "Retargeting" (auch "Remarketing" genannt) erhofft sich die Online-Werbewirtschaft einen kräftigen Schub, da damit noch genauer auf bestimmte Zielgruppen zugeschnittene Werbung im Internet möglich wird. Als Beispiel für einen potenziellen Kunden nennt Google ein Reisebüro, das Karibikreisen im Angebot hat. Nutzern, die sich das Angebot anschauen, aber noch nicht buchen, könnte das Reisebüro zu einem späteren Zeitpunkt noch Sonderangebote offerieren.
Nur wenige Zeilen bis zum Ziel
Für die Nachverfolgung sind nur wenige Programmzeilen auf den Websites der Werbekunden nötig, über die die Besucher registriert werden. Spezielle Werbekampagnen können über Googles Netzwerk gezielt an die Liste dieser Besucher gerichtet werden. Das Unternehmen erreicht nach eigenen Angaben mit seinem Werbenetzwerk 80 Prozent der Internetnutzer weltweit. Den neuen "Retargeting"-Dienst testete der Konzern seit rund einem Jahr in einer Beta-Phase.
dpa
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