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Mark Zuckerberg bei der Vorstellung von Graph Search.
Mark Zuckerberg bei der Vorstellung von Graph Search.(Foto: REUTERS)

Suche im Social Graph: Zuckerberg lüftet Geheimnis

Facebook will seine Mitglieder noch länger im eigenen Kosmos halten. Gelingen soll das mit einer neuen, schlauen Suchfunktion. Wer dort aber einfach nur ein Wort eingibt, dürfte verwirrt sein - Facebook durchsucht nicht das Netz, sondern sich selbst.

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Das Online-Netzwerk Facebook will seinen Mitgliedern die Suche nach Informationen erleichtern. Facebook-Chef Mark Zuckerberg stellte am Unternehmenssitz im kalifornischen Menlo Park die neue Suchfunktion Graph Search vor, mit der Nutzer in ihrem digitalen Freundeskreis nach Antworten auf ihre Fragen stöbern können. Facebook baut außerdem seine Zusammenarbeit mit der Microsoft-Suchmaschine Bing aus.

"Wir sehen Facebook als große soziale Datenbank", sagte Zuckerberg. "Wie bei jeder Datenbank sollte es möglich sein, sie zu durchsuchen." Nutzer können künftig einen Suchbegriff auf der Facebook-Seite eingeben und erhalten dann Antworten aus den Inhalten, die ihre Facebook-Kontakte in dem Netzwerk geteilt haben. Als Beispiele für Suchanfragen nannte Zuckerberg "Freunde, die in meiner Stadt leben" und "Freunde, die in der Nähe leben und Tennis mögen".

Eine Testversion der Suche ging am Dienstag an den Start und war zunächst nur für eine begrenzte Nutzerzahl erreichbar. Zuckerberg betonte, dass die Bestimmungen zum Datenschutz bei der neuen Funktion eingehalten würden. Nutzer könnten nur Informationen durchsuchen, die ihre Facebook-Kontakte ihnen zugänglich gemacht hätten. "Jeder Inhalt auf Facebook hat sein eigenes Publikum und die meisten Inhalte sind nicht öffentlich", sagte Zuckerberg.

Zuckerberg setzt auf Bing

Bei der Suche nach Informationen im Internet intensiviert Facebook seine Zusammenarbeit mit Bing und tritt damit in Konkurrenz zu Google. Durch die Einbindung der Suchmaschine von Microsoft könnten Nutzer nicht nur in der Facebook-Datenbank sondern im ganzen Netz fündig werden, sagte Zuckerberg. Bing sei eine "sehr gute Suchmaschine". Angesichts der Übermacht von Google gab sich der Facebook-Chef aber bescheiden. "Ich glaube nicht unbedingt, dass viele Leute für Web-Suchen zu Facebook kommen werden", sagte er.

"Wenn ich Google wäre, würde ich das als Warnschuss von Facebook sehen", sagte Branchenkenner Jeff Kagan. Die Frage sei, ob es dem sozialen Netzwerk gelingen werde, die Internetsuche grundlegend zu verändern. "Sollte die Antwort 'Ja' lauten, dann ist das eine größere Gefahr für Google."

Facebook hat nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Nutzer weltweit. Das 2004 gegründete Online-Netzwerk gibt es mittlerweile in mehr als 70 Sprachen. Im Mai vergangenen Jahres wagte das Unternehmen den Börsengang, der aber enttäuschend verlief. Der Kurs der Facebook-Aktie lag bei rund 30 Dollar (23 Euro) und damit deutlich unter dem Ausgabepreis von 38 Dollar. Kritiker bemängeln, dass das Unternehmen noch kein überzeugendes Geschäftsmodell vorgelegt habe.

Quelle: n-tv.de

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