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Der TagEs gibt noch Probleme beim Gasimport aus Kanada

18.08.2022, 07:52 Uhr

Mit einem drohenden Versiegen der Gaseinfuhren aus Russland sucht Deutschland nach möglichen Alternativen. Eine davon: Kanada. Das Land ist einer der größten Erdgasproduzenten weltweit und darüber hinaus ein wichtiger Verbündeter und enger Partner Deutschlands und der EU. Bundeskanzler Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Robert Habeck reisen am kommenden Sonntag mit einer Wirtschaftsdelegation nach Kanada, um die Möglichkeiten auszuloten. Der Import von kanadischem Gas ist jedoch schwierig.

Russland oder auch der wichtige Gas-Produzent Algerien haben den Vorteil, als Nachbarn der EU Gas per Pipeline liefern zu können. Eine Leitung durch den Atlantik ist hingegen nicht machbar, Einfuhren aus Kanada wie auch aus den USA sind daher nur in flüssiger Form, auf Tankschiffen möglich - sogenanntes LNG (Liquid Natural Gas). In Deutschland und anderen europäischen Ländern wird deshalb seit einiger Zeit mit Hochdruck am Bau von LNG-Terminals zum Entladen von Gastankern gearbeitet. An der deutschen Nordseeküste sollen die ersten noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Allerdings fehlen im Fall von Kanada auch die Terminals, um die Tanker überhaupt zu beladen.

Bau-Projekte für Export-Terminals an der kanadischen Ostküste kamen in den vergangenen Jahren nur schleppend voran und wurden zeitweise sogar eingefroren. Reibungslos und zeitnah kündigt sich der Ausbau der LNG-Infrastruktur nicht an. Im Fokus stehen zwei mögliche Standorte für kanadische LNG-Exportterminals in New Brunswick und Nova Scotia. In beiden Fällen könnte aber frühestens in einigen Jahren Gas in Richtung Europa verschifft werden.

Quelle: ntv.de