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Es gibt immer noch zu wenig 5-Sterne-Dienste.
Es gibt immer noch zu wenig 5-Sterne-Dienste.(Foto: Electronic Frrontier Foundation)

Apple glänzt, Google schwächelt: Whatsapp versagt im Datenschutz-Test

Eine unabhängige US-Organisation untersucht, wie gut Anbieter von Internet-Diensten die Daten ihrer Nutzer vor staatlichen Zugriffen schützen. Whatsapp schneidet katastrophal ab, Apple glänzt mit einer Top-Bewertung, Google schwächelt.

Die Electronic Frontier Foundation ist eine unabhängige Organisation, die in den USA für die Einhaltung von IT-Grundrechten eintritt. Angesichts der wachsenden Überwachung durch US-Behörden prüft die EFF seit dem Jahr 2011, wie gut Anbieter von Internet-Diensten die ihnen anvertrauten Daten vor dem staatlichen Zugriff schützen. Viele der 24 untersuchten Unternehmen sind international tätig und haben auch zahlreiche deutsche Kunden. Für seinen eben veröffentlichten fünften Report hat die EFF die Anbieter nach fünf Kriterien beurteilt:

  • Hält sich das Unternehmen an die bestmöglichen branchenüblichen Praktiken? Dies beinhaltet die Forderung nach einer richterlichen Anordnung vor der Herausgabe von Daten, einen Transparenzbericht und die Veröffentlichung der Firmenregeln für den Umgang mit staatlichen Anfragen.
  • Informiert das Unternehmen die betroffenen Nutzer? Und tun sie dies rechtzeitig vor möglichen Verfahren?
  • Erfahren die Nutzer, wie lange ihre IP-Adressen und gelöschten Dateien gespeichert bleiben?
  • Veröffentlicht der Anbieter, wie oft er von Behörden zum Löschen von Inhalten oder Konten aufgefordert wurde und wie oft die Aufforderungen befolgt wurden?
  •  Verweigert das Unternehmen in einer öffentlichen Stellungnahme den Einsatz von Backdoors (Hintertüren), die es staatlichen Ermittlern erlauben, unkontrolliert auf Nutzerdaten zuzugreifen?

Apple, Dropbox und Yahoo vorbildlich

Neun der geprüften Anbieter erhielten von der EFF fünf Sterne, weil sie alle Kriterien in ausreichendem Maß berücksichtigen. Zu ihnen gehören Apple, Dropbox, Wordpress.com, Adobe und Yahoo.

Facebook, Linkedin, Twitter und Pinterest erreichten jeweils vier Sterne. Facebook und Linkedin informieren nicht gut genug über staatliche Löschanfragen, Twitter lässt seine Nutzer über Behörden-Forderungen nach Datenherausgabe im Ungewissen, Pinterest gibt nicht bekannt, wie lange es Nutzerdaten speichert

Google, Microsoft, Amazon und Tumblr erfüllen nur drei der fünf EFF-Kriterien. Google und Amazon informieren Nutzer nicht über Anfragen und verschweigen, wie lange Daten gespeichert werden. Microsoft und Tumblr legen die Zahl der Löschanfragen nicht offen und verschweigen, wie lange gelöschte Nutzerdaten auf ihren Servern verbleiben.

Facebook rettet Whatsapp einen Stern

Katastrophal fällt die Beurteilung von Whatsapp aus. Den einzigen Stern erhält der Messenger-Dienst dafür, dass sein Mutterkonzern Facebook den Einsatz von Hintertüren in seiner Software öffentlich verweigert. Whatsapp gibt Nutzerdaten laut EFF möglicherweise auch ohne richterliche Anordnung heraus, veröffentlicht keinen Transparenzbericht, verspricht seinen Nutzern nicht, sie über behördliche Anfragen zu informieren und verrät nicht, wie lange IP-Adressen und gelöschte Inhalte gespeichert bleiben.

Quelle: n-tv.de

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