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Gleiche Farben, andere Software: Hemlis.
Gleiche Farben, andere Software: Hemlis.

"Pirate Bay"-Mitgründer entwickelt Messenger: Wie Whatsapp, aber verschlüsselt

Im Jahr 2009 wird Peter Sunde für seinen Job bei Pirate Bay verurteilt, nun tritt er mit Hemlis wieder in die Öffentlichkeit. Der Schwede entwickelt einen Messenger für Smartphones, der wie Whatsapp arbeitet - und gleichzeitig vor neugierigen Geheimdiensten schützt.

WhatsApp ist offen wie ein Scheunentor, so viel ist schon lange bekannt. Eine sichere Alternative zum Messenger für Smartphones will nun ein berüchtigter Kopf entwickeln: Peter Sunde. Der Schwede ist einer der Gründer von Pirate Bay, dem berühmt-berüchtigten Torrent-Portal, das gleichzeitig eine der populärsten Websites weltweit ist. Dabei setzt er auf umfassende Verschlüsselung. Der Name des Projektes: "Hemlis". Sunde war im Jahr 2009 wegen des Betriebs von Pirate Bay zu einer Haft- und Geldstrafe verurteilt worden.

Im Lichte des Abhörskandals der National Security Agency und ihrer Partnerbehörden sagen Sunde und seine beiden Mitstreiter nun: "Niemand kann mithören. Nicht einmal wir. Vorher würden wir den Service abschalten", heißt es auf der Internetseite des Projektes. Die Domain heml.is ist in Island registriert: "Weil die Isländer bekannt für ihren Datenschutz sind", heißt es.

Hemlis soll komplette Verschlüsselung der Inhalte, so genannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten, für Textnachrichten, Bilder und alles, was mit der Software verschickt wird. Dafür soll Hemlis den PGP-Standard verwenden.

100.000 US-Dollar als Ziel

Sunde und seine Partner haben eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Nach weniger als 24 Stunden hatten Nutzer bereits 36.000 US-Dollar zugesagt. Ziel sind 100.000 Dollar. Bislang gibt es nur die Produktbeschreibung und Bilder von der geplanten Software, die für iOS sowie Android entwickelt werden soll. Selbst, wenn die Crowdfunding-Kampagne nicht ankommt, soll das Projekt gestartet werden.

"Wir mögen es nicht, dass private Kommunikation mehr oder weniger zu einem offenen Strom geworden ist, den Unternehmen und Regierungen abhören können", heißt es auf der Website. Facebook, Twitter, Apple und Google seien gezwungen worden, ihre Systeme zu öffnen und Informationen ihrer Nutzer weiterzugeben.

Den Namen der Software haben Sunde und sein Team übrigens nicht aus der Luft gegriffen: "Hemlighet" bedeutet auf Schwedisch "Geheimnis".

Quelle: n-tv.de

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