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Der TagEingeschleppte Algenart schadet dem Wattenmeer

22.12.2020, 06:33 Uhr
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Wissenschaftler Karsten Reise vermutet, dass die Schlauchalgen durch importierte pazifische Austern eingeschleppt wurden. (Foto: Karsten Reise)

Vaucheria velutina heißt ein neuer Bösewicht im Wattenmeer: Dabei handelt es sich um eine eingeschleppte Algenart, die sich dort ausbreitet und Schaden anrichtet. Sie sei im vergangenen Sommer erstmals vor der Insel Sylt nachgewiesen worden, teilte die Universität Göttingen mit. Sie bedecke bereits eine Fläche von mehr als 280 Fußballfelder und könnte ernsthafte Auswirkungen auf das dortige Ökosystem haben. Feiner Schlick, der mit der Flut eingeschwemmt werde, bleibe zwischen den dicht an dicht aus dem Boden ragenden Algenfäden hängen. Er lagere sich ab und verstopfe die Gänge der Wattwürmer. "In meinen fast 50 Jahren als Wattforscher habe ich so eine rasante Ausbreitung einer neuartigen Alge noch nicht erlebt", sagte der emeritierte Professor Karsten Reise vom Alfred-Wegener-Institut, der die Alge entdeckte.

  • Wie stark ihre Auswirkungen auf das Wattenmeer sein werden, und ob sie sich nach dem Winter weiter ausbreite, sei noch unklar.

  • Laut Reise könnte die Algenart durch importierte pazifische Austern eingeschleppt worden sein. Diese werden im Wattenmeer bei Sylt in Netzbeuteln gehalten, bis sie groß genug sind.

  • Sollte sich die Alge weiter ausbreiten und immer mehr Schlick ansammeln, würden die Wattwürmer, und damit das gesamte Leben im Wattboden darunter leiden, schreibt die Uni Göttingen. Dies könne sogar Auswirkungen auf die Fähigkeit des Bodens haben, sich dem im Klimawandel steigenden Meeresspiegel anzupassen.

Quelle: ntv.de