Technik

25 GB Cloud-Speicher gratis: Windows Skydrive einfach nutzen

von Klaus Wedekind

25 Gigabyte Online-Speicher zum Nulltarif ist doch ein Angebot, das man eigentlich nicht ablehnen kann. Trotzdem nutzen nur wenige Deutsche Windows Skydrive. Irgendwie macht Microsoft die Sache auch noch zu kompliziert. Dabei kann Cloud-Computing mit Skydrive so einfach sein.

(Foto: kwe/dpa/Microsoft)

Cloud Computing ist im Prinzip eine feine Sache, die das Leben im Daten-Zeitalter viel bequemer machen kann. Dokumente, Fotos, Videos und vieles mehr hat man immer griffbereit, wenn man einen Computer und eine Internetverbindung hat. Die online gespeicherten Daten können nicht verloren gehen und man kann sie mit Freunden oder Arbeitskollegen teilen. Trotzdem haben die meisten Nutzer noch USB-Sticks in der Tasche oder schicken Daten per Mail-Anhang.

Neben teils berechtigten Sicherheitsbedenken liegt dies vor allem daran, dass viele Nutzer gar nicht wissen, welche Möglichkeiten ihnen die Cloud bietet - kostenlos. So hat n-tv.de bereits die praktischen schlanken "Cloud-Handtaschen" Dropbox und Wuala vorgestellt. Sie bieten bis zu 2 Gigabyte Gratis-Online-Speicher und können sogar vom Smartphone aus geöffnet werden. Wer mehr Online-Speicher haben möchte, muss zahlen.

Nicht nur die Größe zählt

Aber es gibt auch richtig große Online-Festplatten für lau. ADrive beispielsweise bietet stolze 50 Gigabyte. Doch ADrive überträgt Daten unverschlüsselt und auch sonst ist Sicherheit in diesem Fall reine Vertrauenssache. Eine interessante Alternative ist da Microsofts Windows Live Skydrive, bei dem Daten verschlüsselt übertragen werden. 25 Gigabyte stellt Microsoft gratis zur Verfügung. Mehr gibt's nicht, auch nicht gegen Bezahlung. Das sollte aber für den privaten Cloud-Alltag ebenso wenig eine Rolle spielen, wie die Transferbeschränkung auf 50 Megabyte pro Datei.

Gladinet kann nicht nur Skydrive einbinden
Gladinet kann nicht nur Skydrive einbinden(Foto: Screenshot/kwe)

Leider ist es aber etwas umständlich, Microsofts Online-Speicher zu nutzen, denn grundsätzlich kann man nur über die Windows-Live-Webseite auf Skydrive zugreifen. Ausnahme: Aus Microsoft-Office-2010-Anwendungen kann man direkt auf die Online-Festplatte speichern. Aber auch wenn Microsoft selbst dafür noch kein Tool zur Verfügung stellt, gibt es Möglichkeiten, Skydrive als virtuelles Laufwerk oder Systemordner auf den Computer zu holen. Dann können Dateien ganz einfach per Kopieren/Einfügen in die Cloud geschickt werden.

Skydrive im Explorer

Um Skydrive zu nutzen, braucht man zunächst eine Windows Live ID. Wer bereits ein Hotmail-Konto, den Windows Live Messenger, Office Live oder Xbox Live verwendet, hat bereits eine ID. Ansonsten kann man schnell eine neue ID erstellen.

Interessant ist, dass Windows 7 das virtuelle Skydrive-Laufwerk auf 149 Gigabyte schätzt.
Interessant ist, dass Windows 7 das virtuelle Skydrive-Laufwerk auf 149 Gigabyte schätzt.

Gladinet holt Skydrive als virtuelles Laufwerk in den Windows Explorer. Die Starter-Edition ist kostenlos und reicht für Otto-Normal-Nutzer völlig aus. Während der Installation wird man gebeten, den Dienst zu wählen, den man einbinden möchte. Denn Gladinet kann neben Skydrive auch viele andere Online-Speicher "mounten", darunter Google Docs (Text & Tabellen). Nachdem man Skydrive gewählt hat, meldet man sich mit seiner Windows Live ID an und folgt den weiteren Schritten. Ist das Programm installiert, findet man Skydrive unter "Computer" als virtuelle Festplatte. Leider gibt es Gladinet bisher nur auf Englisch.

Die Pro Version für rund 40 Dollar bietet neben stärkeren Datenschutzmaßnahmen auch die Möglichkeit, lokale Ordner zwischen verschiedenen Computern zu synchronisieren und Backups durchzuführen.

Schlanker Purist

SDExplorer bindet Skydrive als Systemordner ein.
SDExplorer bindet Skydrive als Systemordner ein.(Foto: Zmanda)

Etwas unbekannter und schlanker als Gladinet ist SDExplorer. Das Tool fügt kein virtuelles Laufwerk hinzu. Im Explorer erscheint Skydrive als Systemordner, dem Daten ebenfalls einfach per Drag&Drop hinzugefügt werden können. Im Gegensatz zu Gladinets virtuellem Laufwerk können Nutzer in der Gratis-Version des SDExplorer Fotos oder andere Dateien erst öffnen, nachdem sie sie auf die Festplatte kopiert haben. Außerdem lassen sich Dateien nicht zwischen Skydrive-Ordnern hin- und herschieben. Wer alle Funktionen des SDExplorer nutzen möchte, kann für 10,50 Euro die Advanced-Version kaufen.

Kostenloser Synchronkünstler

Nutzer, die lediglich Daten via Skydrive zwischen verschiedenen Rechnern synchronisieren möchten, müssen kein Geld dafür ausgeben. Denn Microsoft hat in seiner Software-Sammling Live Essentials dafür eine praktische Lösung versteckt: Mesh. In dem Programm wählt man ganz einfach die Ordner aus, die man synchronisieren möchte, klickt auf "Synchronisieren", setzt ein Häkchen bei "Synchronisierter Skydrive-Speicher" und klickt auf OK. Mesh gleicht außerdem die Internet-Explorer-Favoriten ab und Office-Nutzer können ihre Stile, Vorlagen, Wörterbücher und E-Mail-Signaturen synchronisieren.

Sicher im Container verpackt

Grundsätzlich gelten Microsofts Server zwar als sehr sicher. Trotzdem sollte man auch Skydrive keine Passwörter, vertrauliche Dokumente oder andere sensiblen Dateien anvertrauen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verschlüsselt seine Ordner mit dem kostenlosen, aber sehr guten Programm Truecrypt. Achtung: Wenn man Ordner mit Mesh synchron halten möchte, muss man in den Einstellungen/Voreinstellungen des Programms vor dem Verschlüsseln das Häkchen vor Änderungszeiten von Containerdateien erhalten entfernen.

Und Smartphone-Nutzer? Noch gibt es keine Skydrive-App, aber vermutlich kommt noch in diesem Jahr ein Update für Windows-Phone-Handys, mit dem der Dienst dann richtig auf Telefonen mit Microsoft-Betriebssystem nutzbar sein wird.

Update: Ein interessierter Leser hat uns auf eine Methode hingewiesen, die es Nutzern ermöglicht Skydrive-Ordner ohne Extra-Software in Windows 7 als Laufwerk einzubinden. Wie es geht, kann man hier nachlesen. Microsoft-Office-Nutzer finden hier eine spezielle Lösung.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen