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Kollegin Vivian erst mit dem Zweifach-Objektiv, dann im Porträt-Modus fotografiert. Bei ihr waren die Haare kein Problem für die Software.
Kollegin Vivian erst mit dem Zweifach-Objektiv, dann im Porträt-Modus fotografiert. Bei ihr waren die Haare kein Problem für die Software.(Foto: kwe)

Öffentliche Beta von iOS 10.1: iPhone 7 Plus erhält Porträt-Modus

Von Klaus Wedekind

Apple gibt die öffentliche Beta von iOS 10.1 frei. Sie ist vor allem für Besitzer eines neuen iPhone 7 Plus interessant, denn mit dem Update kommt der Porträt-Modus für die Doppel-Kamera aufs Smartphone. Klappt's?

Normalerweise stecken in iOS-Updates kurz nach Veröffentlichung einer neuen Version nur ein paar Fehlerbeseitigungen oder kleine Verbesserungen. Bei iOS 10.1 ist dies aber anders: Mit der Aktualisierung erhält die Doppel-Kamera des iPhone 7 den Porträt-Modus, den Apple zum Marktstart seines neuen Smartphone-Duos noch nicht fertig hatte. Zunächst durften registrierte Entwickler die Funktion ausprobieren, jetzt steht die öffentliche Beta von iOS 10.1 jedem Interessierten zur Verfügung, der bereit ist, mit dem einem oder anderen kleinen Bug zu leben. n-tv.de hat den Porträt-Modus ausprobiert.

Normal besser als weit

Das iPhone 7 Plus ist alleine schon durch die zweite Kamera besser als andere Smartphones für Porträtaufnahmen geeignet, da ihre Brennweite der eines Normalobjektivs entspricht. Sie nimmt so weitgehend das auf, was auch das menschliche Auge sieht. So kann man Gesichter bildschirmfüllend ablichten, ohne dass sie - wie bei den für Smartphones üblichen Weitwinkel-Kameras - verzerrt wirken.

Auch kleine Objekte hebt der Modus schün hervor.
Auch kleine Objekte hebt der Modus schün hervor.

Der neue Porträt-Modus nutzt zusätzlich Informationen beider Kameras, um digital einen Bokeh-Effekt zu erzielen, der so eigentlich mit einem Smartphone nicht möglich wäre. Die Handy-Kameras neigen nämlich dazu, sehr viel Tiefenschärfe zu liefern. Das ist bei Landschaftsaufnahmen gut, wenn man aber Personen oder Objekte im Vordergrund hervorheben möchte, ist das ein unerwünschter Effekt. Denn dann sollte möglichst nur das Motiv scharf sein, während der Hintergrund verschwimmt. Man nennt diesen Effekt auch Bokeh.

Prinzip nicht neu

Neu ist so eine Funktion nicht, beispielsweise gibt's ein digitales Bokeh auch bei den Kameras-Duos des Huawei P9 oder des HTC One M8. Mit einer zweiten Kamera mit doppelter Brennweite nutzt Apple aber eine andere Kombination und auch die digitale Bearbeitung ist neu. Wie genau der Bokeh-Effekt erzeugt wird, verrät Apple allerdings nicht.

Die Bedienung ist denkbar einfach. Nach dem Update steht in der Kamera-App Porträt in der Schiebe-Auswahl zur Verfügung. Befindet man sich zu nah vor einem Objekt, wird man aufgefordert, sich weiter zu entfernen. Ist der Abstand zu groß, wird man darauf hingewiesen, dass ein Motiv maximal 2,40 Meter entfernt sein sollte. Befindet man sich im akzeptierten Bereich, sieht man den ungefähren Effekt live auf dem Display.

Prima Umsetzung

Wie von Apple versprochen, scheint der Porträt-Modus wirklich sehr gut zu funktionieren, vor allem, wenn sich Gegenstände nicht zu nah hinter dem Objekt befinden. Silhouetten werden sauber ausgeschnitten, die Übergänge an den Kanten sehen natürlich aus. Insgesamt wirken Fotos im Bokeh-Modus etwas weichgezeichnet, was bei Porträts aber nicht unbedingt falsch ist. Die Grenzen des Effekts zeigen offene Haare, die die Software nicht immer perfekt freistellen kann. Alles in allem aber überzeugt der Porträt-Modus auch schon in der ersten Beta.

Quelle: n-tv.de

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