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Auch Smartphone-Handschuhe wie die von Proporta schützen iPhones nicht vor der Kältestarre.
Auch Smartphone-Handschuhe wie die von Proporta schützen iPhones nicht vor der Kältestarre.(Foto: proporta.com)

Rätselhafter Akku-Notstand: iPhones fallen spontan in Kältestarre

Derzeit häufen sich Berichte von frustrierten Nutzern, deren iPhone sich bei Kälte ausschaltet - trotz ausreichend Akkuladung. Was ist der Grund für den spontanen Kälteschlaf und wie kann man sein Smartphone wieder aufwecken?

Dass man sein Smartphone keinen extremen Temperaturen oder Witterungsbedingungen aussetzen soll, dürfte den meisten Besitzern von iPhone und Co. klar sein. Beim Winterspaziergang mit dem Handy sollte man es deshalb nah am Körper tragen, zum Beispiel in der Hosentasche, wo es wärmer ist als in den Außentaschen der Jacke. Derzeit häufen sich aber Beschwerden von iPhone-Nutzern, deren Geräte sich unangemessen früh verabschieden - auch bei einstelligen Plusgraden und ausreichend Akkuladung.

Der Grund für das verfrühte Abschalten ist unbekannt, das Muster aber immer gleich. Die Geräte gehen unvermittelt und ohne Vorwarnung aus, obwohl die Batterie noch voll genug ist. Versucht man, sie wieder einzuschalten, erscheint auf dem Display das Symbol für einen leeren Akku mit dem Hinweis, das Gerät an den Strom anzuschließen. Spontane Wiederbelebungsaktionen bleiben erfolglos.

Kein Einzelfall

Dass es sich hierbei um Einzelfälle handelt, kann ausgeschlossen werden. Bereits Anfang Januar hatten mehrere Medien vom plötzlichen Kälteschlaf berichtet, die Meldungen fallen mit den tiefen Temperaturen in der ersten Januarwoche zusammen, in der laut "Accuweather" in Berlin durchgehend Temperaturen unter dem Gefrierpunkt herrschten. Aber auch bei einstelligen Plusgraden scheinen iPhones reihenweise den Geist aufzugeben. Aktuelle Meldungen werden in Portalen wie "iphone-ticker.de" von zahlreichen Nutzern kommentiert und bestätigt, auch andere iPhone-Modelle sollen betroffen sein.

Bei einem Redaktionsgerät von n-tv.de trat der Fehler zweimal auf. In beiden Fällen war der Akku noch über 20 Prozent geladen, die Außentemperaturen lagen etwas über 0 Grad, das Smartphone steckte in der Jackentasche. Aufwärmen in der Hosentasche half nichts, das Gerät ließ sich in beiden Fällen erst wieder einschalten, nachdem es Zuhause an den Strom gesteckt wurde. Es zeigte dann sofort auch wieder die verbleibende Akkuladung korrekt an.

Einen Ausweg aus der Akkufalle gibt es wohl nicht, auch eine Erklärung von Apple steht bislang aus. Die "vorgesehene Betriebstemperatur" seiner iPhones gibt Apple mit 0 bis 35 Grad an, bei Temperaturen um 5 Grad Celsius sollten sie also eigentlich noch funktionieren und sich nach einer Aufwärmphase in der Hosentasche auch wieder einschalten lassen. Auf einer Support-Seite gibt es zwar Tipps für überhitzte Geräte, nicht aber für den Fall, dass die Kältestarre eintritt.

Die spontanen Ruhepausen sind zwar ärgerlich, doch wahrscheinlich handelt es sich dabei nicht um einen Bug, sondern um einen Schutzmechanismus, der automatisch eingreift, um Schäden am Gerät zu verhindern. Laut "heise.de" notiert iOS den Absturz in den Diagnosedaten in einem "LowBatteryLog" als Fehler 120 (Bug Type 120) - der Fehler hängt also mit dem Akku zusammen. Akkus verlieren bei Kälte ihre Leistungsfähigkeit, die Spannung sinkt - bei einer kritischen Grenze ist dann Schluss. Das Aluminiumgehäuse des iPhone 6s begünstigt zudem die Abkühlung, weil es Temperaturen gut leitet.

Quelle: n-tv.de

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