Der TagBrandenburger AfD zeigt Verständnis für rassistische Gesänge von Teenagern
Die Empörung über die (erneut) missbräuchliche Verwendung des Liedes "L'amour toujours" von Gigi D'Agostino bei einer Teenager-Party ist groß. Die AfD im Brandenburger Landtag findet das übertrieben - und liefert eine abenteuerliche Rechtfertigung. "Da rastet unser Ministerpräsident mal so richtig aus, wenn dieses Lied gespielt wird und ein paar Jugendliche in Brandenburg, wenn sie feiern gehen, mal ein paar Sätze sagen, die vielleicht nicht jeder schön finden muss", sagte der AfD-Bildungspolitiker Dennis Hohloch, der auch Mitglied im Bundesvorstand der AfD ist. Er glaube, dass sie "sicherlich kein Grund dafür sind, dass jetzt der Staatsschutz eingeschaltet werden muss". Er nannte dies "lächerlich".
Mehrere Jugendliche hatten vor einigen Tagen zu dem Partyhit in einem Club in Falkenberg/Elster rassistische Gesänge angestimmt. In einem Video auf Instagram ist zu hören, wie mehrfach gerufen wird: "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus." Der Staatsschutz nahm Ermittlungen auf. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke zeigte sich fassungslos. "Jugendliche grölen Naziparolen und keiner greift ein", schrieb er bei Instagram. "Wir dürfen dazu niemals schweigen!" Die AfD-Landtagsfraktion zeigt dagegen Verständnis für die Parolen. "Warum singen die Jugendlichen denn so was? Weil sie eben mit dieser schlimmen Situation in den Schulen konfrontiert werden und die Regierung nicht in der Lage und nicht willens ist, die Situation für diese Kinder und für diese Jugendlichen zu verbessern", sagte AfD-Politiker Hohloch. Er riet Woidke, "einen Ton zurückzufahren". "Das ist eine Party, da wird getrunken, es geht um Minderjährige."