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Der TagDoch nicht "Australiens schlimmste Serienmörderin" - Mutter kommt nach 20 Jahren frei

14.12.2023, 06:42 Uhr
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Kathleen Folbigg nach der Aufhebung des Urteils. (Foto: via REUTERS)

Die folgende Geschichte aus Australien, die leider keine fiktionale Erzählung ist, sondern Kathleen Folbigg tatsächlich so passiert ist, ist fast unglaublich: 20 Jahre saß die vierfache Mutter für den angeblichen Mord an mehreren ihrer Kinder hinter Gittern und das wohl unschuldig: Ein Gericht in Sydney hob das Urteil gegen die einst als "Australiens schlimmste Serienmörderin" bezeichnete Frau heute auf. Der Grund: Alle ihre vier Kinder starben im frühen Kindesalter. Erstickt von ihrer Mutter - das war vermeintlich geschehen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse hatten starke Zweifel an ihrer Schuld am Tod der Kinder aufkommen lassen. Stattdessen soll Gendefekte und Geburtsfehler für die frühen Tode aller vier Kinder verantwortlich sein. Das älteste Kind wurde 18 Monate alt. Was sagt man, wenn man nach so vielen Jahren zu Unrecht aus dem Gefängnis freikommt? "Fast ein Vierteljahrhundert lang war ich mit Unglaube und Feindseligkeit konfrontiert", sagte Folbigg. "Ich bin dankbar, dass neue Wissenschaft und Genetik mir Antworten darüber gegeben haben, wie meine Kinder gestorben sind".

Folbigg war 2003 wegen Mordes an drei ihrer Kindern sowie Totschlags an einem vierten Kind verurteilt worden. Forensische Beweise gab es damals nicht. Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, dass es äußerst unwahrscheinlich sei, dass vier Kinder plötzlich und ohne Erklärung gestorben seien. Unwahrscheinlich schon, aber eben doch möglich, wie dieser unglaubliche Fall nun zeigt.

Quelle: ntv.de