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Gefürchtete Naturkatastrophe Was ist ein Tsunami?

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(Foto: picture alliance / dpa)

Mit einer riesigen Kraft treffen mehrere Wellen auf die Ostküste Japans und verwüsten das Land kilometerweit. Ein Erdstoß der Stärke 8,9 hatte die Wellen im Meer erzeugt. Aber wie genau entsteht ein Tsunami?

Ein Tsunami gehört zu den gefürchtetsten Naturkatastrophen. Als Tsunami werden eine, meist aber mehrere außergewöhnlich hohe Wellen bezeichnet, die mit großer Kraft auf die Küste treffen. Tsunamis werden hauptsächlich von Seebeben ausgelöst. In seltenen Fällen können aber auch durch Vulkanausbrüche, Meteoriteneinschlägen, Unterwasserlawinen und Fels- oder Gletscherstürzen, bei denen abrupt eine riesige Menge Wasser verdrängt wird, Tsunamis entstehen.

Das Wort Tsunami ist japanisch und heißt übersetzt so viel wie Welle (tsu) im Hafen (nami). Bei einem Erdbeben auf dem Meeresboden werden riesige Mengen Energie freigesetzt, die sich wellenförmig im Meerwasser ausbreitet. Die Energie, die durch das Wasser transportiert wird, breitet sich kreisförmig um das Epizentrum aus. Nach sehr starken Beben können sich die Wellen mit einer Geschwindigkeit von Flugzeugen über ganze Ozeane erstrecken. Der Meerwasserspiegel selbst steigt dabei oft nur um einen halben Meter an. Schiffe, die sich während eines Seebebens mit anschließendem Tsunami weit draußen auf dem Meer befinden, bekommen oftmals gar nichts von der Naturkatastrophe mit.

Wellen reißen alles mit sich

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Ein Seismograph verzeichnet Ausschläge.

(Foto: picture alliance / dpa)

Verheerend werden die Wellen allerdings, wenn sie in flacheres Wasser und schließlich ans Land gelangen. Im flachen Wasser verlieren sie an Geschwindigkeit und  türmen sich deshalb meist mehrere Meter hoch auf, bevor sie schließlich mit großer Kraft auf die Küstenregion prallen. Hier reißen Tsunamis alles mit und verwüsten oftmals Regionen, die kilometerweit ins Land reichen.

Nur ein Prozent der Erdbeben, die zwischen 1860 und 1948 beobachtet wurden, lösten Tsunamis aus. Die häufigsten Tsunamis werden im Pazifik registriert. Erdbeben lösen nur Tsunamis aus, wenn sie mindestens die Stärke sieben erreichen, das Zentrum des Bebens nahe dem Meeresgrund ist und es durch das Beben eine vertikale Verschiebung des Meeresbodens gibt.

Mit Frühwarnsystemen, die die seismischen Wellen aufzeichnen und die Daten mit Hilfe von GPS versenden, kann bereits wenige Minuten nach einem Seebeben eingeschätzt werden, wie groß die Tsunamigefahr ist und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen für die betroffene Bevölkerung in Gang gesetzt werden.

Quelle: ntv.de

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