Technik

Kneift Apple? : Wikileaks-App rausgeworfen

Im Google-Cache ist die App noch zu finden.
Im Google-Cache ist die App noch zu finden.

Am 17. Dezember kam sie in den iTunes-Store, am 20. Dezember war sie schon wieder verschwunden: Die inoffizielle Wikileaks-App des russischen Entwicklers Igor Barinov. Die Software ermöglichte den Zugriff auf Wikileaks-Veröffentlichungen - auch dann, wenn der oft attackierte Server nicht erreichbar ist.

1,99 Dollar kostete die App. Die Hälfte davon sollte als Spende Wikileaks zukommen, 60 Cent gingen an Apple. "Mit weißem Geld graue Dinge unterstützen", so skizzierte der Entwickler seine Absichten im US-Blog Techcrunch. Am Montag hatte Barinov laut Twitter auf diese Weise schon 2860 "weiße" Dollar eingesammelt. Besonders spendabel zeigten sich demnach die deutschen Nutzer, gefolgt von US-Amerikanern und Niederländern. Doch nun ist Schluss mit der virtuellen Charity-Aktion: Apple hat die App aus dem Verkauf entfernt und damit schnell den Zorn der Netzgemeinde auf sich gezogen. Apples restriktive App-Store-Verwaltung ist berüchtigt, nur werden strittige Programme normalerweise erst gar nicht zugelassen.

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Dass Apple keine Gründe für den Rauswurf nannte, macht die Sache nicht besser. Dass Apple vorsorglich vor den Wikileaks-Feinden kuschte, ist möglich, es lässt sich aber auch eine andere plausible Rechtfertigung für die Entfernung finden: Die Spenden-App verstößt gegen die App-Store-Zulassungsbedingungen. In Punkt 20 ist geregelt, dass die Spenden-Programme an sich gratis sein müssen. Geld dürfen die Apps nur über kostenpflichtige SMS oder per Browser einsammeln. Demnach hätte die Wikileaks-App nie in den App-Store kommen dürfen.

Quelle: n-tv.de

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