Der TagDiese Stadt hat bald ein Wahrzeichen weniger

Der Abschied von einem Wahrzeichen fällt nicht leicht, das geht zum Beispiel gerade einigen Menschen mit dem "Telemoritz" in Hannover so, da die Sanierung Eigentümer VW wohl entschieden zu teuer ist. So ist es wohl auch in Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz: Da muss der Rathaus-Turm gerade dran glauben. Keine Sorge, es handelt sich dabei nicht um ein spätgotisches Meisterwerk der Architektur, sondern um ein Gebäude aus dem Jahr 1979 - mit erheblichen Mängeln in der Brandschutz- und Gebäudetechnik. Ein von der Stadt beauftragtes Planungsbüro stellte fest, dass eine Sanierung teurer wäre als Abriss und Neubau. Der Stadtrat entschied sich deshalb bereits im September 2020 für den Abriss von Rathaus und Rathaus-Center. Während der Schock bei Nostalgikerinnen und Nostalgikern an der Leine noch tief sitzen dürfte, da die Nachricht erst gut vier Wochen alt ist, ist das im Süden am Rhein wohl bereits verdaut.
Der Rückbau des rund 70 Meter hohen Rathaus-Turms in Ludwigshafen hat es wohl in sich und wird nicht mit der Abrissbirne oder mit Sprengstoff mal eben erledigt: Ein Kran entfernt behutsam die je rund 300 Kilogramm schweren Lamellen-Elemente und muss dabei auch auf das Wetter achten, wie ein Sprecher der zweitgrößten Stadt in Rheinland-Pfalz sagte. "Der Kran hat einen Windmesser. Bei Böen von mehr als 40 Kilometer pro Stunde könnten die Teile schwer zu kontrollieren sein." Einsetzender Wind habe die Arbeiten am Wochenende erschwert, sie mussten unterbrochen werden. Neben der Entkernung und der Schadstoffentsorgung muss die komplexe Hochhausfassade der Kommune zufolge Schritt für Schritt zurückgebaut werden. Dafür werden auch sogenannte Klettermastbühnen eingesetzt, um rund um den Turm die einzelnen Fassadenelemente abzubauen und über die Bühnen nach unten zu befördern. Damit die Zeitziele erreicht werden, sind um das Gebäude mehrere Bühnen gleichzeitig im Einsatz.