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Der TagBaden könnte in deutschen Gewässern gefährlicher sein als gedacht

03.07.2026, 06:04 Uhr

Die Qualität der deutschen und weiteren europäischen Badegewässer ist offenbar in bestimmten Fällen bei weitem nicht so unbedenklich wie von der zuständigen europäischen Behörde angegeben. Der Grund: Die Bewertung der Europäischen Umweltagentur EEA basiert lediglich auf Messungen von zwei Fäkalbakterien. Andere Erreger und Dutzende chemische Schadstoffe werden dagegen nach Angaben des Medienhauses Correctiv überhaupt nicht berücksichtigt, obwohl der Behörde auch diese Werte für Badegewässer vorliegen. In einem Mitte Juni veröffentlichten Bericht hatte die EEA Europas Badegewässern überwiegend eine ausgezeichnete Wasserqualität bescheinigt. Demnach hatten in Deutschland knapp 91 Prozent der rund 2300 untersuchten Badestellen eine exzellente Wasserqualität.

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Dem Bericht zufolge gelten EU-weit mindestens 7866 Badestellen gemäß den Vorgaben der Badegewässerrichtlinie als sauber, obwohl sie an Gewässern liegen, die nachweislich mit chemischen Schadstoffen belastet sind. (Foto: picture alliance / PIC ONE)

Allerdings beziehen sich die Angaben lediglich auf sogenannte intestinale Enterokokken und Escherichia coli. Diese Bakterien können bei Menschen zum Beispiel Magenverstimmungen, Durchfall oder Infektionen verursachen. Nicht berücksichtigt werden dagegen unter anderem Cyanobakterien - auch Blaualgen genannt - und chemische Schadstoffe wie etwa Pestizide, Mineralöle und PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen). Letztere sind allgegenwärtig und reichern sich im Körper an. "Die gegenwärtige Bewertung reicht nach meiner Meinung nicht aus", sagte der Toxikologe Hans-Jörg Martin vom Universitätsklinikum Kiel. "Ein Gewässer kann die Grenzwerte von chemischen Stoffen sprengen und dennoch als exzellent eingestuft werden. Das ist irreführend."

Quelle: ntv.de