Der TagBas will Beamte zur Kasse bitten
Das gesetzliche Rentensystem steht bekanntermaßen vor großen Herausforderungen. So kommen immer mehr Rentnerinnen und Rentner auf weniger Beitragszahlende, zugleich wird mehr Jahre Rente bezogen. Die Bundesregierung will das System deshalb grundlegend reformieren. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas wagt sich nun mit einem Vorschlag aus der Deckung: Die SPD-Politikerin will Beamtinnen und Beamte langfristig in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen. "Wir brauchen ein gemeinsames System, wenn man eine große Reform haben will", sagte sie am Montagabend bei einer Veranstaltung der "Rheinischen Post" in Düsseldorf. "Wenn alle einzahlen, dann hätten wir mehr im Topf und der Staat muss nicht so viel zuzahlen." "Ich weiß, dass es ein langer Weg ist", schränkte die Ministerin ein, die zugleich SPD-Vorsitzende ist. Aber erste Schritte in Richtung einer Einbeziehung von Beamten könnten durchaus schon bei der jetzt geplanten Rentenreform getan werden. "Alle Bundesländer müssen dabei mitmachen."
Scharfe Kritik an Bas Forderung kam alsbald - wie sollte es anders sein - vom Deutschen Beamtenbund (dbb). Dessen Bundesvorsitzender Volker Geyer sprach von "populistischen Forderungen". Es würden "hier mal wieder gezielt Vorurteile gegen Beamtinnen und Beamte geschürt und gefühlte Ungerechtigkeiten instrumentalisiert". Zudem würde eine Einbeziehung die öffentlichen Haushalte enorm belasten.