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Der Tag "D" wie Dora und "N" wie Nordpol: Buchstabiertafel soll entnazifiziert werden

Jede und jeder, die und der schon einmal seine E-Mail-Adresse am Telefon buchstabieren musste, dürfte sie kennen: die Buchstabiertafel. Was viele allerdings nicht wissen dürften: Einige Wörter, die dazu benutzt werden, einzelne Buchstaben dem Zuhörenden verständlicher zu machen, haben einen historischen Hintergrund. "D" wie Dora oder "N" wie Nordpol wurden früher anders übersetzt. Doch als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, tilgten sie jüdische Namen wie David und Nathan, genauso Samuel und Zacharias aus dem Alphabet. "Siegfried" und "Zeppelin" wurden zwar bereits 1950 wieder gegen "Samuel" und "Zacharias" in der DIN 5009 ausgetauscht, aber sind dennoch weiterhin gebräuchlich. Nach dem Wunsch des Antisemitismusbeauftragten des Landes Baden-Württemberg, Michael Blume, und des Deutschen Instituts für Normung (kurz DIN) sollen auch die noch verbliebenen Buchstabierhilfen, die auf Änderungen in der NS-Zeit zurückgehen, im Alphabet ersetzt werden.

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, soll bis zum Herbst des nächsten Jahres für die Begriffe, die eine nationalsozialistische Vergangenheit haben, ein möglichst neutraler Ersatz gefunden werden. Auf der Buchstabiertafel dürften dann mehr Ortsnamen zu finden sein. Über die von einer Expertenkommission erarbeiteten Alternativen soll dann eine öffentliche Diskussion stattfinden. Bis Mitte 2022 soll dann die Norm entnazifiziert sein.

Quelle: ntv.de