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Das iPhone 6, das iPhone 6 Plus und die Apple Watch in drei Varianten.
Das iPhone 6, das iPhone 6 Plus und die Apple Watch in drei Varianten.(Foto: Apple/n-tv.de)

Apple trumpft groß auf: iPhone 6 und Apple Watch im Rampenlicht

Von Klaus Wedekind

Apple präsentiert in Cupertino das iPhone 6 in zwei Größen und die lange erwartete Smartwatch. Sie heißt nicht iWatch, sondern Apple Watch. Können die Geräte die hohen Erwartungen erfüllen?

Ohne erst lange Verkaufszahlen zu nennen, hat Apple gleich zu Beginn seiner Show in Cupertino seine neuen Smartphones vorgestellt: das iPhone 6 mit 4,7 Zoll großem IPS-Bildschirm und das iPhone 6 Plus mit 5,5-Zoll-Display. Das größere Gerät bietet 1920 x 1080 Pixel, was einer Pixeldichte von 401 ppi entspricht, das andere iPhone 6 erreicht mit 1334 x 750 Pixeln das Retina-Niveau (326 ppi) der Vorgänger-Geräte. Saphirglas kommt offenbar nicht zum Einsatz, die Displays sollen aber sehr robust sein. An den Rändern wölben sich die Bildschirme zum Aluminium-Unibody-Gehäuse.

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Das iPhone 6 misst laut Datenblatt 138,1 x 67 x 6,9 Millimeter und wiegt 129 Gramm. Das Plus hat die Maße 158,1 x 77,8 x 7,1 Millimeter und bringt 172 Gramm auf die Waage. Die Benutzeroberfläche wurde für das mächtige iPhone Plus angepasst, im Querformat bietet sie hier unter anderem ähnlich wie beim iPad zweigeteilte Ansichten. Angetrieben werden die Smartphones von Apples neuem 64-Bit-Chip A8, der in 20-Nanometer-Architektur gefertigt wird. Die CPU soll 20 Prozent, die Grafikeinheit sogar 50 Prozent schneller als beim A7 sein.

Für Sensoren ist der neue Koprozessor M8 zuständig, neu an Bord ist ein Barometer, das Luftdruck und Höhe misst. Der Akku soll beim iPhone 6 beim Betrachten von Videos bis zu elf Stunden durchhalten, beim Plus sogar 14 Stunden. Für Apples neues Bezahlsystem "Apple Pay" haben die neuen iPhones auch einen NFC-Chip. Die Geräte kommen mit iOS 8, das allgemein am 17. September veröffentlicht wird.

Kamera nur beim Plus optisch stabilisiert

Die Kamera auf der Rückseite macht wie bisher Bilder mit acht Megapixeln, die beiden LEDs des True-Tone-Blitzes sitzen hinter einem runden Glas, die Brennweite der Kamera ist F/2.2. Der Sensor ist zwar nicht gewachsen, soll aber trotzdem stark verbessert worden sein, schönere Bilder liefern und noch rasanter als beim iPhone 5s arbeiten. Wie vermutet hat nur das iPhone 6 Plus einen optischen Bildstabilisator an Bord, beim kleineren Gerät wird digital entwackelt. Die Frontkamera hat Apple ebenfalls verbessert, sie ist unter anderem lichtstärker und soll auch besonders Selfie-tauglich sein.

Auf dem Homescreen der Apple Watch sind App-Symbole rund und können beliebig angeordnet werden.
Auf dem Homescreen der Apple Watch sind App-Symbole rund und können beliebig angeordnet werden.(Foto: Apple)

Das iPhone 6 kostet mit 16 Gigabyte Speicher 699 Euro, mit 64 Gigabyte 799, mit 128 Gigabyte 899 Euro. Das günstigste iPhone 6 Plus bietet Apple für 799 Euro an, das 128-Gigabyte-Modell ist 999 Euro teuer. Der Verkauf startet am 19. September, Vorbestellungen können sieben Tage vorher gemacht werden. Das iPhone 5s kostet jetzt mit 16 Gigabyte-Speicher 599 Euro, das Modell mit doppelt so viel Speicher 649 Euro. Künftig verkauft Apple das iPhone 5c nur noch in der 8-Gigabyte-Variante für 399 Euro.

Es gibt nicht nur eine Apple Watch

Auch Apples nicht nur von Analysten heiß ersehnte erste Smartwatch feierte in Cupertino endlich Premiere. Sie heißt Apple Watch, hat einen von Saphirglas geschütztes, leicht gewölbtes, quadratisches Display mit runden Ecken. Ein Steuerrad an der Seite dient zum Scrollen, Zoomen und als Home-Button. Der Touchscreen kann zwischen kurzen Tippern und längeren Berührungen unterscheiden. Die Apple Watch kommt in Versionen aus Edelstahl, Aluminium oder mit einem Gehäuse aus 38-karätigem Gold auf den Markt. Beim Armband können Nutzer zwischen mehreren Materialien, Farben und Designs wählen. Die Uhren sind entweder 42 x 42 Millimeter oder 38 x 38 Millimeter groß.

Die Benutzeroberfläche ist nicht starr, die kreisrunden App-Symbole können in alle Richtungen geschoben werden. Mit dem Steuerrad werden Icons stufenlos vergrößert und verkleinert, Apps können frei angeordnet werden. Nutzer können bei der Oberfläche zwischen elf Uhrendesigns wählen. Neben den bei Smartwatches üblichen Benachrichtigungen und Fitness-Sensoren bietet die Apple Watch unter anderem auch eine Steuerung durch den Sprachassistenten Siri.

Mit "Scribble" ist es möglich, Zeichnungen an andere Watch-Träger zu schicken. Außerdem kann das Gerät die Musikwiedergabe auf iPhones, Apple TV oder iTunes auf PCs fernsteuern. Der Prozessor der Apple Watch heißt S1, weitere Informationen hat Apple nicht gegeben. Die Uhr verbindet sich via Bluetooth oder WLAN mit iPhones.

Wie Maps bei Android Wear dient eine angepasste Version von Karten auf der Apple Watch zur Navigation, wichtige Informationen erreicht man durch einen Wischer vom unteren Displayrand nach oben. Für Telefonate über das iPhone hat die Uhr Mikrofon und Lautsprecher, eine Kamera fehlt. Das Gerät kann über magnetische Induktion kabellos geladen werden. Angaben zur Laufzeit gab's in Cupertino nicht.

Apple bietet die Uhr in den USA ab 349 Dollar an, wahrscheinlich kostet sie in Deutschland die gleiche Summe in Euro. Welchen Preis die goldene Apple Watch Edition haben wird, ließ das Unternehmen noch offen. Wer die Smartwatch haben möchte, muss aber noch eine ganze Weile warten, sie soll erst Anfang 2015 auf den Markt kommen.

Quelle: n-tv.de

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