Der TagBolsonaro will Jahrestag des Militärputschs feiern

Staatliche Todesschwadronen, Folter und Verschwindenlassen von Oppositionellen waren in Brasilien von 1964 bis 1985 an der Tagesordnung. Zum 55. Jahrestag des Militärputsches vom 31. März 1964, auf den 21 Jahre Militärdiktatur folgten, hat Brasiliens ultrarechter Staatschef Jair Bolsonaro Gedenkfeierlichkeiten angeordnet. Am kommenden 31. März solle es "angemessene Gedächtnisfeiern" geben, sagte Präsidentensprecher Otávio Rêgo Barros. Das Gedenken solle vom Verteidigungsministerium organisiert werden.
Nach Angaben einer Wahrheitskommission wurden in der Zeit rund 440 Menschen aus politischen Gründen getötet, Hunderte weitere Regierungsgegner wurden inhaftiert und gefoltert.
Bolsonaro, selbst ein Ex-Offizier, hat in der Vergangenheit immer wieder seine Sympathie für die Militärdiktatur bekundet. Rund die Hälfte seiner Minister sind Militärs.
Der Präsidentensprecher sagte, Bolsonaro betrachte die Ereignisse vom 31. März 1964 nicht als Militärputsch. Vielmehr hätten sich "Zivilisten und Soldaten" in unruhigen Zeiten zusammengeschlossen und das Land wieder auf die richtige Spur geführt.