Technik
Diese Grafik ist auf der  Seite yfrog zu sehen und zeigt offenbar die manipulierte  Version von "kernenergie.de"
Diese Grafik ist auf der Seite yfrog zu sehen und zeigt offenbar die manipulierte Version von "kernenergie.de"

Atomforum "not amused": kernenergie.de gehackt

Die Webseite des Deutschen Atomforums, deren Adresse groß auf den Castor-Behältern prangt, ist manipuliert und danach abgeschaltet worden. Unbekannte hatten auf der Startseite eine Grafik platziert und dazu die Worte: "Kernenergie. So sicher wie diese Webseite."

Zuerst waren entsprechende Berichte im Kurznachrichtendienst Twitter aufgetaucht. Inzwischen bestätigte der Pressesprecher des Atomforums, Dieter H. Marx, n-tv.de, dass kernenergie.de Ziel eines Hackerangriffs wurde.

Man sei "not amused über diesen rechtswidrigen Akt" und analysiere den Vorfall gemeinsam mit dem Provider. Wenn sicher sei, dass der Server nicht von Würmern, Viren und Trojanern befallen sei, werde man die Seite so schnell wie möglich wieder ins Netz stellen.

Auf den Plattformen yfrog und twitpic, wo Twitterer Fotos hochladen, um sie mit anderen Nutzern zu teilen, waren Screenshots zu sehen, die wohl von heute 10 Uhr stammen.

Der Betreiber des Twitter-Accounts seti1337 teilte mit, das Bildschirmfoto stamme von einem Teilnehmer aus dem Chat der Anti-Atom-Seite gaggeldub.de. Mehrere der Chatter dort hätten die manipulierte Seite noch mit eigenen Augen gesehen, bevor diese abgeschaltet wurde.

Inzwischen macht die Nachricht bei Twitter die Runde - wie man mit einer Suche nach "kernenergie.de" leicht feststellen kann. Dort tun Nutzer ihre Freude darüber kund, dass nun wenigstens die Webseite Kernenergie "abgeschaltet" wurde - und geben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass "hoffentlich (...) die Behälter sicherer als die Website" seien.

"Angriff gezielt terminiert"

Sprecher Marx sagte gegenüber n-tv.de, der Hackerangriff sei offenbar gezielt terminiert worden. Den Kernkraft-Gegnern sei bewusst gewesen sei, dass die Adresse kernenergie.de auf den Transporthauben der Castorbehälter zu lesen ist. Das Deutsche Atomforum sei allerdings ein Kommunikations- und kein Nuklearunternehmen. Aus dem Vorfall könne man daher keine Rückschlüsse ziehen. Der Transport der Castoren sei, wie sich ja gezeigt habe, "sicher".

Update 15.35 Uhr: Inzwischen ist die Webseite wieder erreichbar.

Quelle: n-tv.de

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