Der TagBereits Hunderte Tote bei Protesten in Nicaragua

Bei Protesten gegen die Regierung von Präsident Daniel Ortega sind in Nicaragua seit Mitte April nach Angaben der Wahrheitskommission 265 Menschen ums Leben gekommen. Das sind zwar deutlich mehr als die von der Regierung Anfang der Woche genannte 195 Todesopfer. Menschenrechtsorganisationen melden aber weit höhere Opferzahlen.
Die Proteste gegen den einstigen Revolutionär Ortega hatten sich Mitte April an einer Reform der Sozialversicherung entzündet. Obwohl Ortega diese zurückzog, fordern Demonstranten weiter seinen Rücktritt und den seiner Frau, Vizepräsidentin Rosario Murillo.
Die Wahrheitskommission des Parlaments zur Untersuchung der Todesfälle wird von Regierungsanhängern dominiert.
Nach Angaben des Zentrums für Menschenrechte kamen bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei bislang 302 Menschen ums Leben. Die Menschenrechtsorganisation ANPDH spricht gar von 448 Todesopfern. Außerdem sprechen Menschenrechtsorganisationen von mehr als 2000 Verletzten sowie Hunderten Festgenommenen und Verschwundenen.