Der TagEinlass nur mit Deutschkenntnissen? Stadt Halle fordert Strandbad auf, Regel zurückzunehmen
Wer nicht gut genug Deutsch spricht, wird unter Umständen nicht hineingelassen: Diese umstrittene Regel ist in einem Strandbad in Sachsen-Anhalt eingeführt worden. Nachdem der Chef des Heidebades, Mathias Nobel, im sachsen-anhaltischen Halle am vergangenen Wochenende ein Kleinkind aus metertiefem Wasser retten musste, führte er eine Regel ein, wonach Menschen, die nicht ausreichend Deutsch sprechen und die Baderegeln nicht verstehen, im Einzelfall nicht mehr hereingelassen werden. Jetzt reagiert die Stadtverwaltung - und das nicht positiv. Die "Bild"-Zeitung und der MDR zitieren einen Stadtsprecher, wonach der Betreiber den "Zugang zum Bad für die Allgemeinheit" gewährleisten müsse. "Die Ausgestaltung des Hausrechts darf diesen öffentlichen Charakter nicht durch pauschale Einlassverbote für ganze Bevölkerungsgruppen aushebeln." Die neue Regelung sollte daher zurückgenommen werden.
Zwar wehrt sich Heidebad-Chef Nobel öffentlich gegen den Eindruck, sein Vorgehen sei ausländerfeindlich, doch die Stadt sieht das anders. "Ein Vorgehen, das in der Öffentlichkeit als ausländerfeindlich wahrgenommen werden kann, würde das Ansehen der Stadt beschädigen und verstieße gegen die vertragliche Wohlverhaltenspflicht", zitiert die "Bild"-Zeitung den Sprecher. Zur Gewährleistung der Sicherheit und dass alle Badegäste die Regeln verstehen, sollten "zunächst mildere Maßnahmen ergriffen werden". Dabei könne die Verwaltung unterstützend tätig werden und etwa bei der "Bereitstellung von standardisierten Baderegeln und Sicherheitshinweisen in den relevanten Fremdsprachen" helfen.