Der Tag

Der TagDNA-Spur auf Pokal führt zu Verdächtigem in einem 35 Jahre alten Kriminalfall aus Köln

26.10.2022, 15:16 Uhr

Neue Untersuchungen zahlen sich aus: Ein Verdächtiger wurde nach mehr als 35 Jahren in einem bisher ungelösten Mordversuch-Fall in Köln festgenommen. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Der Schlüssel? Eine alte DNA-Probe. Die Spuren des Erbguts wurde nun an der mutmaßlichen Tatwaffe von damals - einem Pokal aus der Wohnung des Opfers - festgestellt, erläuterte der Leiter der zuständigen Ermittlungsgruppe "Cold Cases", Markus Weber. Diese wiederum habe dann zum Treffer geführt. Der Verdächtige war am Vortag in Köln festgenommen worden. Ihm wird ein versuchter Raubmord im Mai 1987 vorgeworfen. Das Opfer, ein damals 50 Jahre alter Mann, war einst von Nachbarn mit schweren Kopfverletzungen in seiner Wohnung gefunden worden. Einen Täter konnte man nicht finden, auch weil das Opfer den Tathergang nie wirklich genau beschreiben konnte.

Als gesichert galt, dass er damals mit einem jungen Mann in Gaststätten unterwegs gewesen sein soll. Diesen Mann glauben die Ermittler dank der DNA gefunden zu haben. Er sei bei seiner Festnahme "sicherlich überrascht" gewesen, sagte Ermittler Weber. Allerdings habe er angegeben, dass er sich nicht mehr erinnern könne und nichts damit zu tun habe. Die DNA des Verdächtigen, die den Abgleich ermöglichte, schlummerte nach Angaben der Staatsanwaltschaft wohl schon seit Ende der 80er Jahre in der Datenbank. Seinerzeit sei sie wegen eines anderen Deliktes erhoben worden. Dieses Delikt sei zwar mittlerweile "gelöscht". Für die DNA-Daten allerdings gebe es keine Löschfristen.

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Markus Weber, Leiter der Ermittlungsgruppe "Cold Cases", spricht nach der Festnahme zu einem Fall von 1987. (Foto: picture alliance/dpa)

Quelle: ntv.de