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Im Frühjahr soll sich zum iPad Air 2 und dem iPad mini 3 das "iPad Pro" gesellen.
Im Frühjahr soll sich zum iPad Air 2 und dem iPad mini 3 das "iPad Pro" gesellen.(Foto: kwe)

Innovation oder Rückschritt?: iPad Pro soll mit Stift kommen

Apple plant angeblich, zusammen mit einer XL-Ausgabe des iPad einen neuen Stylus anzubieten. Er soll helfen, die Möglichkeiten des Riesen-Tablets auszuschöpfen. Fehlen nur noch die Apps.

Braucht die Welt ein iPad mit 12,9 Zoll großem Bildschirm? Otto-Normal-Nutzer wahrscheinlich nicht. Die Jumbo-Ausgabe des Apple-Tablet soll wohl eher Profis ansprechen, die das Gerät im Beruf beispielsweise für Präsentationen, Planungen oder Zeichnungen einsetzen könnten. Könnten, denn lediglich ein vergrößertes Display macht das iPad kaum zum idealen Werkzeug für Ingenieure, Architekten oder Grafiker. KGI-Analyst und Apple-Experte Ming-Chi Kuo rechnet daher damit, dass das Unternehmen passend zum "iPad Pro" im zweiten Quartal des Jahres einen neuen Stylus auf den Markt bringen wird. Unter anderem schließt er dies aus diversen Patenten, die Apple in den USA eingereicht hat.

Da er präziser als ein Finger sei, könne der Einsatz eines Stifts in manchen Fällen praktischer als die die Kombination von Tastatur und Maus, schreibt Kuo in einem Report, aus dem "AppleInsider" zitiert. "Daher glauben wir, dass Apples Stylus den Nutzen des 12,9-Zoll-iPads erhöhen wird." Der Analyst, der mit seinen Apple-Vorhersagen sehr oft richtig liegt, rechnet damit, dass der Stift nicht wie beim Galaxy Note 10.1 mitgeliefert wird, sondern optional ist. Anders ausgedrückt: extra kostet.

Vorerst nichts Besonderes

Bei der Technik des Stylus erwartet Kuo zunächst keine spektakulären Innovationen. In späteren Modellen könnten aber beispielsweise Gyroskop und Beschleunigungssensor untergebracht sein, um unter anderem das Schreiben in der Luft oder anderen harten Oberflächen zu gestatten. Wahrscheinlich registriert der Apple-Stift unter anderem, wie stark und in welchem Winkel er auf das Display gedruckt wird und ändert beispielsweise entsprechend die Linienstärke. Das bieten aber auch schon Dritthersteller, und einer der besten aktiven Digitalstifte gehört zu Microsofts Produktiv-Tablet Surface Pro 3. Kuo erwartet auch kein kabelloses Laden, sondern dass der Akku des Stylus über ein angeschlossenes Lightning-Kabel Strom zieht.

Der Analyst erwartet für Apples Stift keine großen Absatzzahlen, er rechnet mit höchstens 2,5 Millionen verkauften Geräten in diesem Jahr. Das Zubehör könne aber neue Nutzergruppen erschließen und die Grundlage für völlig neue Apps sein, die Apples Tablets wieder Schwung am schwieriger werdenden Tablet-Markt geben könnten, schreibt Kuo. Effektiver wäre dafür wahrscheinlich eine grundsätzlich bessere Anpassung von iOS an größere Displays, die schon seit dem ersten iPad vermisst wird. Kuo erwartet, dass Apple für das XL-Tablet einige Anpassungen macht, beispielsweise einen geteilten Bildschirm einführt. Die Software könnte über Erfolg oder Misserfolg des iPad Pro entscheiden.

Quelle: n-tv.de

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