Untergangsstimmung im Land der aufgehenden Sonne: Japan rutscht immer tiefer in die Krise.Bild 1 von 51 Nach jahrelangem Aufschwung fällt die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt in die schwerste Rezession der Nachkriegszeit.Bild 2 von 51 Die Finanzkrise hat Nippon fest im Griff: Das Börsenjahr 2008 gilt als das schlechteste in der Geschichte ?Bild 3 von 51 ?und die Nachfrage nach Autos, Elektronik und Maschinen "Made in Japan" ist dramatisch zurückgegangen.Bild 4 von 51 Das hat spürbare Folgen: Die Industriekonzerne haben ihre Produktion im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gedrosselt ?Bild 5 von 51 ... und die Arbeitslosenquote ist mit 4,4 Prozent auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen.Bild 6 von 51 "2009 kündigt sich in düsteren Tönen an", meint Japans Regierungschef Taro Aso.Bild 7 von 51 Experten befürchten, dass die Wirtschaftsleistung dramatisch eingebrochen ist - gerechnet wird mit einem BIP-Rückgang von rund zehn Prozent.Bild 8 von 51 Das wäre der stärkste Einbruch seit der Ölkrise 1974.Bild 9 von 51 Die Rezession treibt so viele Firmen in die Pleite wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.Bild 10 von 51 Die Krise zieht sich dabei durch sämtliche Branchen:Bild 11 von 51 Japans sechs größten Bankengruppen haben in den ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres Verluste von zusammen rund 990 Mrd. Yen (8,6 Mrd. Euro) erwirtschaftet.Bild 12 von 51 Die Krise traf die meisten Institute indirekt, da sie vor allem unter den stark gefallenen Aktienkursen litten.Bild 13 von 51 Anders als westliche Geldhäuser halten sie große Anteile an den Firmen ihrer Geschäftskunden, um die guten Beziehungen zu unterstreichen.Bild 14 von 51 Hinzu kamen die gestiegenen Kosten durch die Abschreibung von Problemkrediten.Bild 15 von 51 Im weltweiten Vergleich stehen Japans Großbanken aber noch relativ gut da, trösten Experten.Bild 16 von 51 Anders dagegen die Autobauer: Der weltgrößte Autobauer Toyota erwartet einen Jahresverlust von 3,8 Mrd. Euro.Bild 17 von 51 Honda senkte ebenfalls die Gewinnprognose, rechnet aber immerhin noch mit schwarzen Zahlen.Bild 18 von 51 Voll erwischt wurde dagegen Nissan. Der japanische Renault-Partner erwartet erstmals seit neun Jahren rote Zahlen und baut weltweit 20.000 Stellen ab.Bild 19 von 51 Das ist das erste Minus, seit Carlos Ghosn 1999 das Ruder bei Nissan übernommen hat.Bild 20 von 51 "Bei jedem Planungsszenario wurden unsere schlimmsten Annahmen zur Weltwirtschaft bestätigt oder übertroffen"; sagte Ghosn.Bild 21 von 51 Auch in der High-Tech-Branche ist Krisenstimmung angesagt:Bild 22 von 51 Von Tokyo Elektron bis hin zu Sony, Toshiba und Hitachi häufen sich historisch rote Zahlen und gesenkte Prognosen.Bild 23 von 51 Im Kampf gegen die massive Absatzschwäche wollen Toshiba und NEC nun zusammenarbeiten. "Eine Verbindung von Verlierern", ätzen Analysten.Bild 24 von 51 Wie Nissan plant auch NEC den Abbau von 20.000 Stellen.Bild 25 von 51 Neben der steigenden Arbeitslosigkeit bereiten auch die Verbraucherpreise Kopfschmerzen.Bild 26 von 51 Stagnierende Preise lösen in Japan keine Shopping-Laune aus, sondern wecken vielmehr unliebsame Erinnerungen. (im Bild: Bank of Japan-Gouverneur Fukui)Bild 27 von 51 Denn Japan ist in Sachen Deflation ein gebranntes Kind, die Abwärtsspirale bei den Preisen hat die Wirtschaft bereits über Jahre gelähmt. Wir erinnern uns:Bild 28 von 51 In den 80er Jahren galt Japan dank seiner Dynamik und Innovationsfähigkeit als "Motor" der Weltkonjunktur.Bild 29 von 51 Technische Innovationen, vor allem in der Hightech- und Elektroindustrie, machten Japan zu einer der führenden Wirtschaftsmächte.Bild 30 von 51 Seit Mitte der 80er Jahre floss jede Menge spekulatives Kapital nach Japan und führte nach und nach zur Entstehung der "Bubble"-Economy.Bild 31 von 51 Die Börse stieg, die Immobilienpreise auch, und um weitere Spekulationsgewinne einzufahren, wurden die Immobilien beliehen.Bild 32 von 51 Eine Rechnung, die zunächst dank des steigenden Yens aufging. Japanische Unternehmen hatten eine gut gefüllte Kriegskasse und kauften vor allem in den USA kräftig ein.Bild 33 von 51 Das schürte die Angst vor der neuen Vormacht des Industrielandes. Romane wie "Nippon Connection" von Michael Crichton wurden zum Bestseller und sorgten für zusätzliche Aufregung.Bild 34 von 51 Doch die Geschichte ging anders aus: Denn wie wir nicht erst seit 2008 wissen, platzen Blasen irgendwann.Bild 35 von 51 Anfang der 90er fielen die Immobilienpreise um drei Viertel, die Aktienmärkte stürzten ab und die faulen Kredite drohten die Banken zu ersticken.Bild 36 von 51 Japan fiel in eine jahrelange Deflationsspirale, dem die Zentralbank auch durch eine jahrelange Nullzinspolitik nichts entgegenzusetzen hatte.Bild 37 von 51 Die Asienkrise 1997/1998 brachte weitere Rückschläge und den Niedergang einiger großer Banken und Versicherer.Bild 38 von 51 Die 90er Jahre gelten seither in Sachen Wirtschaft in Japan als das "verlorene Jahrzehnt".Bild 39 von 51 Im neuen Jahrtausend ist es Japans Banken schließlich gelungen, eine Vielzahl der faulen Kredite abzuschreiben ...Bild 40 von 51 ... und die japanischen Konzerne eroberten sich auf dem Weltmarkt verlorenes Terrain wieder zurück.Bild 41 von 51 Der Boom in China tat sein Übriges.Bild 42 von 51 Ein Problem konnte Japan allerdings noch nicht lösen: Die Sparwut seiner Bürger.Bild 43 von 51 Insbesondere ältere Japaner sind berüchtigt für ihre hohen Sparquoten. Das wirkt sich auch auf den Binnenkonsum aus.Bild 44 von 51 Um das enorme Kapital zu bergen, das unter Kopfkissen und auf Bankkonten schlummert, müssten nach Ansicht von Ökonomen enorme Strukturreformen her.Bild 45 von 51 Das wurde jedoch in den letzten Jahren verpasst und ist in der jetzigen Lage kaum nachzuholen. Das Rentensystem ist überlastet ?Bild 46 von 51 ... und die Möglichkeiten des Staates sind gering - die Staatsverschuldung beläuft sich bereits auf 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.Bild 47 von 51 Dennoch wird Japan auch weiterhin seiner Rolle als stabilisierender Anker in Asien gerecht werden müssen.Bild 48 von 51 Beim Weltwirtschaftsforum in Davos stellte Japan benachbarten Ländern Finanzhilfen in Milliardenhöhe in Aussicht.Bild 49 von 51 1,5 Billionen Yen sollen insgesamt zur Verfügung gestellt werden, um der Krise die Stirn zu bieten und die Konjunktur anzukurbeln.Bild 50 von 51 Denn noch hat Japan die historische Gewissheit, dass auch nach düsteren Zeiten die Sonne in Nippon wieder aufgeht. (alle Bilder: Reuters, dpa)Bild 51 von 51